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  • Erasmus von Rotterdam Zitate und Sprüche

    Zitate und Sprüche von Erasmus von Rotterdam. ... Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.

  • Erasmus von Rotterdam – Wikipedia

    Erasmus (Desiderius) von Rotterdam (* 27. Oktober 1465 [oder 1469] in Rotterdam; † 12. Juli 1536 in Basel) war einer der bedeutendsten Gelehrten des europäischen Humanismus.

  • Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium

    Die Arbeitsgemeinschaft Jugend forscht erhält einen Geldpreis in Höhe von 250 €. Den jungen Forscherinnen und Forschern einen herzlichen ...

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Erasmus von Rotterdam

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1

Einleitung

Erasmus von Rotterdam, auch Erasmus Desiderius, (1466 oder 1469 bis 1536), niederländischer Theologe und Gelehrter, einer der bedeutendsten Humanisten.

2

Leben

Erasmus wurde als unehelicher Sohn des Priesters Roger Gerard und einer Arzttochter am 28. Oktober 1466 (oder 1469) in Rotterdam geboren. In Deventer und Herzogenbusch besuchte er Ordensschulen und trat nach dem Tod seiner Eltern in das Augustinerkloster Steyn bei Gouda ein. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1492 wurde er Sekretär des Bischofs von Cambrai, der ihn zum Studium der Theologie nach Paris schickte. Im Rahmen seiner theologischen Studien entwickelte er sich immer mehr zum Kritiker der erstarrten Scholastik. Erasmus blieb nicht im Kloster, sondern widmete sich einem weltlichen Broterwerb; vom Papst wurde er von seinem Ordensgelübde entbunden.

Ab 1499 begab er sich auf zahlreiche Reisen nach Italien, England und in die Schweiz. Seinen Lebensunterhalt bestritt er als Privatlehrer. In diesen Jahren entstanden einige seiner Schriften, und er pflegte stets eine umfangreiche Korrespondenz – (etwa 1 500 seiner über 3 000 Briefe sind erhalten) – mit den wichtigsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Auf einer seiner Reisen nach England lernte Erasmus auch Thomas More kennen. Während eines Aufenthalts in Italien erwarb Erasmus an der Universität von Turin den Doktorgrad. Erasmus starb am 12. Juli 1536 in Basel.

3

Werke

Eine Sammlung lateinischer und biblischer Sprichwörter, Collectanea adagiorum, die erstmals 1500 erschien (1508 dann in erweiterter Fassung), begründete seinen Ruhm. Er forderte in seinen Schriften, u. a. im Enchiridion militis christiani (Handbüchlein des christlichen Soldaten, 1503), eine Rückkehr zur einfachen christlichen Ethik, übte Kritik an der weltlichen und kirchlichen Herrschaft und wandte sich gegen die rationalistisch geprägte Scholastik. In seiner berühmten satirischen Schrift Encomium moriae (Das Lob der Torheit, 1509), die er Thomas More widmete, trat er für Menschlichkeit und ein natürliches Selbstgefühl ein, polemisierte gegen den Adel und kriegführende Fürsten, gegen Mönche und Gelehrte.

Mit seinem Novum instrumentum omne (1516) machte er den griechischen Text des Neuen Testaments in einer neuen lateinischen Übersetzung (mit kritischen Kommentaren versehen; 1517-1524) zugänglich. Seine Übersetzung war der Vulgata an Genauigkeit überlegen, und der ihr zu Grunde liegende griechische Text diente Martin Luther als Basis für seine Bibel-Übertragung des Neuen Testaments ins Deutsche. In seiner Einleitung forderte Erasmus ein an der Bergpredigt ausgerichtetes Christentum ohne Dogma und Aberglauben. Mit seinem Lob der Torheit und Bibelkommentaren übte Erasmus einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung der Reformation aus.

Pädagogische Schriften veröffentlichte Erasmus 1511 (De Ratione Studii), 1518 (Colloquia familiaria; Gespräche) und 1529 (De Pueris Satim ac Liberaliter Instituendis). Kindern sollten nach seiner Auffassung bereits vor dem Eintritt in die Schule im Elternhaus Grundkenntnisse des Lateinischen und der christlichen Religion vermittelt werden. In den Colloquia familiaria gab er darüber hinaus ironische Anregungen zum täglichen Leben und trat für die Bildung der Frau ein.

Im Jahr 1517 veröffentlichte Erasmus einen Fürstenspiegel (Institutio principis christiani; Fürstenerziehung) und seine Friedensschrift (Querela pacis; Klage des Friedens).

Während dieser Zeit, als die Reformation unter Martin Luther immer mehr Anklang fand, trat Erasmus einer Vereinnahmung durch die katholische oder die reformatorische Partei entgegen. Seine Kritik an der Amtskirche und an abergläubischen Überzeugungen ließen ihn in Verdacht geraten, Lutheraner zu sein. Doch er wandte sich explizit gegen Luther und dessen Stellungnahme während des Bauernkrieges, die Erasmus „grausam” nannte.

Um seine eigene theologische Position zu verdeutlichen, veröffentlichte Erasmus die Schrift De libero arbitrio diatribe sive collatio (Vom freien Willen, 1524), in der er sich gegen Luthers Auffassung wandte, der die Freiheit des menschlichen Willens bestritten hatte. Auf Luthers Erwiderung (De servo arbitrio, 1525) reagierte Erasmus wiederum mit der Polemik Hyperaspistes (1526). Dies führte zum endgültigen Bruch zwischen ihm und dem Reformator.

Zusammen mit dem Basler Buchdrucker Johann Froben(ius), der die meisten seiner Werke druckte, brachte Erasmus zwischen 1520 und 1530 mehrere wissenschaftliche Ausgaben der Schriften der Kirchenväter heraus: 1521 Cyprianus, 1523 Hilarius, 1526 Irenänus, 1527 Ambrosius und Origenes 1527 bis 1529 Augustinus und 1530 Johannes I. Chrysostomos.

Sein Kampf gegen Ignoranz, Aberglauben und autoritäre traditionelle Strukturen war von humanistischen Überzeugungen, insbesondere von der Freiheit des Geistes getragen. Trotz des Verbots seiner Werke nach seinem Tod auf dem Konzil von Trient (1545-1563) und der ablehnenden Haltung vieler Protestanten gegenüber seinen Schriften, übte er als zentrale Figur des Humanismus großen Einfluss auf die europäische Geistesgeschichte aus. Erasmus verstand sich als Gelehrter und Literat, nicht so sehr als Theologe.

Die Universität seiner Heimatstadt Rotterdam ist nach ihm benannt, ein europäisches Studentenaustauschprogramm trägt seinen Namen und seit 1958 wird der so genannte Erasmus-Preis (Praemium Erasmianum) von der Fondation Européenne de la Culture in Amsterdam für besondere Verdienste um die europäische Kultur vergeben. Preisträger waren bisher u. a. Karl Jaspers (1959) und Martin Buber (1963).

Weitere Werke sind: Opera omnia (11 Bde. herausgegeben von J. Clericus, 1703-1706; Nachdruck in 10 Bänden, 1961-1962), Opus epistolarum (12 Bde. herausgegeben von P. S. Allen, 1906-1958), und Ausgewählte Schriften (lateinisch-deutsch, 8 Bde. herausgegeben von W. Welzig, 1967-1980).

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