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Samuel de Champlain

Enzyklopädieartikel

Samuel de Champlain (um 1567 bis 1635), französischer Entdecker, bekannt als Vater Neufrankreichs (später Kanada).

Champlain wurde in Hiers Brouage (bei Rochefort, Frankreich) geboren. 1599 unternahm er seine erste Reise in die Neue Welt und besuchte die Westindischen Inseln und das spanische Amerika. In einem Bericht über seine Entdeckungen an Heinrich IV., König von Frankreich, machte er den Vermerk, dass ein Kanal durch den Isthmus von Panamá „die Reise zur Südsee um mehr als 1 500 Leagues (mehr als 7 000 Kilometer) verkürzen würde”.

1603 unternahm Champlain seine erste Reise nach Nordamerika; er begleitete eine Expedition zur Kolonisation der Neuen Welt. Auf dieser Reise erkundete Champlain den Sankt-Lorenz-Strom bis zu den Lachine-Stromschnellen. Als Geograph und Kartograph bei der Expedition des französischen Forschers Pierre du Guast, Sieur de Monts von 1604 erforschte Champlain die Fundybai und die Küste Neuenglands bis hinab nach Massachusetts im Süden.

Die Berichte und Karten der von Champlain erforschten Gebiete sind für Historiker sehr wertvoll, besonders wegen ihrer Beschreibungen der Bräuche und Eigenheiten verschiedener Indianerstämme.

1608 segelte er zum vierten Mal von Frankreich aus nach Amerika, diesmal als Vizegouverneur von Neufrankreich (siehe Kanada). Am 3. Juli gründete er die erste europäische Siedlung auf dem Gebiet der heutigen Stadt Quebec. Er schloss Bündnisse mit den Indianerstämmen Kanadas – insbesondere den Huronen – und unterstützte sie im Kampf gegen die britisch gesinnten Irokesen. Auf diese Weise gründete er freundschaftliche Beziehungen zwischen den Franzosen und den kanadischen Ureinwohnern, die andauerten, solange Kanada im Besitz Frankreichs war.

Während einer Expedition mit den Indianern im Jahr 1609 sichtete Champlain einen See, der heute den Namen Champlainsee trägt. Zwei Jahre später errichtete er eine Handelsstation in Montreal. Er erforschte auch die Binnenwasserwege im Süden der heutigen kanadischen Provinz Ontario und im Norden des heutigen amerikanischen Bundesstaates New York. 1615 erkundete Champlain den Huronsee, den wenige Jahre zuvor der ihn auf dieser Fahrt begleitende französische Forscher Étienne Brûlé als erster Europäer entdeckt hatte.

Als eine englische Plünderertruppe 1629 die Siedlung Quebec einnahm, wurde Champlain gefangen genommen. Er wurde daraufhin in England bis 1632 festgehalten. Champlain kehrte anschließend in die Neue Welt zurück und war von 1633 bis zu seinem Tod Gouverneur von Neufrankreich.

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