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Windows Live® Suchergebnisse DeismusEnzyklopädieartikel
Deismus (von lateinisch deus: Gott), seit der Aufklärung die philosophische Auffassung, dass Gott zwar der Schöpfer der Welt sei, aber seit dem Schöpfungsakt außerhalb der Geschichte stehe, sich nicht mehr offenbare und keinen Einfluss mehr auf das Geschehen der Welt habe. Der Deismus entstand als Religionsphilosophie im 17. und 18. Jahrhundert in England. Hauptvertreter waren Edward Herbert, John Toland und Charles Blount, die eine Vernunftreligion vertraten und sich gegen die übernatürlichen oder irrationalen Elemente in der jüdischen und der christlichen Überlieferung wandten. David Hume war von deistischen Ideen ebenso stark beeinflusst wie John Locke, für den die christliche Weltanschauung nur noch ein sittliches Instrument zur Erlangung der Seligkeit war. Mit Voltaire kamen deistische Vorstellungen nach Frankreich und der Enzyklopädist Diderot verfasste seine Religionsartikel auf der Grundlage der deistischen Religionskritik. Im deutschsprachigen Kulturraum ging der Deismus allmählich in den Rationalismus über. Immanuel Kant betitelte 1793 seine religionsphilosophische Abhandlung mit dem programmatischen Titel Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. Deisten propagieren eine natürliche Religion, nach der jeder Mensch unabhängig kirchlicher Institutionen und „naturgegeben” Gott erkennen könne. Jedem Menschen wohne diese Erkenntnisfähigkeit inne oder er könne sie durch die Vernunft erlangen. Die Gültigkeit religiöser Behauptungen, die auf Offenbarung oder den bestimmten Lehren einer Kirche beruhen, werden verneint. Der Deismus steht zwischen zwei extremen theologischen Polen: dem Atheismus, der jegliche Existenz Gottes konsequent leugnet, und dem Theismus, der einen personifizierten, handelnden Gott annimmt. Deistische Vorstellungen finden sich ebenso im Unitarismus und im Modernismus.
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