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BakterienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Ungefähr 200 Bakterienarten sind pathogen (krankheitserregend) für den Menschen. Die Pathogenität der einzelnen Arten ist sehr unterschiedlich und hängt sowohl von der Virulenz (der schädlichen Aktivität) der einzelnen Art als auch vom Zustand des Wirtsorganismus ab. Zu den virulenteren Bakterien zählen beispielsweise die Erreger von Cholera, Tetanus, Gasbrand, Lepra, Pest, Ruhr, Tuberkulose, Syphilis, Typhus, Diphtherie, Brucellose und einigen Formen der Lungenentzündung. Bis zur Entdeckung der Viren hielt man Bakterien für die Erreger aller Infektionskrankheiten. Die pathogenen Wirkungen von Bakterien auf Körpergewebe lassen sich in vier Klassen einteilen: (1) Direkte örtliche Wirkung auf das betroffene Gewebe, wie bei Gasbrand, hervorgerufen durch Clostridium perfringens;(2) mechanische Wirkung, beispielsweise wenn eine Vielzahl von Bakterien ein Blutgefäß blockiert und somit einen infektiösen Embolus (Gefäßpfropf) bildet; (3) Wirkungen durch eine Körperreaktion aufgrund der bakteriellen Infektion von Körpergeweben, z. B. Hohlraumbildung in der Lunge bei Tuberkulose oder Gewebszerstörung am Herzen durch Antikörper bei rheumatischem Fieber; (4) Wirkungen bakterieller Toxine: chemischer Stoffe, die für manche Gewebe giftig sind. Toxine sind im Allgemeinen artspezifisch. So unterscheidet sich beispielsweise das Diphtherie verursachende Toxin von dem, das Cholera hervorruft.
Verschiedene Mikroorganismen, darunter bestimmte Pilze und einige Bakterien, bilden chemische Stoffe, die auf spezifische Bakterien toxisch wirken. Solche Substanzen, z. B. Penicillin und Streptomycin, nennt man Antibiotika. Sie töten Bakterien entweder ab oder verhindern ihre Vermehrung. In den letzten Jahren spielen Antibiotika eine zunehmend wichtige Rolle bei der Bekämpfung bakterieller Erkrankungen. Siehe auch Antiseptika; Bakteriologie; Krankheit
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