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Orchester

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Artikelgliederung
1

Einleitung

Orchester, Instrumentalensemble, das sich aus Instrumentengruppen von Streichinstrumenten, Holz- und Blechbläsern sowie Schlaginstrumenten zusammensetzt und von einem Dirigenten geleitet wird. Der Begriff bezeichnet aber auch die verschiedensten spezialisierten Instrumentalensembles, z. B. das Balalaika-Orchester, das Jazz-Orchester (Big Band) oder das indonesische Gamelan-Orchester (siehe indonesische Musik). Das Orchester war im antiken griechischen Theater der halbrunde Platz des Chores vor der Szene (Bühne).

2

Die Besetzung des Orchesters

Die Streichinstrumente, die sozusagen das „Rückgrat” des Orchesters bilden, sind in fünf Gruppen unterteilt: erste Violinen, zweite Violinen, Bratschen, Violoncelli und Kontrabässe. Die Kontrabässe spielen manchmal den gleichen Part wie die Celli, nur eine Oktave tiefer, doch meist sieht das musikalische Werk eine unabhängige Bassstimme vor. Die Anzahl der Musiker in einem modernen Orchester liegt zwischen rund zwei Dutzend und über 100. Die Standardbesetzung lautet bei den Streichern folgendermaßen: 12 bis 16 erste Violinen, 10 bis 14 zweite Violinen, 8 bis 12 Bratschen, 8 bis 10 Violoncelli und 6 bis 8 Kontrabässe.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts bestand die Gruppe der Holzbläser meist aus zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten und zwei Fagotten. Die zwei Musiker jedes Instrumentenpaares spielten dabei unterschiedliche Stimmen. Ende des 19. Jahrhunderts bürgerte sich die dreifache Besetzung jedes Holzblasinstruments ein, wobei der dritte Spieler einer Instrumentengattung manchmal auf ein verwandtes Instrument wechselte (z. B. Englischhorn, Pikkoloflöte, Kontrafagott oder Bassklarinette). Die Blechbläser umfassen in der großen sinfonischen Besetzung sechs Hörner, vier Trompeten, vier Posaunen und eine Basstuba. Diese werden mitunter durch andere Blechblasinstrumente ergänzt, z. B. durch die Kontrabassposaune oder die Wagnertuba, die auf Anregung Richard Wagners gebaut wurde und die dieser in seinen Werken besetzte, z. B. im Ring des Nibelungen. Zur Schlaginstrumentengruppe gehört meist ein Musiker, der nur die Pauken spielt, sowie ein oder zwei weitere Musiker für alle anderen Schlaginstrumente. Die grundlegende Schlaginstrumentengruppe bestand bis Mitte des 19. Jahrhunderts aus einer großen und einer kleinen Trommel, Becken und einer Triangel. Seit dem 20. Jahrhundert gibt es jedoch auch Orchesterwerke, die zehn oder mehr Musiker für die Schlaginstrumente und Dutzende verschiedener solcher Instrumente erfordern, abgesehen davon, dass es inzwischen auch über 100 verschiedene Schlaginstrumente gibt. Bei Bedarf kommen zu diesen vier Hauptgruppen (Streicher, Holz, Blech und Schlaginstrumente) noch Harfe, Klavier, Orgel u. a. hinzu.

3

Die Sitzordnung des Orchesters

Über die Standardordnung hinaus hat der Dirigent gewisse Freiheiten bei der Aufstellung des Orchesters. Meistens sitzen die ersten und zweiten Geigen links vom Dirigenten, Bratschen, Celli und Kontrabässe rechts von ihm (eine beliebte Variante besteht darin, die ersten und zweiten Geigen auf gegenüberliegenden Seiten vom Dirigenten zu platzieren; „amerikanische” Sitzordnung). Holz- und Blechbläser sitzen vor dem Dirigenten, hinter den Streichern. Am weitesten hinten befinden sich die Schlaginstrumente.

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Orchestertypen

Opern- und Ballettorchester haben mit Sinfonieorchestern die oben beschriebene Zusammensetzung gemeinsam, unterscheiden sich von ihnen aber in Herkunft und Funktion. Ein Sinfonieorchester spielt Sinfonien, Konzerte und andere musikalische Werke, die normalerweise auf der Bühne aufgeführt werden. Opern- und Ballettorchester sind Teil einer Theaterdarbietung, sie sitzen daher im Orchestergraben des Opern- bzw. Theaterhauses. Ein Kammerorchester besteht meist aus 25 oder weniger Musikern und hat einige solistisch besetzte Instrumente. In Entsprechung zur geschichtlichen Einteilung von Musik existiert auch die Einteilung in verschiedene Orchestertypen, z. B. Renaissanceorchester, Barockorchester, klassisches, romantisches und modernes Orchester.

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