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AsienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Auch in China entwickelten sich die ersten Zivilisationen an den größten Strömen. Zwischen 3000 und 1600 v. Chr. gab es am Huang He zahlreiche Völker, die bereits Handelsbeziehungen mit anderen asiatischen Völkern unterhielten. Zuerst beherrschte die Shang-Dynastie (16. Jahrhundert v. Chr. bis 1050 v. Chr.) das zentrale China. Zeugnisse sind durch so genannte Orakeltexte überliefert, die in Schildkrötenschalen und Knochen eingeritzt waren. Die Zhou-Dynastie folgte den Shang. Unter dieser Dynastie verbesserte sich das politische, wirtschaftliche wie auch soziale Leben. Durch die Einnahme der Mandschurei und des Jangtsekiang-Tales wuchs das Staatsgebiet um das Doppelte. Unter Prinz Zheng, unter dem zahlreiche Gesetze in Kraft traten, wurde China geeint. Es kam zu einer Blütezeit der Philosophie: Konfuzianismus, Taoismus und Legalismus (siehe Chinesische Philosophie).
In den elf Jahrhunderten von 500 v. Chr. bis 600 n. Chr. dehnten sich die frühen Kulturen weiter aus. Bereits 500 n. Chr. waren auch die großen Weltreligionen (mit Ausnahme des Islam) weit über ihr Kernland hinaus verbreitet.
Das Persische Großreich umfasste im 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. ganz Kleinasien und Syrien. Es reichte im Osten bis zum Indus. Gegründet wurde das Großreich von Kyros dem Großen. Sein Nachfolger Dareios I. stellte das Reich unter eine Zentralverwaltung und förderte den Zoroastrismus. 330 v. Chr. eroberte Alexander der Große das Persische Reich und dehnte seinen Herrschaftsbereich bis zum Indus aus. Nach seinem Tod zerfiel das Reich in drei kleinere Teile (siehe Hellenismus). Die Seleukiden übernahmen nach 312 v. Chr. die Herrschaft über das asiatische Reich. Dieses Reich zersplitterte bald in mehrere Staaten. Das Kernland Baktrien wurde von zahlreichen in ostwestlicher sowie in nordsüdlicher Richtung verlaufenden Handelsrouten durchzogen. Auf diesen wurden chinesische Seide und indische Baumwolle, handwerkliche Erzeugnisse und Gold transportiert (siehe Seidenstraßen). Auf diesem Weg drang auch die hellenistische Kultur bis nach Vorderindien vor. Nach dem Niedergang der Seleukiden regierten in Südwest- und Zentralasien sowie in Nordindien zunächst die Parther (siehe Parthien) mit den Dynastien der Arsakiden (etwa 250 v. Chr. bis 226 n. Chr.) und der Sassaniden (226-651). Unter den Sassaniden fanden persische Architektur, Kunst und Religion weite Verbreitung. Die Arsakiden und auch die Sassaniden kontrollierten den Handel zwischen den römischen Provinzen und dem Fernen Osten.
Der Norden Indiens wurde immer wieder erobert. Dabei kam es zu einer Vermischung verschiedener Kulturen, die indische Vorstellungen übernahmen. Der hellenistische Einfluss lässt sich an den Buddha-Darstellungen aus Gandhara aus der Epoche der Kuschan feststellen. Nachdem die Kuschan Nordindien im 1. Jahrhundert n. Chr. erobert hatten, übernahmen sie die dortige Kultur und konvertierten zum Buddhismus, an dessen Verbreitung in den zentralasiatischen Stadtstaaten und in China sie maßgeblichen Anteil hatten. Die Maurya-Dynastie (322-185 v. Chr.), deren größter Herrscher Ashoka war, entwickelte sich zur vorherrschenden Macht in Indien. Während der Gupta-Dynastie (um 320 bis 535) erreichte die indische Kunst, Architektur und Zivilisation ihren Höhepunkt. Zentral- und Südindien wurde von kleineren Königreichen regiert. In den ersten Jahrhunderten n. Chr. kolonisierten die im Süden beheimateten Tamilen zunächst Südostasien. Aus diesen Kolonien gingen die von Indien beeinflussten Königreiche Champa und Funan (heute Kambodscha) sowie kleinere Staaten hervor.
Die Kaiser der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) erweiterten die chinesische Hegemonie im Westen bis über das Tarimbecken hinaus. Entlang der Großen Mauer und an den Grenzlinien der Wüste Gobi wurden militärische Stützpunkte errichtet, um die Handelskarawanen vor den Nomaden zu schützen. Persische, arabische und indische Händler steigerten den Reichtum der Han. Vermutlich hatten die Han auch direkten Kontakt zu Rom. 105 v. Chr. bildeten sich auf Grundlage der Han in Nordkorea die Königreiche Kokuryö, Silla, Pekche und Kaya. Im Süden eroberte China Vietnam. Während der Han-Dynastie erreichte die Kunst ihre Blütezeit, die Straßen und Kanäle waren denen der Römer vergleichbar. Mit dem Niedergang der Han-Dynastie drangen benachbarte nomadische Völker von Norden in das Land ein und drängten die chinesische Bevölkerung nach Süden. Auf ihren Völkerwanderungen erreichten die Hunnen und Mongolen sogar Europa. Im Süden Chinas bildete sich im Tal des Jangtsekiang ein neuer chinesischer Staat, der von mehreren aufeinander folgenden Dynastien regiert wurde. In Korea überdauerte der chinesische Einfluss noch die Epoche der „Drei Reiche” (4.-7. Jahrhundert n. Chr.). Die Koreaner waren zum Buddhismus konvertiert und hatten das chinesische Schrift- und Regierungssystem übernommen. Über Korea erreichte die chinesische Kultur auch Japan. An der Spitze des Staates stand die Dynastie Yamato, deren Vorfahren sich auf die Sonnengöttin Amaterasu zurückführen lassen. In ihrem Hegemoniestreben eroberten die Japaner im 4. Jahrhundert Teile Koreas, wurden aber zwei Jahrhunderte später wieder vertrieben.
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