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Windows Live® Suchergebnisse SojabohneEnzyklopädieartikel
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Sojabohne, einjährige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler und deren Samen. Die Sojabohne stammt ursprünglich wahrscheinlich aus Ostchina; sie ist heute als Feldfrucht weit verbreitet. Sie wächst aufrecht, wird 0,6 bis 1,5 Meter hoch, ist dicht behaart und besitzt große, dreispaltige Blätter, kleine, weiße oder purpurrote Blüten sowie kurze Hülsen mit einem bis vier Samen. Bei der Reife nach 100 bis 150 Tagen färben sich die Blätter gelb und fallen ab; die Hülsen werden braun und trocken. Die fast kugelförmigen Samen sind im Allgemeinen leicht gelblich, diejenigen einiger seltener Sorten sind schwarz, braun oder grün. Die Samen bestehen zu rund 40 Prozent aus Protein, zu etwa 20 Prozent aus Öl und zu 10 Prozent aus Kohlenhydraten (der restliche Anteil ist Wasser). In den Vereinigten Staaten werden Sojabohnen im Mai oder Juni in Reihen gepflanzt und im Herbst mit einem Getreidemähdrescher geerntet.
Die Sojabohne war in China, Japan und Korea schon im Altertum als Feldfrucht von Bedeutung. In die Vereinigten Staaten wurde sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingeführt und zunächst als unbedeutende Viehfutterpflanze angebaut. Erst die Entwicklung der Soja verarbeitenden Industrie in den frühen zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts gab dem Anbau von Sojabohnen einen bedeutenden Schub. Auch die Ergebnisse der landwirtschaftlichen Forschung trugen erheblich zur Förderung des Sojaanbaus bei. Als Hülsenfrüchtler (Leguminose) lebt die Sojabohne in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die in Wurzelknöllchen eingeschlossen die Pflanze mit Stickstoff versorgen (siehe Stickstofffixierung). Da jede Sojasorte aber ihre spezifische Bakterienkultur benötigt, gelang der Durchbruch im Sojaanbau erst, als man die Kulturflächen der neuen Sorten auch mit den jeweils zugehörigen Bakterienarten beimpfte und so die Symbiose ins Gleichgewicht brachte. Heute ist die Sojabohne eine der wichtigsten Feldfrüchte, sie wird in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung nur noch von Mais, Weizen und Reis übertroffen. Zu den Hauptproduzenten gehören die USA mit 88 Millionen Tonnen (2006), Brasilien mit 52 Millionen Tonnen (2006), Argentinien mit 40 Millionen Tonnen (2006) und China mit 16 Millionen Tonnen (2006). Der brasilianische Sojaanbau ist eine der Hauptursachen für die Zerstörung des Regenwaldes im Amazonasgebiet. Brasilien verdoppelte seine Sojaproduktion um die Jahrtausendwende in weniger als einem Jahrzehnt; neue Anbauflächen wurden insbesondere durch Abholzung des Urwaldes gewonnen.
Sojaöl wird für Margarine, Backfett, Mayonnaise, Salatöle und andere Nahrungsmittel verwendet; es dient außerdem der Herstellung industrieller Produkte wie Farben, Lacke und Linoleum. Aus dem Sojakuchen, der nach dem Auspressen des Öles zurückbleibt, werden Tofu, Sojamilch und vegetarischer Fleischersatz hergestellt. Besonders in Regionen der Welt, wo Mangel an proteinreicher Nahrung besteht, gewinnt Soja für die menschliche Ernährung an Bedeutung. Mediziner warnen allerdings vor zu häufigem Verzehr von Sojaprodukten, da deren gesundheitliche Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist. Soja enthält Isoflavone, das sind sekundäre (nicht im Grundstoffwechsel gebildete) Pflanzenstoffe, die im menschlichen Organismus hormonähnliche Wirkungen entfalten können. Säuglinge und Kleinkinder sollten deshalb nicht mit Sojamilch ernährt werden. Sojabohnenmehl ist auch die Hauptquelle des Proteinzusatzes im Viehfutter. Seit 1996 ist in Deutschland gentechnisch veränderte Soja auf dem Markt.
Die Sojabohne heißt botanisch Glycine max. Sie gehört zur Familie Leguminosae.
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