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Myanmar

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Myanmar (Flagge und Hymne)Myanmar (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
3

Bevölkerung

Die einheimische Bevölkerung besteht zu über zwei Drittel aus Birmanen. Daneben bewohnen das Land noch mehrere einheimische Minderheiten mit jeweils eigener Sprache und Kultur. Die zahlenmäßig bedeutendsten darunter sind die Shan (9 Prozent), die Karen (7 Prozent), die Mon (2 Prozent), die Chin bzw. Tschin (2 Prozent) und die Kachin bzw. Katschin (2 Prozent). Jede dieser Gruppen bildet einen eigenen, zum Teil autonomen Staat (State). Die mit den Thai verwandten Shan leben vorwiegend an der Grenze zu Thailand; die Karen in Untermyanmar. Die Mon oder Mon-Khmer, die erste ethnische Gruppe, deren Einwanderung nach Myanmar bekannt war, haben ihren Hauptsiedlungsraum im Deltagebiet des Irawadi und vermischen sich allmählich mit der dort lebenden birmanischen Mehrheit.

Die mit ethnischen Gruppen des benachbarten indischen Bundesstaates Assam verwandten Chin sind in den Bergländern im Nordwesten des Landes angesiedelt und leben in erster Linie vom Fischfang und von der Jagd. In der Chin-Gesellschaft werden die einzelnen Gruppen von absoluten Herrschern regiert, die gewöhnlich auch die obersten Priester der traditionellen Religion sind. Die Kachin, ein Bergvolk, leben vorwiegend im äußersten Norden Myanmars an der chinesischen Grenze und sind mit den Chinesen verwandt. Das Herrschertum ist bei ihnen erbrechtlich geregelt. Außerdem gibt es in der birmanischen Bevölkerung noch bedeutende, aus Indien und China eingewanderte Minderheiten, darunter vor allem die Rohingya, die 4 Prozent der Bevölkerung stellen.

Die Einwohnerzahl Myanmars beträgt etwa 47,8 Millionen (2008), woraus sich eine Bevölkerungsdichte von 73 Einwohnern pro Quadratkilometer ergibt, eine der geringsten in Südostasien. Die Bevölkerung lebt zu 69 Prozent in ländlichen Gebieten; die meisten städtischen Gebiete sind im Grunde größere Dörfer, die von der Landwirtschaft leben. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 62,9 Jahre.

3.1

Wichtige Städte

Das Land ist in Myanmar selbst und in die sieben Staaten (States) Chin, Kachin, Karen, Kayah, Mon, Arakan und Shan gegliedert. Myanmar wiederum besteht aus sieben Provinzen (Divisions): Irawadi, Magwe, Mandalay, Pegu, Rangun, Sagaing und Tenasserim.

Rangun, heute Yangon genannt, ist die Hauptstadt und zugleich der wichtigste Seehafen des Landes (3,87 Millionen Einwohner). Der Regierungssitz befindet sich seit Ende 2005 in Pyinmana im Landesinneren. Das in Mittelmyanmar gelegene Mandalay (802 000 Einwohner) ist ein wichtiges Handelszentrum. Weitere bedeutende Städte sind Moulmein (220 000) am Golf von Martaban und Akyab (108 000), ein bedeutender Seehafen am Golf von Bengalen.

3.2

Sprache und Religion

Die Amtssprache ist das Birmanische, das zu den siehe sinotibetischen Sprachen gehört und von etwa zwei Dritteln der Bevölkerung gesprochen wird. Das birmanische Alphabet stützt sich auf das Sanskrit und auf eine Form des Alphabets der Pali-Sprache, in der die heiligen Schriften des Buddhismus überliefert sind (siehe indische Sprachen). Rund 15 Prozent der Bevölkerung sprechen Shan und Karen, der übrige Teil spricht Mon; gebildete Birmanen sprechen außerdem Englisch. Zudem gibt es eine beachtliche Anzahl von chinesischsprachigen Menschen im Land.

Über 85 Prozent aller Birmanen sind Buddhisten, von denen die meisten der Theravada-Richtung angehören. Daneben gibt es kleine hinduistische, muslimische und christliche Glaubensgemeinschaften.

3.3

Soziales

1956 startete die Regierung ein Sozialversicherungsprogramm zur medizinischen Versorgung. Es wird von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Regierung finanziert.

Die medizinische Versorgung wurde in großem Umfang erweitert, und seit 1964 nahm die Zahl der Krankenstationen, Apotheken und Krankenhäuser ständig zu. Es kommen 1 667 Einwohner auf ein Krankenhausbett, für 2 816 Einwohner steht ein Arzt zur Verfügung. Myanmar hat seit langem mit dem Auftreten von Lepra, Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten zu kämpfen. Dagegen ist die Anzahl der Malariafälle durch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützte Maßnahmen stark zurückgegangen. Die Anzahl der an AIDS (AIDS: acquired immune deficiency syndrome) erkrankten Personen nahm Anfang der neunziger Jahre stark zu (2005: 350 000 Infizierte).

4

Bildung und Kultur

Die birmanische Zivilisation ist weitgehend von indischen Einflüssen geprägt. Allerdings haben die Birmanen gewisse indische Institutionen wie das Kastenwesen nicht übernommen. Außerdem haben sie ihre Sprache und ihre Literatur beibehalten.

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