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AsienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Holzindustrie hat in den südostasiatischen Ländern große wirtschaftliche Bedeutung; besonders in Indonesien, Malaysia, Thailand und auf den Philippinen ist sie zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. In den dichter besiedelten Gebieten Indiens und Chinas wurde die Waldfläche stark reduziert. Einen größeren Stellenwert hat die Holzwirtschaft dagegen in Japan, wo ausgedehnte Waldpflanzungen die ursprüngliche Vegetation zum großen Teil verdrängt haben. In Sibirien gibt es riesige Holzbestände, die zum größten Teil noch nicht genutzt werden. Die forstwirtschaftliche Nutzung der Wälder wird durch die ungenügende verkehrsmäßige Erschließung behindert. Die Meeresfischerei ist in Asien sehr wichtig. Fische stellen als Träger hochwertiger Proteine eine wichtige Nahrungsquelle dar. Japan verzeichnet bei einigen Fischarten eine der weltweit größten Fangmengen. Die Fischzucht in Teichen spielt besonders in China eine tragende Rolle.
Auch der Bergbau hat mit seinen Bodenschätzen in vielen Ländern eine große wirtschaftliche Bedeutung: Malaysia, Thailand und Indonesien decken zusammen fast die gesamte Zinnproduktion der Welt ab, Indien ist im Abbau von Mangan führend. Wichtigster Rohstoff ist aber das Erdöl. Die Arabische Halbinsel und vor allem auch die Länder des Mittleren Ostens besitzen neben Russland die größten Reserven an Erdöl. Die Wirtschaft der meisten Förderländer ist mehr oder weniger vollständig von den Einnahmen aus den Exporten dieses Rohstoffes abhängig. Erdgasvorkommen werden nur in Russland und China in größerem Umfang genutzt. In jüngerer Zeit wurden Erdölvorkommen in Indonesien sowie in China und Malaysia erschlossen. In China, Mittel- und Ostsibirien, im Nordosten Indiens und im Iran liegen große Kohlelagerstätten. Gold, Silber, Uran, Blei, Zink und Edelsteine sind ebenfalls in einigen Teilen des Kontinents – vor allem in Russland – in abbauwürdigen Mengen vorhanden.
Die nach Japan bedeutendsten Wirtschaftsmächte Asiens sind China, Russland, Indien und die vier so genannten „asiatischen Tiger” Taiwan, Hongkong, Singapur und Südkorea. In China konzentrierte sich die verarbeitende Industrie, in der 15 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten, früher auf den Nordosten und die rohstoffreichen Gegenden im Landesinneren. Wichtigste Produktionszentren waren Shanghai, Tientsin, Tsingtau und Wuhan. Inzwischen verlagert sich die Investitionstätigkeit aber zunehmend in die südlichen Provinzen. In Indien konzentriert sich die verarbeitende Industrie auf Kalkutta, Mumbai, auf die zentralen Bereiche des Landes sowie auf rohstoffreiche Gebiete. Insgesamt sind etwa 10 Prozent aller Erwerbstätigen in diesem Wirtschaftssektor beschäftigt. In Sibirien liegen die großen Industriegebiete in der Nähe des Urals und entlang der Transsibirischen Eisenbahn (z. B. Nowosibirsk). Seit den sechziger Jahren ist die Industrieproduktion in Singapur, Taiwan, Südkorea und Hongkong sowie in Thailand, Malaysia, Indonesien und auf den Philippinen rasch angewachsen. In vielen asiatischen Ländern wird versucht, ausländische Investoren durch Steuervorteile, billige Löhne und Gehälter in das Land zu ziehen. Bekannte Beispiele dieser Entwicklung sind die elektronische und die Textilindustrie Südkoreas und Taiwans.
Für den Welthandel hat der asiatische Kontinent große Bedeutung. Japan zählt zu den führenden Wirtschaftsmächten der Welt. Es wickelt aber nur ein Drittel seines Export mit anderen asiatischen Ländern ab. Viele Länder Süd-, Südost- und Ostasiens sowie Russland unterhalten auch umfangreiche Handelsbeziehungen zu nichtasiatischen Ländern. Während ein Großteil der Exporteinnahmen der Erdöl fördernden Länder auf diesem Rohstoff basiert, bieten die meisten anderen asiatischen Länder auch zahlreiche industrielle Erzeugnisse an.
In großen Teilen Asiens ist das Verkehrswesen noch unzureichend entwickelt. Es gibt kein Verkehrsnetz, das den ganzen Kontinent umfassend erschließt. Dies liegt zum Teil auch an der schweren Passierbarkeit von Gebirgen und Wüstengebieten. Viele Straßen in Südostasien sind nicht befestigt und daher während der Regenzeit nicht befahrbar. Große Bedeutung hat die Binnen- und Seeschifffahrt, die in allen Teilen Asiens gut ausgebaut ist, obgleich die Ausstattung der Häfen stark variiert. Abgesehen von den Häfen in China, Japan, Indien, Hongkong und Singapur können nur wenige andere Häfen größere Schiffe abfertigen. Das Flugnetz verbindet alle größeren Städte. Tokyo ist der wichtigste asiatische Flughafen. Die meisten asiatischen Länder haben eigene Fluggesellschaften. Die Ströme Mekong, Menam und Irawadi trugen in Südostasien zur Erschließung des Landes bei. Auch die großen Ströme Chinas sind wichtige Verkehrsadern zwischen den zentralen Landesteilen und den Küstengebieten am Pazifischen Ozean. Das wichtigste Transportmittel des Kontinents ist die Eisenbahn. Japan verfügt über ein dichtes Eisenbahnnetz. China, dessen Eisenbahnnetz zu den längsten der Welt zählt, hatte bis Mitte der siebziger Jahre alle wichtigen Industriezentren in einem ausgedehnten Netz erfasst. In Südasien wurde das ursprünglich von den Briten gebaute Eisenbahnsystem durch die politische Teilung der ehemaligen Kolonie Indien in die unabhängigen Staaten Indien, Pakistan und Bangladesch getrennt. Die bedeutendsten Eisenbahnlinien in Zentralasien sind die Transkaspische und die Turkestan-Sibirische-Eisenbahn, in Sibirien die Transsibirische Eisenbahn mit der Baikal-Amur-Magistrale. Auch die Türkei, Pakistan und Indien verfügen über gut ausgebaute Schienennetze.
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