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NavigationEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Position und Kurs; Kartenprojektionen; Navigationsinstrumente; Das Koppeln; Terrestrische Navigation; Peilverfahren; Funknavigation; Radarnavigation; Astronomische Navigation
Prinzipiell stellt die astronomische Navigation nichts anderes dar als eine terrestrische Höhenwinkelmessung. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass statt dem visuell ausgemachten Fußpunkt eines Objekts an Land der Horizont auf See, die Kimm, Ausgangspunkt der Messungen mit einem Sextanten ist. (In Flugzeugen eingesetzte Sextanten waren mit einem künstlichen Horizont in Form einer Libelle ausgerüstet.) Auf Schiffen wird mit dem Sextanten der Winkelabstand zwischen der Kimm und einem Gestirn gemessen, wobei der Zeitpunkt der Messung mit einem Chronometer auf die Sekunde genau festgehalten werden muss. Als Objekte stehen dabei die Sonne, der Mond, die Planeten Venus, Mars, Jupiter und Saturn sowie ausgewählte Fixsterne zur Verfügung, deren jeweilige Position am Himmel in den alljährlich erscheinenden „Nautischen Jahrbüchern” (Ephemeriden) sekundengenau vorausberechnet ist, wobei die angegebenen Zeiten sich stets auf den Nullmeridian beziehen, der durch die Sternwarte Greenwich bei London läuft (UTC: United Time Coordinated). Ein Vergleich mit dem am Sextanten abgelesenen Höhenwinkel, der mit zusätzlichen Werten jeweils noch berichtigt werden muss, mit der in den Tafeln vorausberechneten Höhenposition des Gestirns ermöglicht es, die Position des Schiffes zu bestimmen, wobei den Berechnungen das sphärisch-astronomische Grunddreieck zugrunde liegt (siehe Trigonometrie: Sphärische Trigonometrie). Als Hilfsmittel hierfür stehen u. a. Rechenverfahren wie das Semiversusverfahren, Tafelwerke wie „Fulst Nautische Tafeln” oder das dreibändige Tafelwerk „H.O. 249” zur Verfügung, das während des 2. Weltkrieges vom amerikanischen Verteidigungsministerium als Navigationshilfe für die Flugzeugbesatzungen entwickelt worden war.
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