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Asien

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Asien: BildergalerieAsien: Bildergalerie
Artikelgliederung
2.3

Flüsse und Seen

Nach Norden wird Asien durch die Flusssysteme von Lena, Jenissej, Kolyma und Ob entwässert. In den zentralasiatischen Gebirgen entspringen im Tian Shan und im Pamir Flüsse wie Ili, Syrdarja und Amudarja, die in den Balchaschsee (Ili) bzw. den Aralsee münden. In Vorderasien bilden Euphrat und Tigris eine fruchtbare Tiefebene.

In südlicher und südöstlicher Richtung durchfließen die großen Ströme Indus, Ganges, Brahmaputra, Saluen und Mekong ausgedehnte Tiefebenen. Jangtsekiang und Huang He durchströmen die Große Ebene in China, nachdem sie die osttibetischen Randketten in tiefen Tälern durchbrochen haben. Der Amur, der aus den Quellflüssen Schilka und Argun entsteht, bildet auf einem großen Teil seines Verlaufs die Grenze zwischen Russland und China.

Der Baikalsee im südlichen Sibirien ist mit einer maximalen Tiefe von 1 637 Metern tiefster See der Erde und flächenmäßig eines der größten Gewässer Asiens.

2.4

Klima

Aufgrund seiner großen Ausdehnung und der starken Gliederung des Geländes hat Asien Anteil an mehreren Klimazonen. Die riesige Landmasse bedingt in weiten Teilen des Kontinents ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit starken Temperaturgegensätzen im Jahresverlauf. Die heißen Sommer und kalten Winter werden von häufig nur kurze Zeit andauernden Übergangsjahreszeiten getrennt. Extrem sind auch die räumlichen Temperaturgegensätze. Der nordöstliche Teil Sibiriens ist das kälteste Gebiet. Hier wurden 1938 in Oimjakon, dem Kältepol der Nordhalbkugel, -77,8 °C gemessen. Dagegen zählen einige Regionen im Süden und Südwesten Asiens zu den heißesten der Erde.

Süd- und Ostasien stehen unter dem Einfluss des Monsun. Im Winter entwickeln sich über den kalten Landmassen Nordasiens ausgeprägte Hochdruckgebiete. Von dort strömen die Luftmassen als Wintermonsun nach Süden und Südosten, wo sie zu ausgeprägter Trockenheit führen. Im Sommer wird das Klima von den Tiefdruckgebieten über Südasien gesteuert. Warme, feuchte Luft fließt als Sommermonsun von den angrenzenden Meeresgebieten in Richtung des tiefen Druckes und bringt vor allem den Küstenregionen und den Luvseiten der Gebirge hohe Niederschläge. Cherrapunji im indischen Bundesstaat Meghalaya ist mit einem mittleren Jahresniederschlag von mehr als 11 000 Millimetern einer der regenreichsten Orte der Welt. Mit 26 461 Millimetern wurde dort auch der weltweit höchste Jahresniederschlag erreicht. Die Küstenregionen Ostasiens sind oftmals verheerenden Taifunen ausgesetzt, die im Westpazifik und im nördlichen Teil des Südchinesischen Meeres entstehen.

In Nordasien geht das winterkalte Klima des Nadelwaldgürtels polwärts in das arktische Klima der Tundra über; die Sommer sind dort sehr kurz. Im Zentralasien ist das Klima kontinental; in den Steppen- und Wüstenregionen ist es sehr trocken. Mediterranes Klima mit warmen Sommern und feuchten, oft niederschlagsreichen Wintern herrscht in den Küstengebieten Vorderasiens vor, während das Landesinnere der Arabischen Halbinsel ausgesprochen trocken ist.

2.5

Flora

Die natürliche Vegetation Asiens ist außerordentlich vielfältig. In der ans Nordpolarmeer grenzenden Tundra wird die Pflanzenwelt überwiegend von Flechten und Moosen geprägt. Die Vegetationsperiode ist in diesen hohen geographischen Breiten mit etwa drei Monaten sehr kurz. An die Tundra schließt nach Süden als Übergangsgebiet zum borealen Nadelwald die Waldtundra mit kleineren Baumarealen an. Im ausgedehnten Nadelwaldgebiet der Taiga sind Fichten, Tannen, Lärchen und Kiefern die Hauptbaumarten. Laubbäume wie Birken kommen nur vereinzelt vor.

Die Waldsteppe leitet zu den zentralasiatischen Steppen- und Wüstengebieten über. In den trockeneren Regionen beschränkt sich die Vegetationsbedeckung auf Flussufer und Gebirgsfußoasen. Westlich der Steppen- und Wüstengebiete gedeiht an der Mittelmeerküste bei ausreichenden Winterniederschlägen mediterrane Hartlaubvegetation. Südlich der Trockenzone ist in Vorderasien (vor allem auf der Arabischen Halbinsel, in Iran und in Pakistan) Baumwuchs nur in größeren Höhen möglich. In den feuchteren Regionen ist Trockensavanne verbreitet.

Der Indische Subkontinent wird überwiegend von Savanne verschiedener Ausprägung bedeckt, die nach Osten in Regenwald übergeht. In Südostasien gibt es ausgedehnte Gebiete, die mit subtropischem oder tropischem Regenwald bedeckt sind. Zu den typischen Gehölzarten dieses artenreichen Vegetationstyps zählen u. a. Teak, Feigenbaum und zahlreiche Bambusarten. Die Abholzung weiter Waldbestände zur Ausdehnung der Siedlungs- und Agrarfläche und zur Gewinnung von Edelhölzern führte dazu, dass in manchen Gebieten Südostasiens nur noch kleinere Waldinseln bestehen. In den Küstengebieten wachsen ausgedehnte Mangrovenwälder. Der südostasiatische Regenwald geht nach Ostasien mit zunehmender Entfernung vom Äquator in tropischen Feucht- und Monsunwald, subtropischen Feuchtwald und sommergrünen Wald mit Mischwaldbeständen über.

2.6

Fauna

Asien hat Anteil an zwei Tierregionen. Der Norden des Kontinents gehört zur Paläarktis und weist enge zoogeographische Beziehungen zu Europa und Nordamerika auf. Mit diesen Kontinenten war Asien während der Eiszeiten über Landbrücken verbunden. Die südlichen und südöstlichen Gebiete Asiens gehören zur Orientalis; die Fauna zeigt Übereinstimmungen mit der Tierwelt Afrikas.

Die nördlichsten Gebiete des asiatischen Kontinents sind durch eine relativ artenarme Tierwelt gekennzeichnet. Nur wenige Arten sind den extremen klimatischen Bedingungen der Tundra gut angepasst. In größerer Individuenanzahl treten u. a. Rentiere, Lemminge, Eisfüchse und Schnee-Eulen auf. Während der sommerlichen Auftauperiode kommt es in Gebieten mit Dauerfrostböden zu riesigen Ansammlungen von Stechmücken. Der nach Süden anschließende Waldgürtel der Taiga bietet Lebensraum für eine wesentlich artenreichere Fauna. Zu den typischen Bewohnern zählen neben einer reichhaltigen Vogelwelt auch viele Pelztierarten, wie Braunbär, Otter, Luchs, Zobel, Hermelin und Wolf. In den steppenartigen und halbtrockenen Regionen sind u. a. Antilopen, Pferde, Esel, Raubtiere wie Wölfe und Steppenfüchse sowie verschiedene kleine Tierarten wie Hasen und Feldmäuse heimisch. Aufgrund des Fehlens von Bäumen ist das Leben hier an den Erdboden gebunden. Darüber hinaus sind die Steppen Lebensraum von Reptilien wie Steppennattern und Amphibien wie Wechselkröten. Im Hochland von Tibet leben trotz rauer klimatischer Bedingungen u. a. Yaks, Schneeleoparden, Steinböcke und Murmeltiere.

Die üppigste Tierwelt der tropischen Regionen Süd- und Südostasiens ist im tropischen Regenwald zu Hause. Dieser bietet aufgrund der Ausbildung meist mehrerer Baumschichten Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Hier leben Affenarten wie der Orang-Utan. Auch das Artenspektrum an Raubtieren ist sehr breit. Hier leben u. a. schwarze (Panther) und gefleckte Leoparden, Löwen und Tiger. Allerdings wurde die Fauna der Regenwälder durch den Menschen stark dezimiert, so wurde z. B. der in Teilen Süd- und Südostasiens heimische Indische Tiger auf wenige Exemplare reduziert. In dünn besiedelten Gebieten wie Borneo leben zahlreiche Wild- und Antilopenarten sowie Flughörnchen. Im Übergangsgebiet zur Savanne findet man u. a. Elefanten, Antilopen, Hyänen und Stachelschweine. Zu den verbreiteten Reptilien gehören Krokodile, Schildkröten und Schlangen.

3

Bevölkerung

Die Bevölkerung ist in Asien sehr ungleichmäßig verteilt. Zu starken Konzentrationen kommt es vor allem in Süd- und Südostasien. In einigen Ländern liegt die Bevölkerungsdichte bei mehr als 200 Einwohnern je Quadratkilometer, in Singapur werden sogar weit über 4 400 erreicht. Im Gegensatz dazu sind weite Teile Zentral- und Nordasiens nahezu unbewohnt. Die Bevölkerungsdichte in der Mongolei beträgt z. B. nur etwa zwei Einwohner je Quadratkilometer. In den semiariden Gebieten konzentriert sich die Bevölkerung häufig auf Flussoasen. Aus diesen konnten sich im Lauf der Zeit durchaus größere Städte entwickeln, wie z. B. Taschkent, die größte Stadt Zentralasiens. In den polaren Gebieten entwickelten sich die Siedlungen vor allem entlang der Eisenbahnlinien. Die Erschließung erfolgte dort häufig erst nach Entdeckung von Rohstoffvorkommen.

Die Einwohnerzahl des Kontinents liegt bei etwa 4,05 Milliarden. Allein in Ostasien leben über 1,3 Milliarden Menschen, in Südostasien über 450 Millionen, in Südasien mehr als 1,1 Milliarden, in Südwestasien über 200 Millionen und in der früheren Sowjetunion rund 100 Millionen. Die Arabische Halbinsel stellt demgegenüber den am dünnsten besiedelten Großraum des Kontinents dar. Mit 71 Einwohnern je Quadratkilometer ist Asien der nach Europa am zweitdichtesten besiedelte Kontinent.

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