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AsienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Bereits im 8. und 9. Jahrtausend v. Chr. entstanden in Vorderasien die ersten Städte (z. B. Jericho). Seit dem 5. Jahrtausend entwickelten sich Städte auch in den Flussebenen von Euphrat, Indus und Jangtsekiang. Diese Gebiete gehören zu den ältesten Zivilisationszentren der Erde. Seit einigen Jahrzehnten wandern immer mehr Menschen in Städte ab, in denen sie sich Arbeit und ein besseres Leben versprechen. Die Entstehung und die Ausbreitung von Slums an den Randgebieten ist ein großes soziales Problem in vielen asiatischen Städten. In Taiwan, Südkorea, Nordkorea, Jordanien, Syrien, Iran und Irak ist der Urbanisierungsgrad hoch. In diesen Ländern leben mehr als 50 Prozent aller Einwohner in Städten. In Japan, Taiwan, Israel und Russland sind es sogar mehr als 75 Prozent. Viele Städte Süd- und Südostasiens, deren heutige Bedeutung noch auf die Kolonialzeit zurückgeht, liegen direkt an der Küste oder in ihrer Nähe. Dazu gehören Karachi, Mumbai, Colombo, Madras, Kalkutta, Rangun, Kuala Lumpur, Singapur, Jakarta, Surabaya, Manila, Ho-Chi-Minh-Stadt, Phnom Penh und Hanoi. Sogar in China wurden einige der größeren Küstenstädte vom Einfluss Europas geprägt. In Südwestasien bildeten sich schon früh Städte, so z. B. Teheran, Bagdad, Damaskus, Jerusalem und Istanbul. Moderne Stadtentwicklungen erkennt man in Tel Aviv-Jaffa, Taschkent, Beirut und Ankara. Das schnelle Städtewachstum spiegelt die hohe Zuwanderung und das schnelle Ansteigen der Bevölkerungzahlen in den meisten Ländern wider. Die jährliche Wachstumsrate beläuft sich auf rund 1,8 Prozent. Japan, China, Taiwan und Singapur weisen allerdings seit einigen Jahren ein negatives Bevölkerungswachstum auf. Hier zeigen die Bemühungen einzelner Regierungen, das Wachstum der Bevölkerung durch entsprechende Gesetzgebung einzudämmen, erste Erfolge.
Weite Teile Asiens gehören zum indogermanischen Sprachraum (siehe indische Sprachen). Im Norden und Inneren des Kontinents sind altaiische Sprachen verbreitet. In Südwestasien zählen Persisch, Arabisch, Türkisch und Hebräisch zu den wichtigsten Sprachen. Die Sprachen im Osten sind sinotibetische Sprachen, im Südosten austroasiatische und austronesische Sprachen. Südindien gehört zum dravidischen Sprachraum. (Siehe auch indoiranische Sprachen; malaiopolynesische Sprachen; semitische Sprachen; slawische Sprachen).
Asien ist die Wiege aller großen Weltreligionen: Judentum, Christentum und Islam entstanden in Südwestasien, Buddhismus und Hinduismus in Indien, Konfuzianismus und Taoismus in China. Der Buddhismus ist inzwischen in seinem Ursprungsland Indien vom Hinduismus als stärkste Religion abgelöst worden. Er ist in zwei verschiedenen Formen verbreitet, dem Theravada-Buddhismus und dem Mahayana-Buddhismus. Mehrere vorderasiatische Städte sind bedeutende Pilgerzentren, so z. B. Mekka, Medina und Jerusalem.
Die Wirtschaft in den einzelnen Ländern Asiens ist sehr unterschiedlich entwickelt. Hoch industrialisierten Ländern wie Japan und reichen Rohstoffländern wie Kuwait oder Katar stehen auf der anderen Seite wirtschaftlich nur schwach entwickelte Ländern wie z. B. Laos oder Myanmar gegenüber. Die Mehrheit der Einwohner ist in der Landwirtschaft beschäftigt. Der Agrarsektor stellt für viele Staaten Asiens die wirtschaftliche Basis dar. Im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich sind wesentlich weniger Arbeitskräfte tätig. Ein schwieriges Problem für die wirtschaftliche Entwicklung ist in vielen Ländern eine nur wenig ausgebaute Infrastruktur. So sind etwa die Verkehrsverbindungen in vielen Gebieten immer noch schlecht. In einigen Ländern hatte die Wirtschaft unter Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen oder unter mitunter langen Kriegen zu leiden. Den höchsten Entwicklungsstand aller asiatischen Länder hat Japan, gefolgt von Südkorea, Singapur und Hongkong. In den reichen Erdöl fördernden Staaten ist das hohe Einkommen auf eine kleine Bevölkerungsschicht konzentriert. Mit Hilfe ausländischer Investitionen sowie Privatisierungmaßnahmen verzeichnete die Volksrepublik China Mitte der neunziger Jahre das schnellste Wirtschaftswachstum in ganz Asien.
Nur etwa ein Drittel der Fläche des Kontinents ist landwirtschaftlich nutzbar. Für die Landwirtschaft in Süd-, Südost- und Ostasien sind kleine Landbesitze in den Schwemmlandebenen und Landwirtschaft zur Deckung des Eigenbedarfs charakteristisch. Reis ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel in diesen Regionen. In Süd- und Südostasien sind die Erträge allerdings relativ gering, Bewässerungsgssysteme nur teilweise entwickelt und daher zwei Ernten im Jahr eher selten. In Pakistan und Indien konnte der Ernteertrag durch besondere Züchtungen gesteigert werden. In jüngerer Zeit hat die Bedeutung von Weizen und Mais zugenommen. Weizen ist heute z. B. in Indien das zweitwichtigste Getreide. In Ostasien überwiegen die Nassreisfelder, die bis etwa 40 Grad nördlicher Breite reichen. Verglichen mit Südostasien sind die Erträge sehr hoch, zwei Ernten im Jahr sind in den meisten Anbaugebieten möglich. Nördlich des Huang He in China gedeihen anstelle von Reis vermehrt Weizen und andere Trockengetreide wie z. B. Sorghum und Mais. Ein Grund für die höher gewordenen Erträge ist neben der Verbesserung der Anbaumethoden auch die Förderung der Privatinitiative bei den Landwirten. Weitere wichtige Anbauprodukte in Süd-, Südost- und Ostasien sind Tee, Jute, Baumwolle und Zuckerrohr. Die Viehzucht ist gegenüber dem Ackerbau von geringer Bedeutung. Wichtige Tierarten sind Rinder, Ziegen und Büffel. In einigen Teilen Asiens, wie z. B. auf den Philippinen, hat der Export von Kautschuk, Palmöl, Kokosnussprodukten, Ananas und Abakafasern große wirtschaftliche Bedeutung. Die Produktionsweise wurde aus der Kolonialzeit übernommen. In Vorderasien wurde die Landnutzung durch Bewässerungsfeldbau ausgeweitet, wodurch die den Nomaden zur Verfügung stehende Landfläche kleiner wurde. Hauptanbauprodukte sind dort Getreide, Baumwolle und Früchte. In manchen Wüstengebieten sind bei hoch anstehendem Grundwasser auch ausgedehntere Oasen entwickelt. Bei günstigen Bedingungen erfolgt die Landnutzung dort in mehreren Stockwerken. Unter hoch wachsenden Dattelpalmen gedeihen Obstbäume, die Orangen, Zitronen oder Granatäpfel tragen. Auf der Bodenoberfläche werden Kräuter und Getreide kultiviert. Die Weidewirtschaft beschränkt sich vorwiegend auf Schafe und Kamele. In den ariden und semiariden Gebieten Zentralasiens überwiegt die Viehhaltung durch Nomaden. Landwirtschaft ist traditionell nur entlang den Flussufern oder in den Gebirgsfußoasen möglich. Durch Förderung des Bewässerungsfeldbaus konnte die landwirtschaftliche Nutzfläche jedoch in einigen Gebieten Zentralasiens stark erweitert werden, wodurch auch Steppen- und Halbwüstengebiete gute Erträge liefern können. Baumwolle wird etwa in Usbekistan in Monokulturen angebaut. Das Land zählt weltweit zu den wichtigsten Produzenten und Exporteuren von Baumwolle. Das Wasser wird vorwiegend den Flüssen Amudarja und Syrdarja entnommen, wodurch deren Wasserführung massiv zurückging. Die Fläche des Aralsees, in den beide Flüsse münden, ist durch den verringerten Wassereintrag mittlerweile drastisch reduziert worden.
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