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Windows Live® Suchergebnisse SintflutEnzyklopädieartikel
Sintflut, in zahlreichen Religionen und Mythologien eine Überschwemmung von katastrophalen Ausmaßen am Anfang der Geschichte. Zumeist gilt sie als eine durch den Zorn eines Gottes ausgelöste Säuberung, die ihren Ursprung im Fehlverhalten der Menschheit hat. In der Genesis etwa bereut Jahwe angesichts der Schlechtigkeit der Menschen, diese geschaffen zu haben, und er beschließt, alles Leben zu vernichten. Noah jedoch findet aufgrund seiner Rechtschaffenheit die Gunst Jahwes, der ihn anweist, eine Arche zu bauen, durch die sowohl die menschlichen Nachkommen als auch die Tiere bewahrt würden. Das Motiv der Flut stammt aus der mesopotamischen Mythologie. Ein geschichtlicher Hintergrund dieses Motivs sind wahrscheinlich Überschwemmungen des Landes durch die beiden großen Flüsse Euphrat und Tigris. Zudem löste ein Temperaturanstieg nach der letzten Eiszeit wegen des Abschmelzens der Eismassen einen Anstieg des Meeresspiegels und damit möglicherweise im Bereich des Schwarzen Meeres erhebliche Überschwemmungen aus. 1999 orteten amerikanische Forscher an den Rändern des Schwarzen Meeres in rund 140 Meter Tiefe eine seit fast 8 000 Jahren versunkene Küstenlinie, die Schauplatz der biblischen Sintflut gewesen sein könnte. Durch den nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels sei das Mittelmeer an der Stelle des heutigen Bosporus über die Landbrücke getreten und habe sich zwei Jahre lang mit täglich 16 Kubikkilometern Salzwasser in einen See ergossen, dessen Wasseroberfläche täglich um 15 Zentimeter gestiegen, rasch zum Meer angeschwollen sei und das Land überflutet habe. 2002 wurde diese Theorie mit ihren dramatischen Szenarios von amerikanischen Geowissenschaftlern widerlegt. Im Gilgamesch-Epos, einer babylonischen Heldenerzählung sumerischen Ursprungs, sendet der hohe Gott Enlil eine Überschwemmung, um die Menschheit zu vernichten. Nur Utnapishtim gelang es, die Flut zu überleben. Dazu baute er eine Arche und nahm Samen aller lebenden Wesen mit an Bord. In einem chinesischen Mythos wird ein Held namens Yu von dem Herrscher Shun damit beauftragt, eine Überschwemmung unter Kontrolle zu bringen. Nachdem er 13 Jahre lang schwer gearbeitet hat, löst er das Problem dadurch, dass er Kanäle anlegt. Als Belohnung dafür dankt der Herrscher zu seinen Gunsten ab. Bei den australischen Aborigines hat der Mythos von der großen Flut, die eine vorher bestehende Welt zerstörte und auch eine neue soziale Ordnung schuf, seinen geschichtlichen Hintergrund möglicherweise ebenfalls darin, dass nach der letzten Eiszeit die Temperaturen anstiegen und der Meeresspiegel stieg. In einigen Versionen ist die Flut das Werk der großen (Regenbogen-)Schlange Yulunggul, die sie aus Ärger über die Verschmutzung ihres Wasserloches durch die beiden Wawalag-Schwestern Waimariwi und Boaliri sandte, deren Reisen in den Schöpfungsmythen der Aborigines eine wichtige Rolle spielen. Yulunggul verschlingt die Schwestern und ihre beiden Kinder, speit sie aber wieder aus, nachdem die Flut zurückgegangen ist, und erschafft die ersten Bewohner der neuen Welt. Das Motiv der Flut findet sich auch in der indischen und in der griechischen Mythologie. Während die Flutmythen die zerstörende Kraft des Wassers zeigen, führen Schöpfungsmythen oft die Ursprünge der Welt auf ein Gewässer oder Urmeer zurück.
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