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Pierre-Charles L’Enfant

Enzyklopädieartikel

Pierre-Charles L’Enfant (1754-1825), französischer Architekt, Ingenieur und Planer der neuen amerikanischen Hauptstadt Washington. Geboren in Paris und ausgebildet in Frankreich, trat er aus Begeisterung für die Sache der amerikanischen Unabhängigkeit 1777 als Freiwilliger in die amerikanische Armee ein. Seine Tapferkeit fand die Bewunderung George Washingtons, die ihm nach seinem Ausscheiden aus der Armee 1784 einige Staatsaufträge einbrachte. So war er für den Entwurf des alten Rathauses in der New Yorker Wall Street verantwortlich (zerstört 1842), wo 1789 erstmals der amerikanische Kongress zusammentrat.

Zwei Jahre später beauftragten ihn George Washington und Thomas Jefferson mit dem Entwurf der neuen Hauptstadt Washington. L’Enfants grandiose Planung sah breite Prachtstraßen vor, die von Capitol Hill ihren Ausgang nahmen und von rechteckigen und runden Parkanlagen unterbrochen wurden, während das Straßenraster einer streng rechtwinkeligen Gliederung folgte. Man begann unter seiner Leitung mit der Verwirklichung, doch als die Kosten ins Unermessliche stiegen, wurde L’Enfant, der sich wenig darum scherte und sich immer wieder mit staatlichen Funktionären überwarf, 1792 seiner Funktion enthoben. 1825 starb er verarmt nach einer Reihe von gescheiterten Projekten. Nachfolgende Generationen wussten seine architektonischen Visionen jedoch durchaus zu würdigen. So griff man 1889 seine Pläne für die Hauptstadt wieder auf, die im 20. Jahrhundert fast alle in die Tat umgesetzt wurden.

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