Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Meere

Windows Live® Suchergebnisse

  • Greenpeace - Themen - Meere

    Seit Millionen von Jahren gibt es Ozeane auf unserem Planeten, doch der Mensch hat nur wenige Jahrzehnte gebraucht, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Überfischte Meere ...

  • WWF-Deutschland: Meere & Küsten

    Die Umweltstiftung WWF Deutschland ist aktiv zum Schutz bedrohter Pflanzen- und Tierarten und gefährdeter Naturlandschaften wie Wälder, Feuchtgebiete, Flüsse ... Die ...

  • Meere

    Der größte Teil der Erde ist von Wasser bedeckt – und voller Rätsel. ... Deutschland erwirbt Lizenz zum Abbau von Manganknollen in der Tiefsee. Der WWF befürchtet fatale ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Meere

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Lebensraum OzeanLebensraum Ozean
Artikelgliederung
1

Einleitung

Meere, die großen, zusammenhängenden Salzwassermassen der Erde. Die Erdoberfläche wird zu 71 Prozent (das sind 361 Millionen Quadratkilometer) von Wasser eingenommen.

Die Meere enthalten 1,3 Milliarden Kubikkilometer Wasser, das sind 97 Prozent des auf der Erde vorkommenden Wassers (aber nur 0,12 Prozent des Volumens der Erde). Das restliche Wasser ist Süßwasser, das sich auf Binnengewässer wie Seen und Flüsse sowie auf Schnee und Eis wie Inlandeismassen und Gletscher verteilt. Die Atmosphäre enthält nur ein tausendstel Prozent. Fast 90 Prozent der Wasseroberfläche entfallen auf die drei Ozeane Atlantischer, Pazifischer und Indischer Ozean. Mit den Ozeanen sind die kleineren Nebenmeere verbunden. Dazu zählen die so genannten Mittelmeere, die zwischen Kontinenten liegen, wie z. B. das europäisch-asiatisch-afrikanische Mittelmeer oder das Karibische Meer, Binnenmeere wie die Ostsee oder das Schwarze Meer, Randmeere wie die Nordsee oder das Südchinesische Meer, aber auch die zahlreichen Meerengen (z. B. der Bosporus und die Straße von Gibraltar) und Meeresstraßen (u. a. die Malaccastraße und die Straße von Moçambique).

Meere spielen eine zentrale Rolle im Kohlenstoffkreislauf und prägen wegen ihrer großen Ausdehnung das Klima auf der Erde entscheidend mit. Der globale Wasserkreislauf wird vor allem durch die Verdunstung aus den Meeren angetrieben. Zudem beherbergen die Meere eine enorme biologische Vielfalt, dienen dem Menschen als Nahrungsquelle und sind Lagerstätte von Rohstoffen.

2

Naturräumliche Gliederung

Nach Wassertiefe und Entfernung von der Küste werden folgende Meeresräume oder -bereiche unterschieden: An die Küste schließt sich der flache Kontinentalschelf oder -sockel (oder der neritische Meeresbereich) an. Er reicht bis in eine Tiefe von 200 Metern hinab und von der Küste – je nach Gefälle des Meeresgrundes in küstennahen Gewässern – zehn bis maximal 1 700 Kilometer ins Meer hinaus. Auch bei weit in das Meer vorrückendem Kontinentalschelf ist die mittlere Neigung relativ niedrig. Das Schelfmeer ist noch von der Sonne durchschienen und bietet so gute Bedingungen für pflanzliches und tierisches Leben; es beherbergt reiche Fischgründe und ist aufgrund seiner biologischen Vielfalt ökologisch sehr wichtig. Hier finden sich auch ergiebige Lagerstätten von Erdöl und -gas. Nebenmeere wie die Nordsee liegen ganz auf dem Kontinentalschelf.

An den Kontinentalschelf schließt sich der Kontinentalhang an. Diese 20 bis 100 Kilometer breite Zone fällt relativ steil bis in eine Tiefe von rund 2 000 Metern ab und geht in den häufig schwächer geneigten Kontinentalfuß über, der bis zu 1 000 Kilometer breit ist und in eine Tiefe von 4 000 Metern reicht. Kontinentalhang und -fuß werden auch als hemipelagischer Bereich zusammengefasst. Unterhalb davon beginnt der Bereich der Tiefsee (pelagischer Bereich). Hier ist der Meeresboden über weite Strecken flach, kann aber durchaus eine stärkere Topographie aufweisen.

Zu den morphologisch wichtigen Großformen des Meeresbodens gehören die Mittelozeanischen Rücken und die Tiefseegräben. Dies sind tektonisch aktive, mit Erdbebenherden und Vulkanismus verbundene Zonen. Ihre Entstehung und ihre Rolle als Dehnungs- bzw. Kollisionszonen erklärt die Plattentektonik. Die Tiefseegräben sind die tiefsten Regionen des Meeresbodens, der tiefste Punkt liegt mit 11 033 Metern im Marianengraben im westlichen Pazifik.

3

Zusammensetzung und Eigenschaften des Meerwassers

Das Meerwasser weist einen durchschnittlichen Salzgehalt von 35 Promille oder Gramm gelöster Salze pro Kilogramm Meerwasser auf. In Nebenmeeren kann der Salzgehalt durch Vermischung mit Süßwasser niedriger sein (Ostsee: zwischen zwei und 20 Promille) oder durch stärkere Verdunstung höher sein (Rotes Meer: 41 Promille, das Tote Meer als Binnenmeer: 280 Promille). Die Zusammensetzung der gelösten Salze ist – unabhängig vom Salzgehalt – weltweit annähernd konstant. Die Hauptanteile sind Kochsalz NaCl, Chlormagnesium MgCl2, Magnesiumsulfat MgSO4, Gips CaSO4 · 2 H2O, Kaliumsulfat K2SO4, Calciumcarbonat CaCO3, Magnesiumbromid MgBr2. Alle anderen gelösten Stoffe machen weniger als ein zehntel Promille aus. Im Meerwasser sind 70 verschiedene chemische Elemente nachgewiesen, wenn auch zum Teil in äußerst geringer Konzentration. So enthält ein Kilogramm Meerwasser vier millionstel Milligramm Gold. Neben Salzen sind im Meerwasser auch die Gase der Luft gelöst, also Stickstoff, Sauerstoff und Kohlendioxid. Durch seinen Salzgehalt besitzt Meerwasser einen niedrigeren Gefrierpunkt als Süßwasser (-1,9 °C bei 35 Promille Salzgehalt). Auch die Temperatur, bei der Wasser seine größte Dichte besitzt, sinkt mit zunehmendem Salzgehalt von 4 °C bei Süßwasser auf -3,73 °C bei einem Salzgehalt von 36 Promille.

4

Dynamik des Meeres

Bei den Wasserbewegungen unterscheidet man Meeresströmungen, Meereswellen und Gezeiten. Meeresströmungen sind konstante, meist horizontale, aber auch vertikale, über größere Distanzen reichende Bewegungen des Wassers. Der Wind erzeugt die eher oberflächennahen und unbeständigen Driftströme; Temperatur-, Dichte- und Druckunterschiede bewirken die Gradientströme, die große Wasserkreisläufe aufbauen. Die durch die Erdrotation hervorgerufene Coriolis-Kraft lenkt die Meeresströmungen ab: auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links.

Die Ozeane weisen ein gemeinsames Muster der vorherrschenden Meeresströmungen auf, die zu ausgeprägten Kreisläufen verbunden sind: Die Äquatorialströme verlaufen von Ost nach West annähernd parallel zum Äquator, unterschieden werden der Nord- und der Südäquatorialstrom. Vor allem im Pazifik ist dazwischen noch ein von Westen nach Osten ziehender Äquatorialer Gegenstrom ausgeprägt. An den Ostküsten der Kontinente werden die Äquatorialströme nach Norden und Süden abgelenkt. Das System der Meeresströmungen im Atlantischen Ozean ist besonders auffällig. So wird z. B. der Südäquatorialstrom vor Brasilien geteilt, fließt nach Süden als Brasilstrom und nach Norden als Guayanastrom; dieser vereinigt sich mit dem Nordäquatorialstrom zur Karibischen Strömung, die zusammen mit dem Antillenstrom zunächst vom Golfstrom, dann vom Nordatlantischen Strom fortgesetzt wird. Dieser nach Nordosten fließende Strom teilt sich vor Europa; die mittlere Strömung fließt zur Küste von Europa und dreht dann nach Norden ab, ein nach Norden führender Teil des Nordatlantischen Stroms (Irminger-Strom) verläuft bis zur Süd- und Westküste von Island), eine südliche Abzweigung fließt an den Azoren und den Kanarischen Inseln vorbei und mündet als Kanarenstrom wieder in den Nordäquatorialstrom, womit sich ein Kreislauf geschlossen hat. Neben diesen Oberflächenströmen gibt es Tiefenströme, die vor allem für einen Austausch zwischen den Wassermassen der polaren und tropischen Breiten sorgen. Auftriebsströmungen bringen nährstoffreiches, kaltes Wasser vom Meeresboden an die Meeresoberfläche, z. B. an den Westküsten Südamerikas oder Afrikas.

Zurück
| |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft