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Windows Live® Suchergebnisse RheinlandEnzyklopädieartikel
Rheinland, nicht genau definierte Bezeichnung für ein Gebiet im Westen Deutschlands beiderseits des Mittel- und Niederrheins. Es umfasst Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg. Im Rheinland gibt es reiche Vorkommen an Bodenschätzen, insbesondere Kohle, Blei, Magnesium, Erdöl und Uran. Diese Bodenschätze und die durch die natürlichen Wasserwege kostengünstigen Transportmöglichkeiten haben diese Region zu einem bedeutenden Industriestandort werden lassen. Im Rheinland entstanden zahlreiche Städte. Im Zuge der Herausbildung des Westfränkischen Reiches, des späteren Frankreich, und des Ostfränkischen Reiches, des späteren Heiligen Römischen Reiches, fiel das Rheinland 925 an das Ostfränkische Reich und teilte sich in der Folge auf die Herzogtümer Franken, Nieder- und Oberlothringen auf. Ab dem Hochmittelalter zerfiel es in zahlreiche weltliche und geistliche Fürstentümer, wie z. B. die Grafschaften Kleve und Berg, die Herzogtümer Jülich und Geldern, die Kurpfalz und die geistlichen Territorien Köln, Trier, Mainz, Speyer und Worms. Ab dem frühen 17. Jahrhundert erwarb Brandenburg-Preußen rheinländisches Territorium, u. a. Kleve und Geldern; ab der Mitte des 17. Jahrhunderts gewann Frankreich sukzessive das Elsass und Lothringen, und unter Napoleon vereinnahmte es das gesamte linke Rheinufer. Nach den Befreiungskriegen kam das Rheinland an Preußen, das 1824 die einzelnen rheinländischen Provinzen Jülich-Kleve-Berg und Niederrhein zur Rheinprovinz vereinigte. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg annektierte das Deutsche Reich 1871 das Elsass und Teile Lothringens. Dieses so genannte Reichsland Elsass-Lothringen kam nach dem 1. Weltkrieg durch den Versailler Vertrag (1919) wieder an Frankreich; außerdem wurde das beim Deutschen Reich verbliebene linksrheinische Gebiet sowie ein 50 Kilometer breiter Streifen rechts des Rheines zur entmilitarisierten Zone erklärt und der Oberhoheit der von den Siegermächten eingesetzten so genannten Rheinland-Kommission unterstellt. 1919 besetzten alliierte Truppen das linksrheinische Gebiet, 1921/1923 auch rechtsrheinische Städte; bis 1930 wurden die besetzten Gebiete nach Verhandlungen mit Deutschland wieder geräumt. 1936 ließ Hitler unter Bruch des Versailler Vertrages und des Locarnopaktes deutsche Truppen in die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes einrücken. Im 2. Weltkrieg war das Rheinland als bedeutende Industrieregion schweren Bombenangriffen der Alliierten ausgesetzt. Nach dem Krieg gehörte es zunächst zur französischen und zur britischen Besatzungszone und wurde schließlich auf die oben genannten, neu errichteten Bundesländer aufgeteilt.
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