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Apfelbaum

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Apfelsorten: Erntezeit und HaltbarkeitApfelsorten: Erntezeit und Haltbarkeit
Artikelgliederung
1

Einleitung

Apfelbaum, Gattung der Rosengewächse mit etwa 30 Arten.

Der Gartenapfel oder Kulturapfel basiert wahrscheinlich auf natürlichen Kreuzungen verschiedener Arten, zu denen auch der einheimische, in Wäldern und Gebüschen wachsende, bis sieben Meter hohe Holzapfel gehört. Diese auch Wildapfel genannte Art ist durch dornige Zweige und kleine, herb schmeckende, holzige Früchte gekennzeichnet. Apfelbäume gedeihen hauptsächlich in den kühlgemäßigten Regionen der Erde, Äpfel sind hier das wichtigste Obst. Äpfel werden nicht nur roh als Obst gegessen, sie werden außerdem zu Trockenäpfeln, Apfelmus, Apfelkuchen, Marmelade, Kompotts sowie zu Säften, Most (siehe Wein), Essig oder Pektin verarbeitet.

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Botanische Merkmale

Die wechselständigen, auf der Unterseite leicht behaarten Blätter des Apfelbaumes sind gesägt-gekerbt, breit-oval geformt und am Ende in der Regel spitz. Die Blüten wirken rundlich, sie stehen in wenigblütigen Doldentrauben zusammen. Manche Apfelblüten sind weiß, die meisten jedoch rosa getönt oder gestreift. Einige wenige Apfelarten blühen leuchtend rot. Holz von Apfelbäumen ist hart, haltbar und sehr fein gemasert; es wird u. a. für Holzschnitte genutzt.

Der Apfel ist im botanischen Sinn eine Scheinfrucht, weil nicht nur der Fruchtknoten, sondern auch Gewebe der Blütenachse an der Fruchtbildung beteiligt ist; diese Organe wuchern ungewöhnlich stark und hüllen das Kerngehäuse ein, das die eigentliche Frucht darstellt. Die äußeren Merkmale von Äpfeln sind recht vielfältig. Die Farbe der Schale kann zwischen grün und einem tiefen, fast schwarzen Rot liegen. Äpfel erreichen je nach Art etwa Kirsch- bis Grapefruitgröße. Sie sind von fester, fleischiger Konsistenz und bestehen u. a. zu 84 Prozent aus Wasser, zu 8 Prozent aus Rohrzucker (siehe Saccharose), zu 2 Prozent aus Rohfasern und zu 0,7 Prozent aus Fruchtsäuren. Der Gehalt an Vitamin C ist abhängig von der Sorte, er beträgt 3 bis 35 Milligramm pro 100 Gramm.

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Sorten und wirtschaftliche Bedeutung

Man geht davon aus, dass es weit über 20 000 Apfelsorten (siehe Varietät) gibt, von denen allerdings nur wenige im Handel sind. Sorten werden nach ihrem Verwendungszweck in Tafeläpfel, Kochäpfel, Mostäpfel und Zieräpfel eingeteilt. Zu den bekannten Sorten gehören Boskop, Cox’ Orange, Jonathan, Jonagold, Granny Smith, Braeburn und Golden Delicious. Heute werden Apfelsorten zumeist durch kontrolliertes Kreuzen der gewünschten Elternpflanzen entwickelt (siehe Pflanzenzüchtung). Günstige Mutationen von Standardsorten dienen ebenfalls der Entwicklung neuer Sorten.

Ende der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts betrug die Weltapfelernte jährlich etwa 55 Millionen Tonnen. Die erfolgreichsten Produzenten sind China, Russland und die Vereinigten Staaten; die führenden europäischen Apfelerzeuger sind Frankreich, Deutschland und Italien. Ein erheblicher Teil der Ernte wird zu Apfelwein (in Südwestdeutschland „Moscht”, in Hessen „Äbbelwoi”, in Frankreich „Cidre” und in Großbritannien „Cider” genannt) oder zu Branntwein verarbeitet. In manchen Regionen Deutschlands, so im Raum Frankfurt/Main, ist die Apfelweinproduktion von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Frankreich ist der führende Hersteller von Apfelbranntwein wie dem berühmten Calvados.

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Apfelanbau

Im Anbaugebiet sollten Wintertemperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen, doch dürfen keine Spätfröste auftreten, welche die Blüten schädigen würden. Frost ist zum Brechen der Knospenruhe erforderlich; die Bäume überleben Temperaturen bis -40 °C. Nur noch etwa 5 Prozent der Tafeläpfel stammen von Hochstammbäumen. Diese wurden früher vor allem in Obstwiesen angepflanzt, die artenreiche Lebensräume für Vögel, Fledermäuse, Bilche und Insekten waren. Der Trend bewegt sich heute zu größeren, wirtschaftlich einträglichen Obstplantagen mit Niederstämmen. In derartigen Anlagen kann man die Bäume bequemer pflegen, die maschinelle Schädlingsbekämpfung ist einfacher, und die Äpfel lassen sich leichter pflücken.

Apfelbäume werden zumeist vegetativ durch Veredelung vermehrt. Dabei wird ein Edelreis (Zweig der gewünschten Sorte) auf den Leittrieb einer Unterlage (robuste Sorte mit gewünschten vegetativen Wuchseigenschaften) gepfropft. Gelegentlich ist die Unterlage selbst ein vegetativ vermehrter Baum. Gleichmäßige Höhen erleichtern das Sprühen von Pestiziden (siehe Schädlingsbekämpfung) und die Ernte. Zwergwuchsformen sind beliebte Unterlagen, wenn das Platzangebot begrenzt ist.

Beim Apfelanbau werden verschiedene gartenbauliche Methoden angewandt. Eine basiert darauf, Winterdeckfrüchte auf der ganzen Plantage zu säen (siehe Bodenbewirtschaftung: Organische Substanz). Eine weitere Methode beruht auf dem fortwährenden Einsatz von Rindenmulch. Wird dauerhaft Gras gepflanzt, ist zusätzlich Mineraldünger zu verwenden, um so die verbrauchten Nährstoffe zu ersetzen.

Die meisten Apfelsorten benötigen Fremdbestäubung, um ausreichende Fruchtmengen zu liefern. Bestimmte großfruchtige (triploide) Sorten sind aufgrund ihrer genetischen Struktur (dreifacher Chromosomensatz) als Bestäuberpflanzen wertlos. Es müssen daher auf solchen Plantagen zwei diploide Sorten (zweifacher Chromosomensatz) vorhanden sein, die sich gegenseitig und zudem die triploide Sorte bestäuben.

Die Hauptkrankheiten der Äpfel sind Apfelschorf, Mehltau und Feuerbrand (siehe Pflanzenkrankheiten). Zu den tierischen Schädlingen zählen Apfelbaumgespinstmotten, Apfelwickler, Apfelblütenstecher, Blattläuse, Apfelblattsauger (Blattflöhe), Apfelsägewespen und Milben. Nagetiere, besonders Wühlmäuse, aber auch andere Kleinsäuger wie Kaninchen können den Bäumen durch Abfressen der Wurzeln oder Benagen der Rinde ernsthafte Schäden zufügen.

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