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Kurt Weill

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Kurt Weill: WerkeKurt Weill: Werke

Kurt Weill (1900-1950), deutscher Komponist. Nachdem er in den zwanziger Jahren in Deutschland großes Renommee erlangt hatte, u. a. durch seine Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht, gelang ihm nach seiner Emigration in die USA mit seinen Broadway-Musicals der Durchbruch zum Weltruhm.

Weill wurde am 2. März 1900 als Sohn eines jüdischen Kantors in Dessau geboren. Er lernte im Kindesalter Klavier und schrieb im Alter von 13 Jahren erste Kompositionen, darunter den jüdischen Trauungsgesang Mi Addir. Nachdem er von 1915 bis 1917 bei Albert Bing Klavier- und Kompositionsunterricht erhalten hatte, studierte er ab 1918 bei Engelbert Humperdinck und von 1921 bis 1924 bei Ferruccio Busoni in Berlin. Nach einer Korrepetitortätigkeit in Dessau und einem Posten als Theaterkapellmeister in Lüdenscheid (1920/21) etablierte er sich mit seinen Bühnenmusiken für die deutschen Dramatiker Georg Kaiser und Bertolt Brecht als einer der bedeutendsten Komponisten seiner Generation. Unter dem Einfluss von Richard Wagner, Max Reger, Gustav Mahler und Arnold Schönberg schuf Weill einen neuen Stil, der auch Komponenten der populären Musik, namentlich des Jazz und des Chansons, aufnahm. Erfolgreiche innovative Arbeiten ab Mitte der zwanziger Jahre waren Weills moderne Opern Der Protagonist (1926, nach einer Pantomime von Georg Kaiser), Royal Palace (1927) und Der Zar lässt sich photographieren (1928), die nicht nur national für Aufsehen sorgte, sondern auch in London, Paris und New York aufgeführt wurde.

In Zusammenarbeit mit dem deutschen Dichter und Dramatiker Bertolt Brecht schuf er die Musik für dessen neue Form des epischen Theaters. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden Die Dreigroschenoper (1928), Happy End (1929), das Radiolehrstück Der Flug Lindberghs (1929), Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (1929) und die Schuloper Der Ja-Sager (1930). Kennzeichnend für diese Phase war die Verquickung zeitgenössischer Tanz- und Unterhaltungsmusik mit den Stilformen von Moritat, Chanson und Choral, die mit den kritischen Texten Brechts eine kongeniale Verbindung eingingen. Die in ihrer Melodik oft sperrigen, aber markanten Songs kommentierten das Bühnengeschehen und wurden später auch losgelöst von den Stücken zu Klassikern.

In den zwanziger und dreißiger Jahren schrieb er auch eine Reihe von Instrumentalstücken, darunter eine zweite Sinfonie (1934), ein Streichquartett (1923) und ein Violinkonzert (1924), in denen der Einfluss der atonalen Tonsprache Arnold Schönbergs zu erkennen ist.

Nachdem Weill bereits ab Anfang der dreißiger Jahre antisemitischen Diskriminierungen ausgesetzt war, emigrierten Weill und seine Frau, die Schauspielerin und bevorzugte Interpretin seiner Songs, Lotte Lenya, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im März 1933 aus Deutschland, zunächst nach Paris und 1935 in die USA. In Paris entstand, als letzte Gemeinschaftsarbeit mit Brecht, Die sieben Todsünden der Kleinbürger (1933), ein Ballett mit Gesang. Weill gehörte während des Dritten Reichs zu den verfemten Komponisten, die in der Düsseldorfer Ausstellung „Entartete Musik” verunglimpft wurden.

Nachdem er in den Vereinigten Staaten Fuß gefasst hatte, etablierte er sich mit dem Musical Knickerbocker Holiday (1938) als Komponist am Broadway. Der Durchbruch zum Welterfolg gelang ihm mit Lady in the Dark (1941), einem Bühnenwerk, das am Broadway 467 Vorstellungen erlebte und das zwei Jahre später von One Touch of Venus (1943, mit dem Hitsong Speak Low) noch übertroffen wurde. Es folgten die Volksoper Street Scene (1947), die Schuloper Down in the Valley (1948) und Lost in the Stars (1949). Obwohl er die künstlerischen Mittel des amerikanischen Musicals bereitwillig adaptierte, bewahrte er den sozialkritischen Ton bis zuletzt. 1943 erhielt Weill zusammen mit seiner Frau Lotte Lenya, die er nach vorübergehender Scheidung 1937 ein zweites Mal geheiratet hatte, die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Weills hoher Rang als Komponist wurde aufgrund seiner Vielseitigkeit häufig missachtet. Von der einen Seite wurden ihm seine Reminiszenzen an die populäre Musik verübelt, von der anderen Seite geriet er durch seine Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht als kommunistischer Künstler in Verruf. Zudem war die Rezeption seines Werkes in Deutschland nach der Emigration unterbrochen. Neben seinen großen Arbeiten für das Musiktheater schrieb er zwei Sinfonien, zwei Streichquartette sowie eine ganze Reihe von Liedern und Instrumentalsuiten. Kurt Weill starb 3. April 1950 in New York.

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