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Windows Live® Suchergebnisse GletscherEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Gebirgsgletscher; Vorlandgletscher; Plateaugletscher; Eiskappen; Inlandeis; Glazialerosion
Gletscher, langsam strömende Eismassen der Hochgebirge und hohen Breiten. Gletscher bilden sich oberhalb der Schneegrenze, wo mehr Schnee fällt als im Jahresdurchschnitt wieder taut. In diesem so genannten Nährgebiet bildet sich durch wiederholtes Auftauen und Gefrieren und die Komprimierung durch den Druck der darüber lagernden Schneemassen unter Umkristallisation und Austreibung des Sauerstoffs aus dem Schnee über Zwischenstufen wie Firn schließlich das bläuliche Gletschereis. Dieses wird mit zunehmender Mächtigkeit am Grunde plastisch verformbar und kann somit der Schwerkraft folgend als Gletscher talwärts fließen. Im so genannten Zehrgebiet beginnt der Gletscher zu schmelzen. Nach Relief, Ausdehnung und Klimazonen der Gletscherregion lassen sich fünf Grundtypen unterscheiden: Gebirgsgletscher, Vorlandgletscher, Plateaugletscher, Eiskappen und Inlandeis.
Sie bilden sich in Hochgebirgen und sind der uns aus den Alpen bekannte Gletschertyp. Untertypen reichen vom Firngletscher über den Talgletscher bis hin zum Vorlandgletscher. Der Untertypus des Talgletschers besteht aus einer Firnmulde (sie entspricht etwa dem Nährgebiet) und der Gletscherzunge (dem Zehrgebiet entsprechend), die in ihrem Verlauf einem Tal folgt und dieses mehr oder weniger ausfüllt und erodiert. Beim Firnfeldgletscher fehlt die Gletscherzunge, er bildet sich isoliert in geschützten Höhenlagen. In ausgedehnten Gletschergebieten können mehrere Gletscher zusammenfließen (in den Alpen z. B. der Aletschgletscher oder der Gornergletscher) und ein Eisstromnetz bilden. Die Fließgeschwindigkeiten der Gletscher variieren stark; beim Rhônegletscher wurden mehr als 100 Meter, beim grönländischen Karajakgletscher 6,5 Kilometer pro Jahr gemessen. Die Schmelzwässer der Gletscher treten an ihrer Stirn durch die Gletschertore ins Freie. Der Bergschrund entsteht in den Firnmulden zwischen dem unbeweglichen, am Felsen festgefrorenen Eis und dem beweglichen Gletschereis, während die Randkluft Fels und Eis trennt. Bedingt durch den unregelmäßigen Untergrund und interne Spannungen kann die Eismasse zerreißen, es entstehen Gletscherspalten, die in Längs-, Quer- und Randspalten unterschieden werden. Fließt der Gletscher über eine größere Unebenheit, kann er oberflächlich so aufreißen, dass man von einem Gletscherbruch spricht. Aus dem angehäuften Verwitterungsschutt der angrenzenden Felswände entstehen die Seitenmoränen. Fließen zwei Gletscher aus benachbarten Tälern zusammen, so vereinigen sich die innen liegenden Seitenmoränen zu einer Mittelmoräne, die in der Mitte der Gletscherzunge weiterläuft. Aus dem abgeschürften Schutt des Untergrunds setzt sich die Grundmoräne zusammen. An seiner Stirnseite schiebt der Gletscher die Endmoräne vor sich her. Die Moränen markieren nach dem Abschmelzen (Rückzug) des Gletschers seine Ausdehnung.
Sie gehören zu den Gebirgsgletschern und bilden sich bei starker Vergletscherung von Hochgebirgen, wenn Gletscherzungen am Fuß des Gebirges zusammenfließen. Dieser Gletschertyp bedeckte während der Eiszeit im Quartär weite Teile Nord- und Süddeutschlands. Vorlandgletscher sind heute in Alaska verbreitet; der größte dieser Art ist der etwa 80 Kilometer lange Malaspinagletscher, der eine Fläche von etwa 4 275 Quadratkilometern bedeckt. Der untere Teil dieses Gletschers ist fast eben und mit Boden und Gesteinsschutt bedeckt, so dass darauf ein dichter Wald wachsen kann.
Dieser eher geringmächtige Gletschertyp bedeckt flache Hochländer, von denen einzelne Zungen herabströmen können. Plateaugletscher sind auf den Hochflächen der norwegischen Fjell-Region häufig anzutreffen.
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