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Windows Live® Suchergebnisse Deng XiaopingEnzyklopädieartikel
Deng Xiaoping, auch Teng Hsiao-p’ing (1904-1997), chinesischer Politiker, der zwei Säuberungswellen überlebte und nach Maos Tod zum mächtigsten Mann Chinas aufstieg. Deng wurde am 22. August 1904 als Sohn eines Landbesitzers in Jiading (Chia-ting), Provinz Sichuan,geboren und studierte Anfang der zwanziger Jahre in Frankreich. Dort trat er in die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) ein, und nach seiner Rückkehr nach China stieg er über verschiedene Posten in der Hierarchie der Partei auf. Er schloss sich um 1930 Mao Tse-tung in Jiangxi an und nahm am Langen Marsch (1934/35) teil. Während des Japanisch-Chinesischen Krieges (1937-1945) war Deng Politkommissar in der Armee, und 1945 wurde er in das Zentralkomitee der KPCh aufgenommen. Nach dem Zusammenbruch der nationalistischen Regierung und der Ausrufung der Volksrepublik China 1949 stieg Deng unter Maos Protektion rasch in den innersten Führungskreis der KPCh auf; er wurde stellvertretender Ministerpräsident (1952), Mitglied des Politbüros (1955) und Generalsekretär des Zentralkomitees (1956-1967). Im Gegensatz zum Dogmatiker Mao, der an seinem revolutionären Kurs festhielt, vertrat Deng eine pragmatische Richtung, besonders nach dem katastrophalen Fehlschlag von Maos Großem Sprung. Wegen seines pragmatischen Kurses war Deng während der Kulturrevolution heftigen Angriffen ausgesetzt. 1967 wurde er, da er angeblich eine kapitalistische Politik verfolgte, seiner Ämter enthoben. Er verschwand von der Bildfläche, bis Zhou Enlai ihn 1973 als stellvertretenden Ministerpräsidenten wieder zurückholte; 1973 kehrte er ins Zentralkomitee und 1974 ins Politbüro zurück, und 1975 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Zentralkomitees und Generalstabschef. Nach Zhous Tod Anfang 1976 wurde Deng von der so genannten Viererbande erneut gestürzt; aber nach Maos Tod 1976 und der Verhaftung der Viererbande wurde er unter Hua Guofeng 1977 rehabilitiert und wieder in alle seine Ämter eingesetzt. Nachdem Deng seinerseits Hua entmachtet hatte, stieg er zum führenden Mann in China auf, beförderte seine Protegés Zhao Ziyang und Hu Yaobang in hohe Ämter und begann, seinen pragmatischen Kurs in die Praxis umzusetzen. Dengs Reformen erstreckten sich auf Wirtschaft und Gesellschaft; sie sollten zu Eigeninitiative und zu Wachstum anspornen und mittels Überzeugungsarbeit auf der Grundlage eines allgemeinen Konsenses durchgesetzt werden. Deng rationalisierte die Planwirtschaft, entließ Unternehmen aus der staatlichen Kontrolle und erklärte den Profit zum Leitprinzip des Wirtschaftslebens. Sein übergeordnetes Ziel war die Stärkung und Stabilisierung Chinas und die Sicherung der kommunistischen Herrschaft. 1980 wurde China Mitglied des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank; Sonderwirtschaftszonen und andere Initiativen sollten im Zuge der Öffnung Chinas ausländische Investoren anlocken. Dengs offizielle Ernennungen zum Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission (1981-1989) und der Zentralen Beratungskommission (1982-1987) verschleierten seine tatsächliche Macht; seine Kontrolle über das Militär war äußerst wichtig für den Erhalt seiner Führungsposition. Außenpolitisch baute er nach dem Bruch mit der Sowjetunion 1963 die Beziehungen zu Japan und den USA aus, und erreichte 1984 die Rückgabe der britischen Kronkolonie Hongkong an China für 1997. Dengs Politik führte zu einem rasanten Wirtschaftswachstum, verursachte aber auch unvorhergesehene soziale und politische Spannungen, als offensichtlich wurde, dass Deng trotz aller Reformen nicht beabsichtigte, die Führungsrolle der Kommunistischen Partei gefährden zu lassen. Deng zeichnete für die blutige Niederschlagung der prodemokratischen Massendemonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 verantwortlich und entließ seinen ehemaligen Protegé Zhao Ziyang, der der Demokratiebewegung zu viel Sympathie entgegengebracht hatte. Deng trat nach und nach von allen Ämtern zurück, zuletzt 1990 als Oberbefehlshaber der Armee; auch ohne offizielles Amt blieb er der einflussreichste Politiker Chinas. Er verfocht weiterhin unter der Parole „Reichwerden ist wunderbar” seinen Wachstumskurs, während auf der anderen Seite demokratische Initiativen unterdrückt und das kommunistische Machtmonopol von Konservativen wie Li Peng aufrechterhalten wurde. Der wirtschaftliche Aufschwung Chinas hielt weiter an, nach wie vor aber auf Kosten der Provinzen zugunsten der Zentrale; der innere Friede konnte nur durch offene oder angedrohte Gewalt, letzten Endes durch Dengs Verbindungen zum Militär aufrechterhalten werden. Dengs gesundheitlicher Verfall in den letzten Jahren bot Stoff für unaufhörliche Spekulationen. Ab 1994 trat er krankheitsbedingt nicht mehr in der Öffentlichkeit auf und spielte in der Politik wohl nur noch eine marginale Rolle; auch war er nicht mehr im Stande, ein überzeugendes Konzept für das China der Nach-Deng-Zeit vorzulegen. Deng starb am 19. Februar 1997 in einer Hongkonger Klinik.
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