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AsienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Geschichte Asiens vom 7. bis zum 15. Jahrhundert wurde von der Ausbreitung des Islam und der Expansion der Mongolen geprägt.
Im 7. Jahrhundert verkündete Mohammed, den Willen Allahs empfangen zu haben. Dies wurde im Koran festgehalten. Zusammen mit dem Hadith, den Überlieferungen Mohammeds, legt der Koran die grundlegende Struktur der islamischen Regierung und Politik fest. Mit Hilfe arabischer Stämme gelang es Mohammed, benachbarte Fürstentümer zu erobern. Unter seinen Nachfolgern, den Kalifen der Omaijaden-Dynastie (siehe Kalifat), wurde der Islam von Indien bis nach Nordafrika und Spanien verbreitet. Die Kultur vereinte byzantinische, persische, babylonische und indische Elemente. Die Seldschuken beherrschten im 11. und 12. Jahrhundert Kleinasien, Persien, Mesopotamien und Syrien. Das Abendland versuchte wiederholt, Palästina von den Seldschuken zurückzuerobern (siehe Kreuzzüge). Als die Mongolen 1258 Bagdad einnahmen, hatte der Islam in Indien bereits Fuß gefasst. Schon 711 hatten ihn muslimische Händler in das Land gebracht. Muslimische Türken fielen wiederholt in Indien ein und vernichteten hinduistische und buddhistische Zentren. Schließlich wurde das Sultanat Delhi gegründet, welches den Islam in Indien verbreitete. Indische Händler brachten aber dennoch den Hinduismus und den Buddhismus nach Südostasien. In Malaya und auf den ostindischen Inseln konkurrierte das buddhistische Königreich Srivijaya von Sumatra mit den Shailendras von Java. Ihre Nachfolger waren die indisch geprägten Singosari-Königreiche und das Königreich Majapahit. Malaya nahm somit weitgehend den Islam an, während sich der Buddhismus in Birma, Thailand und Kambodscha durchsetzte.
Unter der Tang-Dynastie (618-906) erfuhr China eine kulturelle Renaissance. Die Tang dehnten ihren Machtbereich bis Japan und zum Tarimbecken aus und verhinderten dort die Ausbreitung des Islam. Die Sung-Dynastie (960-1279) wurde im Norden von den Kitan sowie den Tschurtschen und im Süden von den Mongolen verdrängt. In Korea hielt das mittlerweile vereinigte und mit den Tang verbündete Königreich Silla (660-935) weiterhin an der chinesischen Kultur und Religion fest. Das Reich der Dynastie Koryo (935-1392) wurde ebenso wie die Sung von Kitan und Tschurtschen angegriffen und schließlich von den Mongolen erobert. Als letztere ihre Vormachtstellung verloren, begründete ein koreanischer Feldherr die Yi-Dynastie (1392-1910). In Japan festigten die Reformen der Taikwa (7. Jahrhundert) und Taicho (8. Jahrhundert) sowohl die Regierungsform als auch die kulturellen Errungenschaften. Die an Macht gewinnenden Adelsgeschlechter wurden von der Familie Fujiwara in die Schranken gewiesen. Während der Heian-Periode (794-1185) wurden Dichtung, Musik, Tanz und Malerei am kaiserlichen Hof gefördert. Faktisch lag die Macht bei der Familie Minamoto, die den militärischen Oberbefehl innehatte und von Kamakura aus regierte. Nominell herrschte der Kaiser von Kyoto (1185-1333) aus. Anschließend verfiel Japan in Feudalkriege. Die Mongolen, die über zwei Jahrhunderte die vorherrschende Macht in Asien waren, kamen aus den zentralasiatischen Steppen. Mit ihren Eroberungszügen wurden sie eines der mächtigsten Völker der Geschichte. Die Nachfolger Dschingis Khans erweiterten das Mongolische Reich bis zum westlichen und südlichen Turkestan, zum Iran und nach Russland. Nach der Einnahme Chinas und Koreas überrannte Kubilai Khan den Süden, beendete die dortige Herrschaft der Sung und gründete die Yuan-Dynastie (1279-1368). Als die Mongolen an Macht verloren, wurde die Ming-Dynastie (1368-1644) vorherrschend.
Nach dem Fall des Mongolenreiches kämpften rivalisierende asiatische Staaten um die Macht: die Osmanen, die Perser, die indischen Moguln und die chinesischen Dynastien der Ming, Qing oder Mandschu. Als die neuen Nationalstaaten Europas mit ihren Entdeckungsreisen und der Kolonialisierung begannen, blockierten die Türken den Seeweg vom Westen in den Osten.
Die muslimischen Osmanen beschleunigten die europäische Expansion, indem sie die Reste der seldschukischen und byzantinischen Reiche eroberten und weiter in den Norden Europas vordrangen. Dabei nahmen sie Konstantinopel, Syrien sowie die heiligen Städte des Islam, Mekka und Medina, in Beschlag. Nach 1566 waren die Osmanen dem Konkurrenzkampf anderer europäischer Völker ausgesetzt. Unter den Safariden (1502-1736) gelangte der Iran zu erneuter Blüte. Wie auch die Türkei und der Iran erfuhr das muslimische Indien während der Herrschaft der Moguln eine Blütezeit (1526-1858). Die Moguln behaupteten, Abkömmlinge von Tamerlan und Dschingis Khan zu sein. Unter Akbar wurde das Reich geeint. Spätere Herrscher in Delhi agierten allerdings so schwach, dass Indien in verschiedene Muslim-, Hindu- und Sikhstaaten zerfiel.
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