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Windows Live® Suchergebnisse KängurusEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Körperbau; Lebensräume und Ernährung; Fortpflanzung; Bedrohung; Einige Arten; Systematische Einordnung
Kängurus, Familie der Beuteltiere mit mehr als 50 Arten, die von Natur aus in Australien, Tasmanien, auf Neuguinea und einigen kleineren Inseln dieser Region vorkommen sowie in Neuseeland eingeführt wurden.
Kängurus haben Kopfrumpflängen von etwa 30 bis 160 Zentimetern und wiegen rund ein bis 90 Kilogramm. Für die meisten Kängurus sind lang gestreckte Köpfe, große bewegliche Ohren, ein schlanker Brustkorb und ein kräftiger Hinterkörper typisch. Die ersten unteren Schneidezähne sind stark vergrößert und treffen beim Zubeißen nicht auf die oberen Schneidezähne, sondern auf ein Gaumenpolster; dies erleichtert das Abrupfen von Pflanzen. Mit Ausnahme der Baumkängurus, die an das Klettern angepasst sind, besitzen die übrigen Arten der Familie kurze Vorderbeine mit fünf Zehen und lange, kräftige Hinterbeine mit vier Zehen (die erste Zehe ist zurückgebildet). Die zweite und die dritte Zehe sind zusammengewachsen, haben jedoch getrennte Krallen, die zum Putzen verwendet werden. Die vierte Zehe ist stark vergrößert und trägt den Hauptteil des Körpergewichts, auch die fünfte Zehe ist relativ groß. Die Sehnen der Hinterbeine wirken wie Sprungfedern und ermöglichen Kraft sparende Sprünge. Der lange, muskulöse Schwanz dient als Stütze beim Sitzen oder Laufen sowie zur Steuerung des Gleichgewichts beim Springen. Kängurus können nicht rückwärts gehen.
Abgesehen von den waldbewohnenden Baumkängurus sind Kängurus Bodenbewohner vorwiegend der Steppen und Buschgebiete, Felskängurus sind auch in Bergregionen anzutreffen. Die vorwiegend nachtaktiven Tiere ernähren sich von Gräsern, Kräutern und Blättern und haben vergleichbare ökologische Nischen inne wie die Huftiere anderer Kontinente (dies nennt man Stellenäquivalenz). Kängurus sind Wiederkäuer, haben jedoch keinen vollständig in Kammern unterteilten Magen wie manche Paarhufer.
Känguruweibchen bringen nach einer Tragzeit von etwa 30 bis 40 Tagen zumeist nur ein Junges zur Welt. Wie die Weibchen anderer Beuteltiere haben sie spezielle Bauchtaschen, die bei Kängurus nach vorn geöffnet sind. Das winzige, ungefähr ein Gramm schwere Neugeborene tritt praktisch in einem embryonalen Entwicklungszustand aus der Geburtsöffnung aus. Es vermag sich nur mit den bereits etwas entwickelten Vorderbeinen im Fell der Mutter fortzubewegen und findet mit dem Geruchssinn ohne Hilfe der Mutter seinen Weg in den Beutel. Im Beutel befinden sich vier Milchdrüsen, jeweils zwei Zitzen geben gleichzeitig Milch. Das Jungtier bleibt in den ersten Lebensmonaten an einer Zitze festgesaugt. Es verlässt nach sechs bis zehn Monaten den Beutel für immer, bleibt dann aber noch bei seiner Mutter, bis es 12 bis 18 Monate alt ist. Es saugt bis zum Ende des ersten Lebensjahres, indem es den Kopf in den Beutel steckt. Ein Weibchen kann einen Embryo in der Gebärmutter tragen, gleichzeitig ein Junges haben, das noch ständig im Beutel lebt, und obendrein das Junge des vorigen Wurfes betreuen, das den Kopf zum Trinken in den Beutel steckt.
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