Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse RippenquallenEnzyklopädieartikel
Rippenquallen, Klasse von rund hundert weit verbreiteten Arten von Meerestieren mit quallenähnlichem Aussehen. Rippenquallen tragen acht Reihen kamm- oder rippenähnlicher Platten, die wie Längengrade auf dem Körper angeordnet sind. Diese können wellenartig vor und zurück bewegt werden und dienen der Fortbewegung im Wasser. Die meisten Arten tragen an beiden Seiten des durchsichtigen Körpers zwei lange Tentakel, mit denen sie ihre Beute fangen. In der Regel sind Rippenquallen von ovaler Form. Eine Mundöffnung reicht in die Körperhöhle hinein. Rippenquallen haben kein separates Verdauungssystem; die Nahrungspartikel werden von den einzelnen Körperzellen direkt aufgenommen. Ein Sinnesorgan am Körperende, das der Mundöffnung gegenüberliegt, besteht aus einer Masse kleiner Körnchen, die über vier „Beine” (Stereovilli) mit dem Körper verbunden sind. Impulse aus diesem Organ verlaufen über die Stereovilli entlang wimperntragender Furchen in den Körper der Rippenqualle. Diese Wimpernfurchen sind zwar keine eigentlichen Nerven, erfüllen aber eine vergleichbare Funktion. Die meisten Rippenquallen sind nur 7,5 bis 10 Zentimeter lang. Eine Art, Venusgürtel genannt, erreicht jedoch rund 1,5 Meter. Sie hat einen bandförmigen Körper, der Mund befindet sich mittig auf einer Kante. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts kam es zu einer Massenvermehrung von Rippenquallen im Schwarzen Meer, die 1982 mit dem Bilgenwasser (dem im Schiffsrumpf angesammelten Wasser) eines nordamerikanischen Schiffes eingeschleppt worden waren (siehe Faunenverfälschung). Diese Plankton fressenden Rippenquallen der Art Mnemiopsis leidyi, die im Schwarzen Meer keine Nahrungsfeinde hatten und die dortige Fischfauna durch Nahrungskonkurrenz sowie durch das Erbeuten von Fischbrut schädigten, machten Anfang der neunziger Jahre eine geschätzte Gesamtbiomasse von einer Milliarde Tonnen aus. 1997 wanderte eine zweite Rippenquallenart, Beroe ovata, vermutlich aus dem Marmarameer ins Schwarze Meer ein. Beroe ovata ernährte sich im Schwarzen Meer von Rippenquallen der ersteren Art und vermehrte sich so stark, dass Mnemiopsis leidyi im Bestand zurückging. Das Schwarze Meer ist seither von beiden Arten besiedelt. Ausgehend vom Schwarzen Meer besiedelte Mnemiopsis leidyi auch das Asowsche Meer, das Marmarameer, das Mittelmeer und das Kaspische Meer; 2006 wurde sie erstmals in der Ostsee, und zwar in der Kieler Förde, nachgewiesen. Systematische Einordnung: Rippenquallen bilden die Klasse Ctenophora. Der systematische Name des Venusgürtels lautet Cestum veneris.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |