Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Wasserversorgung", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Wasserversorgung |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse WasserversorgungEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Wasserversorgung, die Gewinnung, Aufbereitung und Beförderung von Wasser, meist in Trinkwasserqualität, für Haushalte, Industrie und Landwirtschaft sowie die dazu benötigten Anlagen. Vor dem Hintergrund einer kontinuierlichen Zunahme der Weltbevölkerung gehört die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser zu den zentralen Themen des 21. Jahrhunderts.
Die Ressource Wasser ist extrem ungleichmäßig auf der Erde verteilt: Gebieten mit Wasserüberschuss stehen ausgeprägte Trockengebiete gegenüber. Während bei ausreichender Versorgung Wasser nicht nur als Trinkwasser, sondern in großem Umfang auch in der Landwirtschaft (zur Bewässerung) und für industrielle Zwecke (z. B. als Kühlwasser) verwendet wird, hängt in Gebieten mit Wasserdefizit das Leben vieler Menschen davon ab, ob sie überhaupt Zugang zu Wasser mit Trinkwasserqualität haben. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) leben rund zwei Milliarden Menschen – und damit etwa ein Drittel der Weltbevölkerung – in Gebieten mit Wassermangel. Die prognostizierte Entwicklung des Klimas (siehe Globale Erwärmung) vorausgesetzt, ist mit einer Verschärfung der Problematik zu rechnen. In Gebieten mit ausreichender Versorgung wird der Verbrauch nicht durch das Angebot begrenzt. In Deutschland lag der tägliche Wasserverbrauch 2005 bei durchschnittlich 127 Litern pro Person. Der Rückgang gegenüber 145 Litern im Jahr 1990 beruht nicht auf Engpässen bei der Wasserversorgung, sondern auf der Entwicklung Wasser sparender Techniken, dem Anstieg der Preise für Wasser und einem veränderten Umweltbewusstsein. Demgegenüber ist Wasser in vielen anderen Regionen der Erde eine weitaus begrenztere Ressource. In Indien beträgt der tägliche Verbrauch wegen der großen Bevölkerung trotz starker Monsunregen nur 25 Liter pro Person, in der Republik Sudan in Ostafrika liegt der Wert sogar bei nur 20 Litern.
Quelle allen natürlichen Trinkwassers auf der Erde ist letztlich der Niederschlag (vor allem der Regen), der aber selten direkt genutzt wird. Vielmehr greift die Wasserversorgung bevorzugt auf Grundwasser zurück. Oberflächenwasser aus Flüssen und Seen ist für die Trinkwassergewinnung meist nicht sauber genug. In den letzten Jahrzehnten wurde in sehr trockenen Regionen wie z. B. dem Nahen Osten die Entsalzung von Meerwasser gezielt gefördert. Für diesen Zweck wurden mehrere Verfahren entwickelt, u. a. die Destillation, die Elektrodialyse und die Umkehrosmose. Diese Verfahren erwiesen sich zwar als erfolgreich, aber auch als wesentlich teurer als die Aufbereitung von Süßwasser. Die Qualität des Wassers aus all diesen Quellen ist sehr unterschiedlich. Unabhängig von der Quelle muss Trinkwasser bestimmten Mindestanforderungen entsprechen, wie sie etwa die Europäischen Union aufgestellt hat. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden ebenfalls hohe Qualitätsnormen für Wasser festgelegt, insbesondere für die Konzentrationen gelöster Stoffe und von Bakterien, die bei aufbereitetem Wasser noch zulässig sind (Siehe auch Grenzwert).
Damit einwandfreies Wasser zur Verfügung gestellt werden kann, ist eine umfangreiche Wasseraufbereitung notwendig. Durch Belüftung werden unerwünschter Geschmack und Gerüche aus dem Wasser entfernt. Bakterien werden durch Chlorierung abgetötet. Zu hohe Wasserhärte, die das Wasser für viele industrielle Verwendungszwecke ungeeignet macht, wird durch Ionenaustauscher oder Fällungsverfahren verringert. Schwebende organische Substanzen, die ein Nährboden für Bakterien sind, und mineralische Schwebstoffe werden vor der Klärung oder Filterung ausgeflockt oder ausgefällt; dazu dient die Zugabe eines Flockungs- oder Fällungsmittels, z. B. Alaun.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |