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Zentralamerika

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Zentralamerika: BildergalerieZentralamerika: Bildergalerie
Artikelgliederung
2.3

Flüsse und Seen

Die längsten Flüsse in Zentralamerika fließen in das Karibische Meer, während viele kleine Flüsse in den Pazifik münden. Zu den längeren Flüssen gehören Motagua in Guatemala; Ulúa, Aguán und Patuca in Honduras; Coco, der einen Teil der Grenze zwischen Honduras und Nicaragua bildet; Río Grande und Escondido in Nicaragua; und San Juan, der einen Abschnitt der Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica darstellt. Einige der in das Karibische Meer entwässernden Flüsse sind mit kleinen Schiffen befahrbar, während die in den Pazifik mündenden aufgrund ihres stärkeren Gefälles bzw. der geringen Wassertiefe für die Schifffahrt nicht nutzbar sind.

In Zentralamerika gibt es drei große Seen: den Nicaraguasee und den Managuasee in Nicaragua und den Gatunsee in Panamá. Ein Teil des Panamákanals, Schifffahrtsweg zwischen dem Atlantik und dem Pazifik, führt durch den Gatunsee.

2.4

Klima

Die Temperaturen in Zentralamerika, das zwischen dem nördlichen Wendekreis und dem Äquator liegt, verändern sich vor allem mit der Höhe, weniger nach der geographischen Breite. Aufgrund der Lage in den Tropen sind die Temperaturen ganzjährig hoch. Drei Temperaturzonen lassen sich unterscheiden: Die tierra caliente („heißes Land”) erstreckt sich vom Meeresspiegel bis zu einer Höhe von etwa 900 Metern; die mittlere Jahrestemperatur liegt bei über 24 °C. Die tierra templada („gemäßigtes Land”) reicht von etwa 900 bis 1 800 Meter; die durchschnittliche Jahrestemperatur bewegt sich zwischen 18,3 und 24 °C. Tierra fría („kaltes Land”) ist in Höhen oberhalb von 1 800 Metern verbreitet; hier herrschen mittlere Jahrestemperaturen zwischen 12,8 und 18,3 °C.

Die karibische Küste und die östlichen Berghänge erhalten im Allgemeinen eine doppelt so hohe jährliche Niederschlagsmenge wie die pazifische Küste und die westlichen Berghänge. Die relative Trockenheit der pazifischen Hänge ist auf das Vorhandensein kühler, stabiler Luft zurückzuführen, die durch den kalten Kalifornischen Strom erzeugt wird. Ähnlich dem Humboldt-(Peru-)Strom an der peruanischen Küste kühlt auch dieser Strom die Luft ab. Dadurch kann die Luft nur wenig Wasserdampf aufnehmen, so dass die Werte der relativen Luftfeuchte und damit die Möglichkeiten für Niederschläge verringert werden. Im Gegensatz dazu erlaubt das warme Wasser des Karibischen Meeres der Luft die Aufnahme von übermäßig viel Feuchtigkeit, die dann von den vorherrschenden östlichen Winden auf das Festland gebracht wird. Am stärksten sind die Regenfälle entlang der Moskitoküste im östlichsten Teil Nicaraguas. So beträgt der jährliche Niederschlag in San Juan del Norte etwa 6 350 Millimeter. In den Hochbecken im Windschatten der hohen Gebirge ist es demgegenüber relativ trocken. Hier werden mitunter Jahresniederschläge von 600 Millimetern unterschritten.

Die zentralamerikanische Landbrücke wurde wiederholt von Hurrikans erreicht, die vor allem in den küstennahen Gebieten schwere Zerstörungen anrichteten. Besonders starke Verwüstungen löste im Herbst 1998 der Hurrikan „Mitch” aus.

2.5

Flora

Zentralamerika hat eine reichhaltige Pflanzenwelt. Auf der Landbrücke vermischen sich botanische Elemente von Nord- und Südamerika. Die tropischen Tiefland- Regenwälder in der Ebene der karibischen und pazifischen Küste entsprechen den Selvas, den tropischen Regenwäldern Südamerikas. Das trifft besonders auf den Bereich unterhalb von etwa 1 000 Meter Höhe zu. Ausgiebige Regenfälle und die hohe Luftfeuchtigkeit lassen eine Vielzahl unterschiedlicher Arten von Baumfarnen, Lianen und Epiphyten wachsen. Die Pflanzenwelt in Höhen zwischen 1 000 und 1 600 Metern mit den Kieferngewächsen und den Eichenwäldern ähnelt der Flora der mexikanischen Hochländer. Die Baumgrenze der Eiche liegt bei etwa 3 200 Metern, Kiefern können bis in Höhen von etwa 4 000 Metern verbreitet sein. In höheren Lagen Guatemalas wachsen Gräserarten, die man auch in Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika findet. In Höhen über 3 100 Meter gibt es hohe Gräser, die vergleichbar sind mit denen, die oberhalb der Baumgrenze in den Anden in Südamerika wachsen.

2.6

Fauna

Auch der größte Teil der Tierwelt in Zentralamerika ähnelt der in Süd- und Nordamerika. Das Opossum findet man auch in Südamerika, ebenso wie Jaguar, Ozelot, Wieselkatze und Langschwanzkatze, die zur Familie der Katzen gehören. Im Gegensatz dazu sind Puma, Graufuchs und Kojote nordamerikanischen Ursprungs. Gürteltiere, Ameisenbären und Faultiere leben auch in Südamerika, Hirsche in Nordamerika. Die große Rundschwanzseekuh, ein im Wasser lebender Pflanzenfresser, überlebt in den isolierten Lagunen des östlichen Zentralamerika. Die Seekuh ist wie die großen Suppenschildkröten und die Leguane Nahrungsmittel. Zentralamerika ist Lebensraum für eine Reihe von Schlangen, darunter die Boa constrictor und der Buschmeister. Papageien, der Quetzal (Wappenvogel Guatemalas) und der Tukan sind in großer Zahl verbreitet. Unter den zahlreichen Fischarten sind besonders die Haie im Nicaraguasee erwähnenswert. Der See hat keine Verbindung zum Meer.

3

Bevölkerung

Die meisten Zentralamerikaner leben auf der pazifischen Seite der Landenge, und zwar sowohl im Flachland als auch im Hochland. Die regnerischen, bewaldeten Hänge und die Küste am Karibischen Meer sind dagegen relativ gering besiedelt.

Die Mehrzahl der Bevölkerung Zentralamerikas sind Indianer und Mestizen (Menschen gemischter Herkunft, hauptsächlich spanisch-indianischer Abstammung). In der Küstenregion am Karibischen Meer leben vorrangig Schwarze und Mulatten (Menschen gemischter weißer und schwarzafrikanischer Herkunft). Etwa die Hälfte der Bevölkerung Belizes ist ganz oder teilweise schwarzafrikanischer Abstammung. Die große Mehrheit der Einwohner Costa Ricas ist spanischer Herkunft. Ungefähr 90 Prozent der Einwohner von El Salvador und Honduras sind gemischt spanisch-indianischer Herkunft. In Guatemala sind etwa 45 Prozent der Bevölkerung Indianer, die meisten der restlichen Einwohner sind Mestizen. Nur in Guatemala stellen die Indianer, die ursprünglichen Bewohner der zentralamerikanischen Region, immer noch die stärkste Bevölkerungsgruppe. Rund 70 Prozent der Einwohner in Nicaragua und Panamá sind Mestizen. Außerdem lebt in Panamá eine große Minderheit Schwarzer. Im Allgemeinen ist das indianische Erbe in den südlichen Ländern Nicaragua, Costa Rica und Panamá weniger deutlich.

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