Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Tiberius", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Tiberius

Windows Live® Suchergebnisse

  • Tiberius – Wikipedia

    Dieser Artikel behandelt den römischen Kaiser Tiberius. Für den allgemeinen Namen siehe Tiberius (Vorname).

  • Tiberius Film

    Tiberius Film: ein Vertrieb für außergewöhnlich gute Filme ... Mit Horrorfilm-Stars KATHARINE ISABELLE aus „FREDDY VS. JASON“ und CHELAN SIMMONS aus „FINAL DESTINATION 3 ...

  • Tiberius Sempronius Gracchus – Wikipedia

    Tiberius Sempronius Gracchus (* 162 v. Chr.; † 133 v. Chr.) war ein römischer Politiker, der als Volkstribun weitgehende Reformen des römischen Staates und der römischen ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Tiberius

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Büste des TiberiusBüste des Tiberius
Artikelgliederung
1

Einleitung

Tiberius eigentlich Tiberius Julius Caesar Augustus, (42 v. Chr. bis 37 n. Chr.), römischer Kaiser (14-37 n. Chr.).

Tiberius wurde am 16. November 42 v. Chr. unter dem Namen Tiberius Claudius Nero als ältester Sohn des Tiberius Claudius Nero und der Livia Drusilla in Rom geboren. 38 v. Chr. ließ sich seine Mutter scheiden und heiratete den Triumvirn Octavian, den späteren Kaiser Augustus, in dessen Haus Tiberius nun erzogen wurde. 26 bis 24 v. Chr. nahm er an den Kämpfen in Spanien teil, 23 v. Chr. war er Quästor, und 20 v. Chr. führte er einen Feldzug gegen Armenien an, in dessen Verlauf er Tigranes II. auf den armenischen Thron brachte. 16 v. Chr. war er Prätor, und in den Jahren 15 bis 13 v. Chr. brachte er zusammen mit seinem Bruder Drusus Rätien und das im Norden anschließende Vindelicien unter römische Herrschaft. Im Jahr 13 v. Chr. war er Konsul, und von 12 bis 9 v. Chr. unternahm er mehrere Feldzüge nach Pannonien und Dalmatien und sicherte die Donaugrenze. 9 v. Chr. eilte er in einem Gewaltritt zu seinem sterbenden Bruder nach Germanien und brachte den Toten dann nach Rom. In den beiden folgenden Jahren hatte er den Oberbefehl in Germanien inne, unterwarf die Germanen zwischen Rhein und Elbe und siedelte etwa 40 000 Sugambrer und Sweben in linksrheinisches Gebiet um. 7 v. Chr. war er ein zweites Mal Konsul, und 6 v. Chr. erhielt er für fünf Jahre die tribunica potestas (siehe Volkstribune).

Bereits 12 v. Chr. hatte Tiberius auf die Anordnung seines Stiefvaters seine Ehe mit Vipsania Agrippina, der Tochter des Feldherren Marcus Vipsanius Agrippa, gelöst, und 11 v. Chr. heiratete er Augustus’ Tochter Julia, die Witwe Agrippas. Um sowohl seiner ungeliebten Ehefrau wie auch deren Söhnen Gaius und Lucius Caesar aus ihrer Ehe mit Agrippa – den Adoptivsöhnen des Kaisers und dessen potentiellen Nachfolgern – und damit der Nachfolgefrage im Kaiserreich überhaupt aus dem Wege zu gehen, begab sich Tiberius 6 v. Chr. in die freiwillige Verbannung nach Rhodos, wo er sich verschiedenen Studien widmete.

Als Tiberius im Jahr 2 n. Chr. nach Rom zurückkehrte, hatte Augustus Julia wegen unsittlichen Lebenswandels und politischer Intrigen verbannt. Nach dem Tod seiner Adoptivsöhne Gaius und Lucius Caesar (4 bzw. 2 n. Chr.) sah sich Augustus 4 n. Chr. gezwungen, neben Julias letztem Sohn Agrippa Postumus (der wenig später enterbt und verbannt wurde) auch den Tiberius als möglichen Nachfolger zu adoptieren; Tiberius selbst musste den Germanicus, den Sohn seines Bruders Drusus adoptieren. Ebenfalls 4 n. Chr. erhielt Tiberius die tribunica potestas für zehn Jahre und zog erneut nach Germanien, wo er bis zur Weser vordrang und im folgenden Jahr zusammen mit der römischen Flotte die Langobarden an der Unterelbe bekriegte. 6 n. Chr. bereitete er gerade einen Angriff auf die Markomannen unter Marbod in Böhmen vor, als in Pannonien und Dalmatien ein Aufstand ausbrach, den er erst 8/9 n. Chr. unter großen Anstrengungen niederwerfen konnte. Nach der Niederlage des Varus 9 n. Chr. übernahm Tiberius wieder den Oberbefehl über die Rheinarmee, sicherte die Rheingrenze und unternahm 11/12 n. Chr. zusammen mit seinem Adoptivsohn Germanicus kleinere Vorstöße über den Rhein nach Osten. Im Oktober 12 n. Chr. erhielt er, nach Rom zurückgekehrt, seinen pannonischen Triumph, und 13 n. Chr. übertrug ihm Augustus erneut die tribunica potestas sowie das Imperium und machte ihn damit de facto zum Mitregenten.

2

Kaisertum

Nach dem Tod des Augustus im August 14 übernahm Tiberius nur zögerlich dessen Nachfolge; zudem bestand er darauf, dass ihn der Senat offiziell zum Prinzeps (siehe Prinzipat) wählte. Irritationen, die unmittelbar zu Beginn seiner Regierung durch die Ermordung des Agrippa Postumus auftraten, konnten rasch bereinigt werden; Tiberius hatte allem Anschein nach keinerlei Anteil an der Ermordung. Auch Meutereien der Heere in Pannonien und Untergermanien beeindruckten ihn nicht so tief, dass er Rom verlassen hätte. Schwerer wogen dagegen die zunehmenden Konflikte innerhalb seiner eigenen Familie, insbesondere mit Germanicus, den er 16 aus Germanien abzog, und mit dessen Frau Agrippina der Älteren. Ab 15 ließ Tiberius, verunsichert durch oppositionelle Kräfte, mehr und mehr Majestätsprozesse durchführen, wodurch die innenpolitische Lage zunehmend beunruhigt wurde. Ab 20 gewann der Prätorianerpräfekt Lucius Aelius Seianus immer größeren Einfluss auf den Kaiser, der auch nicht durch die Ermordung des Drusus, des Sohnes des Tiberius, im Jahr 23 gemindert werden konnte – Drusus war wahrscheinlich auf Betreiben des Seianus vergiftet worden. 26 übersiedelte der Kaiser auf die Insel Capri (wo noch heute die Reste seiner Villen zu sehen sind) und überließ die Regierung weitgehend Seianus. Als der aber selbst das Prinzipat anstrebte, ließ ihn Tiberius 31 verhaften, verurteilen und zusammen mit zahlreichen Anhängern und Mitgliedern seiner Familie hinrichten. In den folgenden Jahren bis zu seinem Tod am 16. März 37 in Misenum (in der Nähe von Neapel) hielt sich Tiberius völlig von Rom fern.

Tiberius’ Innenpolitik war geprägt von dem Bestreben nach Gerechtigkeit und Wohlfahrt und vor allem von dem unbedingten Willen, sich den von Augustus vorgegebenen Herrschaftsstrukturen des Prinzipats unterzuordnen. Tiberius sah sich als Diener des Senats ebenso wie der römischen Bürger und stützte seine Herrschaft ganz auf den Senat. Den Staatshaushalt verwaltete er mit größter Sparsamkeit, die Provinzen und deren Verwaltung überwachte er sorgfältig, überhand nehmendem Luxus suchte der selbst bescheidene und bedürfnislose Kaiser einen Riegel vorzuschieben.

In der Außenpolitik setzte Tiberius den von Augustus am Ende eingeschlagenen konservativen, d. h. auf die Bewahrung des Bestehenden ausgerichteten Kurs fort. 16 berief er Germanicus nach dessen teilweise recht verlustreichen Unternehmungen aus Germanien zurück, beendete damit die Phase der großen Offensiven auf rechtsrheinisches Gebiet und beschränkte sich auf die Rheingrenze. Anschließend betraute er Germanicus mit einem umfassenden Oberkommando zur Festigung der römischen Herrschaft im Osten; u. a. wandelte dort Germanicus Kappadokien in eine römische Provinz um und sicherte den Frieden mit den Parthern. 21 ließ Tiberius einen Aufstand in Gallien niederwerfen, in den Jahren 22 bis 25 wurden rebellische thrakische Stämme mit Erfolg bekämpft, und 25 konnten nach jahrelangen Auseinandersetzungen Unruhen in Nordafrika niedergeschlagen werden. 35/36 griff Tiberius in die parthischen Thronwirren ein und brachte Tiridates III. auf den armenischen Thron.

Die wichtigsten Quellen zu Tiberius sind die Werke der römischen Historiker Tacitus, Sueton und Cassius Dio; deren Bild von Tiberius als menschenscheue, zunehmend misstrauische und düstere Persönlichkeit wurde erst in der neueren Forschung revidiert.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft