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Südamerika

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Artikelgliederung
4.7

Energie

Erdöl und Erdgas sind die beiden wichtigsten Energiequellen Südamerikas. Häufig finden jedoch auch die traditionellen Brennstoffe Holz und Holzkohle Verwendung, die gelegentlich noch zur Herstellung von Eisen, Stahl oder Zucker eingesetzt werden. Die Energieversorgung wird in Argentinien, Venezuela und Kolumbien durch Ölraffinerien sowie durch Gaspipelines gewährleistet. Allerdings transportieren die meisten Pipelines in Südamerika Rohöl und Erdgas zu den Exporthäfen und nicht zu den Binnenmärkten. Aus Zuckerrohr gewonnener Alkohol wird in Brasilien als Treibstoff verwendet. Heute stellt die Wasserkraft über 60 Prozent der gesamten Stromerzeugungskapazität in Paraguay, Brasilien, Uruguay, Kolumbien und Bolivien. Auch in Peru, Chile, Ecuador, Suriname und Argentinien werden mehr als 40 Prozent der Elektrizität durch Wasserkraftwerke erzeugt.

5

Geschichte

Zur Geschichte der präkolumbischen Kulturen Südamerikas Siehe Araukaner; Arawak; Archäologie: Amerika; Kariben; Chibcha; Peru: Geschichte; präkolumbianische Kunst und Architektur; Tiahuanaco; Tupí-Guaraní.

Nach 1453, als die Türken die Eroberung des Byzantinischen Reiches abgeschlossen und die Kontrolle über den östlichen Mittelmeerraum gewonnen hatten, sahen sich die europäischen Staaten gezwungen, einen neuen Seeweg nach Indien zu finden. 1492 versuchte Christoph Kolumbus dies, indem er nach Westen über den Atlantik segelte; er landete jedoch auf den heutigen Westindischen Inseln.

Nach Kolumbus’ Rückkehr nach Europa kam es zwischen Spanien und Portugal zu Auseinandersetzungen über Gebietsansprüche in der Neuen Welt. Der Streit wurde 1493 durch Papst Alexander VI. beigelegt; er teilte Portugal alle Gebiete der Neuen Welt östlich einer Grenzlinie im Atlantischen Ozean, die etwa 483 Kilometer westlich der Azoren genau von Norden nach Süden verlief, zu, während Spanien alle Gebiete westlich dieser Linie erhielt (siehe Demarkationslinie). Nach einer späteren Änderung dieser Demarkationslinie wurde Portugal die Oberhoheit über den Osten Südamerikas, der später zum Staat Brasilien wurde, zugesprochen.

Kolumbus sichtete am 1. August 1498 auf seiner dritten Fahrt das südamerikanische Festland auf der Höhe der Mündung des Orinoco.

5.1

Postkolumbische Entdecker

Der nächste Europäer, der den südamerikanischen Kontinent erreichte, war der portugiesische Seefahrer Pedro Álvares Cabral (1500). Die Portugiesen, die mittlerweile durch die Umsegelung Afrikas den Seeweg nach Indien gefunden hatten, schenkten dem von Cabral entdeckten Gebiet während der folgenden drei Jahrzehnte nur wenig Beachtung. Die Spanier verstärkten dagegen die Erforschung und Kolonisierung der Neuen Welt und konzentrierten sich dabei zunächst auf die Westindischen Inseln und Mittelamerika. 1519 begann der portugiesische Seemann Ferdinand Magellan für die spanische Krone eine Westroute in den Orient zu suchen. Am 28. November 1520 durchfuhr er erstmals die nach ihm benannte Meeresstraße.

5.2

Eroberung des Landesinneren

Die systematische Erforschung und Eroberung des Landesinneren Südamerikas ging von Deutschen aus. 1529 erhielt Bartholomäus Welser große Landgebiete in Südamerika vom spanischen König Karl V. zugesprochen. Welser entsandte sofort eine Expedition in das Gebiet des heutigen Venezuela. 17 Jahre später wurde diese Landzuteilung rückgängig gemacht, zum Teil auch aufgrund der extremen Brutalität der deutschen Kolonisten gegenüber der ansässigen Bevölkerung.

Der erste Europäer, der erfolgreich ins Landesinnere vordrang, war der Spanier Francisco Pizarro. Von Panamá aus eroberten seine Truppen das über große Goldreserven verfügende Reich der Inka (1531). Innerhalb von fünf Jahren brachte Pizarro durch Waffengewalt und Verrat das Inkareich, das die heutigen Länder Peru, Chile und Bolivien umfasste, unter seine Kontrolle. Die Eroberung und Kolonisierung des Gebiets um den Rio de la Plata wurde 1535 vom spanischen Feldherrn Pedro de Mendoza eingeleitet, der 1536 eine Siedlung, das heutige Buenos Aires, anlegen ließ. Zwischen 1536 und 1538 unterwarf der Feldherr Gonzalo Jiménez de Quesada das Volk der Chibcha im heutigen Kolumbien. 1539 überquerte Gonzalo Pizarro, der Bruder Franciscos, die Anden und erreichte die Quellflüsse des Amazonas. Einer seiner Begleiter, Francisco de Orellana, folgte dem Fluss bis zu seiner Mündung und erreichte so 1541 den Atlantik. Im Jahr davor hatte der Conquistador Pedro de Valdivia mit der systematischen Unterwerfung der Araukaner, der Bewohner des heutigen Chile, begonnen. 1541 gründete er Santiago. Um 1530 begannen die Portugiesen, Stützpunkte entlang der Ostküste Südamerikas anzulegen und sicherten sich damit das Gebiet des heutigen Brasilien.

5.3

16. bis 18. Jahrhundert

Das Vizekönigreich Peru (gegründet 1542) und andere Audiencias (Verwaltungseinheiten) Spanisch-Südamerikas verfügten neben ungeheuren Vorkommen an Bodenschätzen (insbesondere die Silberminen Perus) auch über andere natürliche Ressourcen wie Nutzholz und Ackerland. Landwirtschaft und Viehhaltung florierten. Siedler konnten ihren Wohlstand durch die Ausbeutung von Sklavenarbeit mehren.

Auf der Suche nach Reichtum, Land und Abenteuern strömten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Zehntausende von Einwanderern in die spanischen und portugiesischen Überseebesitzungen. Die Kirche und die verschiedenen katholischen Orden erhielten als Gegenleistung für die Christianisierung, Erziehung und Befriedung der einheimischen Bevölkerung zahlreiche Privilegien verliehen und riesige Ländereien zugewiesen.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts beherrschten Spanien und Portugal ganz Südamerika außer Guyana, das Großbritannien, Frankreich und die Niederlande in ihren Besitz gebracht und unter sich aufgeteilt hatten. Zahlreiche Kriege hatten jedoch die Seestreitkräfte der iberischen Mächte stark geschwächt, was dazu führte, dass die Niederlassungen in den Küstengebieten der Neuen Welt sowie ihre Handelsflotten häufig von englischen, niederländischen und französischen Piraten überfallen wurden. Die spanischen und portugiesischen Könige, die den Handel der Kolonien von Anfang an monopolisiert hatten, belegten die Wirtschaft mit immer höheren Steuern. Daraus resultierende öffentliche Unruhen in den spanischen Kolonien schlugen häufig in offene Aufstände um, insbesondere in Paraguay (1721-1735), in Peru (1780-1782) und in Neugranada (1781).

Soziale Ungleichheit war ein weiterer Grund für die Unzufriedenheit der spanischen und portugiesischen Siedler. Die so genannten Peninsulares waren im Mutterland geborene Spanier, die in den Kolonien führende Positionen innehatten. Es handelte sich gewöhnlich um Adelige, die andere soziale Gruppen verachteten und lediglich den Wunsch hegten, in den Kolonien Reichtümer zu erwerben, um dann nach Europa zurückzukehren. Den Kreolen, in Amerika geborenen Nachkommen europäischer Eltern, standen laut Gesetz die gleichen politischen Vorrechte zu wie den Peninsulares; in der Praxis wurden ihnen diese Rechte jedoch häufig vorenthalten. Aufgrund ihrer sozialen Stellung schlossen sich die Kreolen politisch häufig mit den Mestizen und Mulatten zusammen. In Brasilien, wo die afrikanischen Sklaven mehr als 50 Prozent der Bevölkerung stellten (1818 mehr als eine Million), kam es häufig zu Sklavenaufständen. In den spanischen Besitzungen war der Anteil von Sklaven an der Gesamtbevölkerung wesentlich geringer.

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