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Schweinswale

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Dalls-Hafen­schweinswalDalls-Hafen­schweinswal

Schweinswale, weltweit vor allem in Küstenregionen verbreitete Familie kleiner Zahnwale mit sechs Arten, die eng mit den Delphinen verwandt sind.

Schweinswale sind mit Körperlängen von 1,3 bis 1,8 Metern im Allgemeinen kleiner als Delphine. Sie haben einen runden, stumpf zulaufenden Kopf ohne die charakteristische schnabelförmige Schnauze der Delphine. Die (nicht bei allen Arten ausgebildete) Rückenfinne ist dreieckig und nicht hakenförmig wie bei den Delphinen. Im Gegensatz zu Delphinen springen Schweinswale nie ganz aus dem Wasser.

Die häufigste Art ist der auch in Nord- und Ostsee verbreitete, rund anderthalb Meter große Schweinswal, der auch Gewöhnlicher Schweinswal oder Kleiner Tümmler genannt wird (obwohl er einer anderen Familie angehört als der Große Tümmler). Seine Oberseite ist blauschwarz, die Unterseite meist weißlich gefärbt. Der Schweinswal lebt in den kühlen und kalten Gewässern der nördlichen Hemisphäre, insbesondere in der Nähe von Meeresbuchten und Mündungen großer Flüsse. Im Gegensatz zu Delphinen ist er selten im offenen Meer oder in den Bugwellen bzw. im Kielwasser von Schiffen anzutreffen. Schweinswale leben in kleinen Schulen (Gruppen). Sie spüren Fische (u. a. Heringe) in trübem Wasser oder in großen Meerestiefen mit Hilfe ihrer Ultraschall-Echoortung auf, die ihnen außerdem zur räumlichen Orientierung dient. Die Weibchen bringen ihr Kalb etwa elf Monate nach der Begattung zur Welt, die zwischen Juni und September stattfindet.

Westlich von Sylt und Amrum, wo bis zu 6 000 Schweinswale mit ihren Jungen leben, wurde im Jahr 2000 ein bis zur Zwölf-Meilen-Hoheitsgrenze Deutschlands reichendes Walschutzgebiet eingerichtet; die Schutzwirkung dieses Gebiets, in dem z. B. keine Windkraftanlagen errichtet werden dürfen, wurde von Greenpeace allerdings als gering erachtet, u. a. weil der Fischfang dort kaum Beschränkungen unterliegt. Schweinswale sind in der Nordsee vor allem durch kilometerlange Stellnetze gefährdet, in denen jedes Jahr Tausende dieser Tiere ertrinken. Der Gesamtbestand der Schweinswale in der Nordsee wird auf rund eine Viertelmillion Tiere geschätzt; in der Ostsee leben einer 2006 veröffentlichten Schätzung zufolge zwischen 900 und 2 600 Schweinswale.

Das Verbreitungsgebiet der anderen Schweinswalarten ist weniger ausgedehnt. Der Dalls-Hafenschweinswal hat an der Unterseite und den Flanken eine deutliche weiße Zeichnung. Er lebt im kalten Wasser des Nordpazifiks und kommt im Süden bis Japan vor. Der Indische Schweinswal, der keine Rückenfinne hat, besiedelt Meeresbuchten in Süd- und Ostasien. Im Norden des Golfes von Kalifornien lebt auf lediglich 2 200 Quadratkilometer Meeresfläche der maximal 1,5 Meter große Kalifornische Schweinswal oder Vaquita, eine der kleinsten Walarten. Sein Bestand wurde 2006 auf nur noch 400 Tiere geschätzt; die stärkste Gefahr für diese akut bedrohte Art sind die von mexikanischen Fischern ausgebrachten Treibnetze. In südamerikanischen Küstengewässern lebt der dunkelgrau gefärbte Burmeister-Schweinswal. Der nach seiner dunklen Brillenzeichnung benannte Brillenschweinswal ist in subantarktischen Meeren anzutreffen.

Systematische Einordnung: Schweinswale bilden die Familie Phocoenidae der Ordnung Cetacea. Der Schweinswal oder Kleine Tümmler trägt den wissenschaftlichen Namen Phocoena phocoena, der Dalls-Hafenschweinswal heißt Phocoenoides dalli, und der Indische Schweinswal wird Neophocoena phocaenoides genannt. Der Kalifornische Schweinswal heißt Phocoena sinus. Der Burmeister-Schweinswal heißt Phocoena spinipinnis, der Brillenschweinswal Australophocaena dioptrica.

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