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Windows Live® Suchergebnisse BaskenEnzyklopädieartikel
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Basken, die alteingesessene Bevölkerung des Baskenlandes, westlich der Pyrenäen und östlich des kantabrischen Berglandes am Golf von Biscaya. Die Ursprünge der Basken, die sich selbst als Euskaldun bezeichnen, sind seit geraumer Zeit Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Ihre alte Sprache, ihre Sitten und Gebräuche unterscheiden sie von denjenigen aller anderen europäischen Völker. Immer wieder haben Wissenschaftler versucht, die baskische Sprache mit verschiedenen nicht indoeuropäischen Sprachen in Zusammenhang zu bringen; von der Mehrheit der Linguisten wird dies jedoch abgelehnt. Heute gibt es etwa zwei Millionen Basken. Davon leben etwa 900 000 in Spanien und 100 000 bis 200 000 in Frankreich. Die Zahl der Basken in Südamerika wird auf 250 000 geschätzt.
Die traditionellen baskischen Gesetze (fors in Frankreich und fueros in Spanien) legten besonderen Wert auf persönliche Freiheitsrechte und regelten sämtliche Bereiche des menschlichen Zusammenlebens. Gesetzgebendes Organ waren demokratisch gewählte Versammlungen (juntas), in denen – selbst wenn Adelige anwesend waren – auch ein Fischer den Vorsitz führen konnte. Das Erstgeburtsrecht sorgte für den Fortbestand der alten Familienstrukturen. Die Basken sind Katholiken, traten jedoch stets für die Unabhängigkeit von der französischen und spanischen Kirche ein. Zu den wichtigsten religiösen Gestalten baskischer Herkunft gehören Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, sowie der jesuitische Missionar Franz Xaver. Zu den farbenprächtigsten, noch aus dem Mittelalter stammenden religiösen Gebräuchen zählen die Kreuz- und Fronleichnamsprozession. Sie sind insbesondere wegen der aufgeführten Volkstänze interessant.
In schriftlichen Aufzeichnungen werden die Basken im 1. Jahrhundert v. Chr erstmals erwähnt: Sie leisteten den von Spanien kommenden römischen Eroberern erfolgreich Widerstand und bewahrten sich darüber hinaus während der gesamten römischen Herrschaft ihre Unabhängigkeit. Im Laufe des 3. und 5. Jahrhunderts nahmen sie den christlichen Glauben an; im 6. Jahrhundert kämpften sie erfolgreich gegen die Westgoten. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts wanderten baskische Gruppen aus Spanien über die Pyrenäen nach Aquitanien ein, das daraufhin in Gascogne umbenannt wurde. Diejenigen, die in Spanien geblieben waren, trotzten den Mauren, die zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert den größten Teil der Iberischen Halbinsel besetzt hielten. Auch im Mittelalter konnten sich die spanischen Basken ihre Autonomie weitgehend bewahren. Die Vizcaya, eine der spanischen Baskenprovinzen, war von 1093 bis 1350 unabhängig, wurde jedoch 1370 Teil des Königreiches Kastilien. Guipúzcoa war bereits 1200 und Álava 1332 Kastilien angeschlossen worden. Als Ende des 15. Jahrhundert das spanische Königreich gegründet wurde, konnten die baskischen Provinzen ihre Unabhängigkeit zum Teil erhalten. Erst 1876 wurden sie Spanien einverleibt. Während des Spanischen Bürgerkrieges (1936-1939) wurde von der republikanischen Regierung ein autonomer Baskenstaat geschaffen, der nach dem Sieg der Nationalisten unter Franco jedoch aufgelöst wurde. Im Laufe der nächsten drei Jahrzehnte wurden immer wieder Rufe nach Wiedereinführung der baskischen Autonomie laut. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erlebten separatistische Bewegungen und Parteien, wie etwa die Herri Batasuna, enormen Zulauf, und es kam zu zahlreichen gewalttätigen Zwischenfällen. Zwischen 1979 und 1983 gewährte die spanische Regierung dem Baskenland beschränkte Autonomie. Seitdem haben sich die Beziehungen zwischen den Basken und der Zentralregierung verbessert. Dennoch kommt es immer wieder zu Terroranschlägen, für die die ETA (Euskadi ta Askatasuna, Baskenland und Freiheit), der militärische Flügel der baskischen Separatistenbewegung, verantwortlich ist. Die ETA ist 1959 aus einer Abspaltung von der baskischen nationalistischen Bewegung hervorgegangen, die 1898 gegründet worden war. Das Erbe dieser Bewegung vertritt heute die christdemokratische Nationalistische Baskische Partei (PNV), die in der Hauptstadt Vitoria an der Macht ist und mit der Zentralregierung weitgehende Autonomierechte ausgehandelt hat. Das Baskenland verfügt über ein eigenes Parlament und sogar über einen eigenen Präsidenten. Baskisch und nicht Spanisch ist die offizielle Landessprache. Die baskische Regierung bestimmt über Erziehung, Kultur, Wirtschaft und andere Bereiche des gesellschaftlichen und politischen Lebens. Von den von dieser Regierung festgesetzten Steuern wird nur ein Teil an die Zentralregierung in Madrid abgeführt. Die ETA führt nach wie vor einen blutigen Kampf um vollständige Autonomie. Seit den sechziger Jahren sind bei Terroranschlägen der ETA insgesamt etwa 800 Menschen ums Leben gekommen. Angesichts des Grades der erreichten Autonomie stößt sie auch in der baskischen Bevölkerung auf immer stärkere Ablehnung, die sich in zahlreichen Massenkundgebungen gegen die Politik der ETA äußert.
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