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Chirurgie

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Artikelgliederung
1

Einleitung

Chirurgie, Behandlung von Krankheiten und Behebung von Deformationen oder körperlichen Schäden durch manuelle und operative Verfahren mit oder ohne Verwendung von Arzneimitteln.

Dieser medizinische Fachbereich wird je nach Art des angewandten Verfahrens unterteilt: Die allgemeine Chirurgie befasst sich mit allen Arten von Fällen, die orthopädische Chirurgie behandelt Fehlbildungen des Stützapparats; in der plastischen Chirurgie wird Gewebe wiederaufgebaut, und verlorene Körperteile werden (hauptsächlich durch Gewebsverpflanzungen) wiederhergestellt. Die Chirurgie lässt sich auch nach dem behandelten Körperbereich unterteilen, etwa in Hirnchirurgie (Intracranialchirurgie), Ohr- oder Auralchirurgie, Herzchirurgie und Abdominalchirurgie (den Bauchbereich betreffend). Viele Faktoren haben zur Entwicklung der Chirurgie beigetragen, etwa die allmähliche Erweiterung der Kenntnisse in Anatomie (Lehre vom Bau und Zustand des Körpers) und Physiologie (Lehre von den normalen Lebensvorgängen), die Entdeckung des Blutkreislaufs, die Herstellung immer präziserer Mikroskope, die Entdeckung der Röntgenstrahlen und die Erfindung verbesserter Instrumente und Apparate wie Laser- und Ultraschallgeräte. Die Entdeckung der Anästhesie (Schmerzausschaltung) und Antisepsis (Maßnahmen zur Erzielung eines Zustands bedingter Keimfreiheit) hat die Möglichkeiten der Chirurgie bedeutend erweitert, so dass Patienten, die vormals nur mit Salben und Medikamenten behandelt werden konnten, heute operierbar sind. Weitere Informationen findet man in den jeweiligen Artikeln über die meisten der hier erwähnten Ärzte, Organe und Krankheiten.

2

Frühgeschichte

Grundlegende Verfahren der allgemeinen Chirurgie waren in vielen verschiedenen Gesellschaften schon in der Frühzeit bekannt. Wissenschaftlich orientierte chirurgische Techniken wurden ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. angewandt.

2.1

Altertum

Die alten Ägypter sollen bereits Operationen wie Kastration, Lithotomie (Blasensteinentfernung), Amputation und verschiedene Eingriffe am Auge durchgeführt haben. In Indien waren die Hindus mit operativen Verfahren, beispielsweise zur Behandlung von Knochenbrüchen oder zur Entfernung von Blasensteinen, vertraut. Man schreibt ihnen auch zu, die Anfänge der plastischen Chirurgie eingeleitet zu haben. Die Chirurgie der alten Griechen wurde größtenteils auf dem Schlachtfeld praktiziert. Sie scheint ebenso wie ihre sonstige medizinische Praxis aus dem Ägypten des Altertums abgeleitet worden zu sein. In Rom waren bis zur Zeit des griechischen Arztes Hippokrates Medizin und Chirurgie stark mit religiösen Aspekten verbunden, und ihre Ausübung war Priestern vorbehalten. Hippokrates befasste sich in seiner Praxis, seinen Studien und Schriften sowohl mit der Medizin als auch mit der Chirurgie. Bis zum Aufkommen der alexandrinischen Schule (233-230 v. Chr.) war kaum ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Begründer dieser Lehre war der griechische Anatom und Chirurg Herophilos.

2.2

Mittelalter

Mittelalterliche Chirurgie wurde seit dem Niedergang der alexandrinischen Schule bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts praktiziert. Der römische Arzt Aulus Cornelius Celsus, der griechische Arzt und Philosoph Galen von Pergamon und Paul von Aegna, ein griechischer Chirurg des ausgehenden 7. Jahrhunderts, prägten die Entwicklung der Chirurgie im Mittelalter. Einflüsse aus der byzantinischen und arabischen Medizin förderten diese Entwicklung. Gegen Ende jener Periode brachte Europa, insbesondere Italien, viele berühmte Chirurgen hervor. Außerhalb Italiens begann man zu dieser Zeit, Medizin und Chirurgie voneinander zu trennen. In Frankreich wurde etwa Mitte des 13. Jahrhunderts ein neuer chirurgischer Orden gegründet, der sich von den Badern und Barbieren unterschied, die ebenfalls operierten. In einigen Ländern wurden Vereinigungen oder Gilden gebildet. In England gewährte König Edward IV. (1461) der Corporation of Barber Surgeons einen Freibrief. Der Freibrief der Chirurgen von London wurde durch König Heinrich VIII. bestätigt.

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