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Antonio Salieri (1750-1825), italienischer Komponist. Als Urheber von Opern der Neapolitanischen Schule und von geistlichen Werken war er eine hochangesehene Persönlichkeit in der Wiener Musikkultur seiner Zeit. Salieri wurde am 18. August 1750 in Legnano bei Verona geboren. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er von seinem Bruder Francesco, dem Domorganisten Giuseppe Simoni und als Zögling am Markusdom in Venedig. Durch den Einfluss des österreichischen Komponisten Florian Gassmann kam Salieri nach Wien und studierte bei ihm Komposition. 1767 lernte er den Dichter Pietro Metastasio kennen sowie 1769 den großen Opernkomponisten Christoph Willibald Gluck, der sich zu seinem Gönner und Förderer entwickelte. Seine ersten Erfolge hatte Salieri mit der komischen Oper Le donne letterate (1770). Nach Gassmanns Tod wurde Salieri 1774 zum Kaiserlichen Kammerkompositeur und Kapellmeister der italienischen Oper in Wien berufen. Von 1778 bis 1780 hielt sich Salieri wieder in Italien auf, wo er u. a. die Oper L’Europa riconosciuta (1778) zur Eröffnung der Mailänder Scala schrieb. 1780 nach Wien zurückgekehrt, wurde er 1788 zum Kaiserlichen Hofkapellmeister berufen. Bereits zwei Jahre später legte er die Leitung der Oper nieder, behielt nur die Leitung der Hofsängerkapelle und konzentrierte sich auf seine Kompositionen. In der Folge übernahm er verschiedene Posten im musikalischen Leben der Stadt: Leiter der Tonkünstler-Societät (1795-1818), Leiter der Gesellschaft der Musikfreunde (1813-1825) und ab 1817 Leiter des Konservatoriums, das er 1813 mitbegründet hatte. Salieri war ein in Wien hochgeschätzter Musikpädagoge und Kompositionslehrer. Bei ihm studierten u. a. Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Franz Liszt, Luigi Cherubini, Carl Czerny und Giacomo Meyerbeer. Daneben bildete er auch Sänger und Sängerinnen aus, darunter Catarina Cavalieri, eine der berühmtesten Sopranistinnen ihrer Zeit. Salieri starb am 7. Mai 1825 in Wien.
Das Œuvre Salieris umfasst vor allem Werke des Musiktheaters, darunter 39 Opern wie Armida (1771), La fiera di Venezia (1772), La scuola de’ gelosi (1778), Il talismano (1779), Der Rauchfangkehrer (1781), Semiramide (1782), Les Danaïdes (1784), La grotta di Trofinio (1785), Les Horaces (1786), Il pastor fido (1789), Il moro (1796), Falstaff (1799) und Die Neger (1804). Stilistisch gehören seine Werke zur Neapolitanischen Schule der Opera seria, aber es zeigen sich auch starke Einflüsse der Gluck’schen Reformopern. Daneben schuf er auch deutsche Singspiele. Den zweiten Schwerpunkt in Salieris Schaffen bildet die Kirchenmusik, der er sich ab 1804 fast ausschließlich widmete. Zudem schuf er Instrumental- und Orchestermusik sowie zahlreiche Lieder. Zu seinen Schriften gehört die Gesangsschule Scuola di canto in versi e i versi in musica a 4 voci (1816). Die angebliche Rivalität mit dem großen Zeitgenossen Wolfgang Amadeus Mozart belastete Salieris Nachruhm. Mozart selbst sprach nur von einigen „Cabalen” Salieris gegen ihn. Das Gerücht, Salieri habe Mozart vergiftet, wurde vor allem von Mozarts Witwe Constanze verbreitet. Seither zieht sich dieses Gerücht durch die Musikliteratur und wurde auch künstlerisch immer wieder aufgegriffen, u. a. von dem russischen Komponisten Nikolaj Rimskij-Korsakow in der Oper Mozart und Salieri (1897, nach einem Stück von Aleksandr Puschkin) sowie von dem tschechischen Regisseur Miloš Forman in seiner Filmbiographie Amadeus (1984; nach dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Shaffer). Bis heute gibt es keinen Beweis dieser These, alle Quellen zu diesem Gerücht stammen aus der Zeit lange nach Mozarts Tod und sind sehr zweifelhaft. Gesichert ist hingegen, dass die beiden Komponisten einen kollegialen Umgang pflegten, es entstanden sogar gemeinsame Kompositionen. Historisch belegt ist aber auch die Interpretation von Salieris Opern als italienische Werke, die in Gegensatz zum Schaffen des „deutschen” Musikgenies Mozart gestellt wurden. Das deutsche Nationalgefühl, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehr und mehr erstarkte, trug dazu einen entscheidenden Anteil bei.
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