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Asien

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Artikelgliederung
5.5. 3

Siam und Japan

Siam bewahrte seine Unabhängigkeit dank zweier fortschrittlicher Könige, Mongkut und Chulalongkorn. 1932 wurde die konstitutionelle Monarchie verkündet, aber es kam trotzdem zu einer Militärrevolution. Der Name des Landes wurde in Thailand geändert, was den Nationalismus symbolisieren soll.

Japan gelang es, durch rasche Modernisierungen fremde Eingriffe zu verhindern. Die Regierung ließ Fabriken bauen, die sie dann an private Unternehmen verkaufte. Eine allgemeine Wehrpflicht löste das militärische Monopol der Samurai ab. In der neuen Armee konnten sogar Bauern Offiziere werden. Die Meiji-Verfassung von 1889 verankerte das allgemeine Wahlrecht für Männer.

Der Sieg über Russland im Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) verstärkte Japans internationales Ansehen. 1910 annektierte Japan Korea. Der 1. Weltkrieg brachte den europäischen Export nach Asien zum Erliegen und ermöglichte damit den Japanern, ihre Exportmärkte auszudehnen. Japan baute in den fünfziger und sechziger Jahren wieder eine starke Stellung in Südostasien auf und entwickelte sich zu einer bedeutenden wirtschaftlichen Großmacht.

5.6

Unabhängigkeit

Der Sieg der Alliierten im 2. Weltkrieg steigerte bei den asiatischen Staaten die Hoffnungen auf Unabhängigkeit und Modernisierung.

5.6. 1

Nationalismus

Gegen Ende der fünfziger Jahre hatten militante Unabhängigkeitsbewegungen, geschürt durch verstärkten Nationalismus, die Kolonialherrschaft in Asien nahezu beendet. Auf dem Indischen Subkontinent führte religiöser Separatismus zur Bildung des muslimischen Pakistan. 1971 spaltete sich der östliche Teil Pakistans als Bangladesch ab. Zwischen Pakistan und Indien kam es wiederholt zu Grenzstreitigkeiten.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Nahen Osten 1948 der Staat Israel gebildet. In der Folge kam es immer wieder zu Kampfhandlungen zwischen Israel und den arabischen Nachbarn Ägypten, Syrien und Jordanien (1956/57, 1967-1975). Palästinensische arabische Flüchtlinge aus Israel gründeten die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) und forderten gleichzeitig einen eigenen Staat. Aus Friedensgesprächen ging 1979 der israelisch-ägyptische Vertrag hervor.

Im Mittleren Osten entstanden nach dem 2. Weltkrieg mehrere Staaten, von denen jeder mit internen Spannungen zu kämpfen hatte. Im Iran brach beispielsweise in den fünfziger Jahren unter Mohammed Mossadegh, der die Erdölindustrie verstaatlichte, ein Aufruhr der Nationalisten aus. Zwanzig Jahre später wurde der von den USA unterstützte Schah Mohammed Resa Pahlewi abgesetzt. Unterdessen nutzte der Irak die Gelegenheit, einen Grenzkrieg mit dem Iran zu beginnen.

5.6. 2

Konfrontationen

Die Errichtung der VR (Volksrepublik) China 1949 und der Rückzug der Nationalchinesen nach Taiwan waren ein Triumph für die Kommunisten. Unter Mao Tse-tung führten die chinesischen Kommunisten (bis 1960 von der Sowjetunion unterstützt) radikale sozialistische Programme durch, die in der Kulturrevolution von 1966 bis 1969 gipfelten. 1971 wurde der VR China ein Sitz in den UN zugeteilt, und 1979 erkannten die Vereinigten Staaten die Regierung der Volksrepublik als Chinas einzige an.

1975 endete der Vietnamkrieg, der aus einem nationalen und ideologischen Konflikt zwischen der kommunistischen Demokratischen Republik Vietnam im Norden und der nichtkommunistischen Republik Vietnam im Süden entstanden war. Diese kriegerische Auseinandersetzung war stark verflochten mit den Interessensgegensätzen der USA, der UdSSR und der VR China. Der Sieg der Kommunisten in Laos und Vietnam sowie des Pol-Pot-Regimes in Kambodscha zogen Flüchtlingswellen in andere Länder Asiens nach sich (siehe Rote Khmer).

Die neue und unabhängige Regierung auf den Philippinen stürzte die kommunistischen Hukbalahap, während die Malaysier mit militärischer Hilfe der Briten die kommunistischen Guerillas besiegen konnten. Die kommunistische Partei Indonesiens stellte unter Sukarno eine große Unabhängigkeitsbewegung auf die Beine, wurde aber 1965 abgesetzt.

In Korea marschierten Truppen des kommunistischen Norden 1950 im Süden ein. Als die Streitkräfte der UN daraufhin die nordkoreanischen Truppen zurückwerfen konnten, intervenierte China (siehe Koreakrieg).

Die Unterstützung Israels durch die Vereinigten Staaten band viele arabische Nationalisten an die Sowjetunion. Mit ihrer militärischen Intervention in Afghanistan von 1979 bis 1989 stieß die damalige UdSSR allerdings auf weltweiten Protest. Etwa drei Millionen Afghanen flüchteten nach Pakistan.

In der Türkei kam es 1980 zu einem Militärputsch. Das Militär übernahm die Regierungsgewalt und setzte die Verfassung außer Kraft.

5.6. 3

Wirtschaftliche Expansion

Erdöl bekam eine immer stärkere politische Bedeutung. Während des Jom-Kippur-Krieges von 1973 verhängten die arabischen Produzenten ein Ölembargo gegen alle Länder, die Israel unterstützten. Gegen Ende der siebziger Jahre schlossen sich die Ölexportländer zusammen und erhöhten die Rohölpreise. Der 1. Golfkrieg schien zunächst die Ölproduktion zu bedrohen, führte letztendlich aber zu einer Verringerung der Ölpreise, weil er eine Uneinigkeit der Öl produzierenden Länder des Mittleren Ostens nach sich zog. Auch die 1990 erfolgte Invasion des Irak in Kuwait wirkte sich auf die Produktion von Erdöl aus. Zahlreiche kuwaitische Ölquellen wurden von den irakischen Streitkräften während ihres Rückzuges in Brand gesteckt.

Nach dem 2. Golfkrieg von 1991 trafen sich im November Vertreter Israels und anderer Länder des Nahen und Mittleren Ostens in Madrid. Auch wenn die Konferenzen dort und in Washington 1992 die grundlegenden Fragen nicht lösen konnten, so intensivierten mehrere Länder nach diesen Gesprächen den Kontakt mit Israel. Ein wichtiger Schritt im Hinblick auf die Beendigung lange Zeit andauernder Konflikte war der Rückzug israelischer Truppen aus den von ihnen besetzt gehaltenen Gebieten Westjordanland und Gazastreifen. Das Gaza-Jericho-Abkommen von 1994 ebnete den Weg für eine palästinensische Teilautonomie in diesen Gebieten. Die Konfliktsituation im Nahen Osten ist aber trotz der Unterzeichnung von Friedensabkommen bis heute nicht vollständig bereinigt. Wiederholt treten in den ehemals besetzten Gebieten Konflikte zwischen den palästinensischen Bewohnern und jüdischen Siedlern auf. Nach wie vor gespannt ist das Verhältnis zwischen Israel und Syrien sowie dem Libanon.

Auch die weitere Entwicklung von Hongkong nach Übergabe der britischen Kronkolonie an China (1. Juli 1997) ist von weltpolitischem Interesse. Am 19. Dezember 1999 wurde das portugiesische Überseegebiet Macao an China zurückgegeben.

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