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Windows Live® Suchergebnisse FabliauEnzyklopädieartikel
Fabliau (französisch, zu lateinisch fabella: kleine Erzählung), kurze Schwankerzählung, die in der Regel eine Länge von 300 bis 400 Zeilen hat und in achtsilbigen Reimpaaren verfasst ist. Das Fabliau enthält realistische, mitunter erotisch-derbe Details, karikiert die menschlichen Schwächen und zeigt grobe Respektlosigkeit gegenüber der Obrigkeit. Fabliaux, die von wandernden Spielmännern gedichtet und vorgetragen wurden, entstanden von Mitte des 12. bis Mitte des 14. Jahrhunderts in Frankreich. Die mittelhochdeutsche Schwanktradition ist stark vom Fabliau beeinflusst. Von der ursprünglich großen Zahl von Fabliaux sind ungefähr noch 150 erhalten. Nur von etwa 20 Fabliaux sind die Verfasser bekannt. Französische Prosaschriftsteller des 14. bis 16. Jahrhunderts wurden stark von dem Fabliau beeinflusst. Viele mittelenglische Schriftsteller wie Geoffrey Chaucer, dessen Meisterwerk The Canterbury Tales (Die Canterbury-Geschichten, 1478) sechs Fabliaux enthält, bedienten sich dieser Kurzform. Später nutzten Schriftsteller wie Giovanni Boccaccio, Shakespeare und Molière Materialien des Fabliau in ihren Werken. Aufgrund seiner charakteristischen Kürze und der Betonung von Handlung und Höhepunkt wird das Fabliau als Vorgänger der Kurzgeschichte betrachtet.
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