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Windows Live® Suchergebnisse PatrilineageEnzyklopädieartikel
Patrilineage (von lateinisch pater: Vater und linia: Linie), in der Soziologie und Ethnologie Bezeichnung für ein gesellschaftliches Ordnungssystem, bei dem die Abstammung durch die väterliche Linie bestimmt wird und alle Kinder den Namen des Vaters tragen oder zu seinem Clan gehören (Patrilinearität). Die patrilineare Organisation einer Gesellschaft tangiert oft auch Erbschaftsfragen: materielle Güter und soziale Privilegien werden über die männliche Linie weitervererbt. Eine Sonderform dieser Erbfolge ist die Primogenitur, bei der der älteste Sohn Alleinerbe ist. Die im Alten Testament beschriebene hebräische Gesellschaft war strikt patrilinear organisiert. Heute noch gibt es patrilinear strukturierte Nomadenvölker, vor allem in der Arabischen Wüste und in den Steppen Zentralasiens. Auch die antike griechische und die antike römische Gesellschaft waren nach der väterlichen Linie ausgerichtet. Von der patrilinearen Struktur des mittelalterlichen Europa haben sich in manchen modernen Gesellschaften noch Rudimente erhalten, so etwa die Weitergabe des Familiennamens durch die männliche Linie oder die Vererbung des Eigentums ausschließlich an männliche Nachkommen. Das Gegenteil der Patrilinearität ist die Matrilinearität (siehe Matrilineage).
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