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Spanien

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Spanien (Flagge und Hymne)Spanien (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
2.3

Klima

Aufgrund der großen Höhenunterschiede und der weiten Nord-Süd- und West-Ost-Erstreckung hat Spanien Anteil an mehreren Klimazonen. Die nördlichen Landesteile (von Galicien im Nordwesten über das Kantabrische Gebirge bis zu den Pyrenäen im Nordosten) sind ozeanisch geprägt; sie erhalten Niederschläge zu allen Jahreszeiten. In manchen Gebieten wurden schon Jahresniederschläge von mehr als 2 500 Millimetern verzeichnet. Sie gehören damit zu den feuchtesten Gebieten Europas. Die Tages- und Jahresschwankungen der Temperatur sind im Norden relativ gering. Die mittleren Monatstemperaturen liegen im Sommer um 20 °C, im Winter bei etwa 9 °C.

Das Klima im überwiegenden Teil Spaniens ist demgegenüber subtropisch-mediterran. Aufgrund der großen Entfernung zum thermisch ausgleichenden Meer hat es kontinentalen Charakter. Die Temperaturunterschiede sind im Jahresverlauf vor allem in der Meseta sehr hoch. Madrid hat eine mittlere Julitemperatur von 24 °C, während der entsprechende Wert im Januar bei nur 5 °C liegt. Einzelne Tage können auch extreme Werte annehmen. So werden hier im Sommer mitunter Tagestemperaturen von 40 °C überschritten und im Winter an manchen Tagen -10 °C erreicht. In der zentralen Hochebene können im Winter die Flüsse zufrieren, während es im Sommer so heiß ist, dass viele Flüsse bei lange andauernden Dürreperioden vollständig austrocknen. Ein vor allem im südlichen Teil der Hochebene im Sommer auftretendes Phänomen ist die Calina. Dieser Begriff bezeichnet trockenen Staubdunst, der aus kleinsten Staubteilchen besteht, die von der aufsteigenden heißen Luft in die bodennahen Luftschichten transportiert werden. Die mittleren Jahresniederschläge liegen in den flachen Gebieten der Meseta zwischen 300 und 600 Millimetern (in Madrid 419 Millimeter), die Randgebirge des Hochlandes erhalten bis 2 000 Millimeter. Hauptregenzeiten im zentralen Spanien sind Frühjahr und Herbst.

Am trockensten ist es in den küstennahen Tieflagen im Südosten. Im Windschatten der Sierra Nevada werden häufig 200 Millimeter Niederschlag im Jahr unterschritten. Damit zählt dieses Gebiet zu den trockensten in Europa. Halbwüstenhafte Bedingungen herrschen in einem küstenparallelen Streifen zwischen Alicante im Nordosten und Almería im Südwesten. Regen fällt hier in Form von Schauern an nur wenigen Tagen im Jahr.

Auf den Balearen sind die Winter bei Mittelwerten um 12 °C relativ mild. Die Kanarischen Inseln verzeichnen aufgrund der südlicheren Lage ganzjährig hohe Temperaturen; die Mittelwerte liegen zwischen 18 °C im Winter und 26 °C im Sommer.

2.4

Flora

Die natürliche Vegetation Spaniens wurde durch menschliche Einflussnahme tief greifend umgestaltet. Früher waren weite Teile der Iberischen Halbinsel von Wald bedeckt. Weiträumige Abholzung zur Ausweitung von Agrar- und Siedlungsfläche sowie zur Gewinnung von Bau- und Brennholz dezimierte die Waldbestände erheblich. Mittlerweile sind nur noch 35,4 Prozent der Landesfläche bewaldet (2005). In den kühleren und feuchteren Lagen des Nordwestens überwiegen sommergrüne Laubbäume wie Buchen, Eichen oder Kastanien, während in den Pyrenäen zusätzlich Nadelhölzer gedeihen. Seit mehreren Jahrzehnten wird intensiv aufgeforstet. Einerseits sollen die neu geschaffenen Waldflächen das Fortschreiten der Bodenerosion verhindern und den Wasserhaushalt der betreffenden Gebiete verbessern. Andererseits stehen hierbei wirtschaftliche Überlegungen im Mittelpunkt des Interesses.

Unter den wärmeren und trockeneren Bedingungen der nach Süden anschließenden Landesteile wird die Vegetationsdecke lichter. Im Übergangsbereich zu den sommerheißen Gebieten sind in den höheren Lagen Kork- und Steineichenwälder sowie verschiedene Strauchgewächse wie Ginster verbreitet. Die innere Borke der Korkeichen kann nach etwa acht bis zehn Jahren in Platten vom Stamm geschält und verarbeitet werden. Korkeichen werden daher zumeist als Nutzbäume angebaut. Weiden, Erlen und Pappeln sind die charakteristischen Baumarten der Flussufer. Die natürliche Vegetation in der zentralen Hochebene besteht vor allem aus Sträuchern und Gebüschen.

Im Süden des Landes sind der Trockenheit angepasste Hartlaubgewächse verbreitet. Dominante Arten der Macchie sind Johannisbrotsträucher, Erdbeerbäume und Oleander. Außerdem finden Agaven und Feigenkakteen hier ideale Wachstumsbedingungen. Der Anbau von Ölbäumen ist einer der wichtigsten landwirtschaftlichen Bereiche. Der Ölbaum ist die klassische Leitpflanze der mediterranen Flora. Eine der vielen wissenschaftlichen Abgrenzungen des Mittelmeerraumes orientiert sich an der Verbreitung des Ölbaumes. Während der Anbau im Landesinneren bis in die Meseta hineinreicht, werden die küstennahen Gebiete bis in die Pyrenäen kultiviert. In den trockensten Gebieten im Südosten wurden die typischen Vertreter der Macchie durch die Gebüschformation Garigue verdrängt. Die Flora setzt sich dabei aus niedrig wüchsigeren Pflanzen wie Wolfsmilchgewächsen und Zistrosen zusammen.

Die Vegetation der Kanarischen Inseln umfasst zahlreiche endemische Arten, zu den markantesten Pflanzen gehört der Drachenbaum. Die Kanarische Dattelpalme breitete sich von den Inseln über weite Teil des Mittelmeerraumes aus.

2.5

Fauna

Die ehemals vielfältige Tierwelt wurde durch die weiträumige Abholzung reduziert. Viele Arten verloren ihre Lebensgrundlage und wurden entweder in Randbereiche zurückgedrängt oder starben vollständig aus. Zum Schutz bedrohter Arten wurden vor allem in den Pyrenäen, im Kantabrischen Gebirge und im Mündungsbereich des Guadalquivir Nationalparks eingerichtet.

Die Säugetierfauna ist durch einige bemerkenswerte Spezies gekennzeichnet, so gibt es in Spanien zwei Arten von Schleichkatzen: die Ginsterkatze und den Ichneumon. Zudem leben in den gebirgigeren Regionen noch Braunbären, Wölfe, Luchse und Wildkatzen. Zu den berühmtesten domestizierten Tieren gehören Stiere, die in der Nähe von Sevilla und Salamanca für den spanischen „Nationalsport”, den Stierkampf, gezüchtet werden.

Die Avifauna (Vogelwelt) Spaniens umfasst auffallende Arten wie Bienenfresser, Blauracke, Eisvogel und Wiedehopf sowie eine Vielzahl von Greifvogelarten mit Adlern, Geiern, Falken, Milanen, Weihen und Bussarden. In feuchten Gebieten sind Flamingos, Reiher, Löffler und Dommeln verbreitet. Die relativ reiche Reptilienfauna umfasst Eidechsen (u. a. die bis 60 Zentimeter große Perleidechse), Geckos, Skinke (Glattechsen), Schleichen, Schlangen (Nattern, Ottern), das Europäische Chamäleon sowie Land- und Meeresschildkröten. In Bergflüssen und Bergseen leben zahlreiche Fischarten wie Barben, Schleien und Forellen. Die Küstengewässer sind reich an Thunfischen, Sardinen und Krebstieren.

2.6

Umweltsituation

Fortschreitende Entwaldung, Bodenerosion, Bodenversalzung in bewässerten Gebieten sowie die damit einhergehende Verschmutzung der Flüsse zählen zu den gravierendsten ökologischen Problemen des Landes. Der Tourismus, eine wichtige Einnahmequelle Spaniens, belastet die Umwelt ebenfalls erheblich. Die Anlage von ausgedehnten Feriensiedlungen stellt für unter Schutz stehende Gebiete häufig eine Bedrohung dar, und fehlende Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen führen zu gefährlichen Verschmutzungen, insbesondere an der Mittelmeerküste während der Sommermonate.

Etwa 7,8 Prozent (2007) der Landesfläche stehen unter Naturschutz. Zwei Nationalparks wurden zum Weltnaturerbe erklärt. Im Rahmen des Biosphärenprogramms der UNESCO wurden 14 Biosphärenreservate geschaffen. In mehreren Regionen ließ die spanische Regierung Vogelschutzgebiete anlegen. Darüber hinaus wurden sechs Meeresgebiete im Rahmen des Aktionsplanes für das Mittelmeer unter besonderen Schutz gestellt.

3

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Spaniens beträgt etwa 40,5 Millionen (2008). Die Bevölkerungsdichte liegt bei etwa 81 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Verteilung der Bevölkerung ist überaus ungleichmäßig. 77 Prozent der Bevölkerung leben in Städten (2005). Hohen Werten der Bevölkerungsdichte in den wirtschaftlich stark entwickelten Gebieten und den Küstenregionen stehen zum Teil sehr niedrige Werte im Landesinneren gegenüber. Die Zuwanderung von Menschen aus strukturschwachen ländlichen Regionen in die großen Städte hält an. Mehr als drei Millionen Spanier leben im Ausland, darunter etwa 200 000 in Deutschland. Das mittlere Bevölkerungswachstum Spaniens beträgt etwa 0,10 Prozent (2008). Die mittlere Lebenserwartung liegt für Männer bei 76,6 und für Frauen bei 83,5 Jahren (2008).

Spanien ist ein ethnisch überaus homogenes Land, rund 97,5 Prozent aller Bewohner sind Spanier. Die Bevölkerung ging im Wesentlichen aus der Mischung der ursprünglichen Bevölkerung der Iberischen Halbinsel mit den Völkern hervor, welche die Halbinsel eroberten und über lange Zeiträume hinweg besetzten. In diesen Perioden kamen ethnische Elemente der Römer, der Sweben, der Westgoten (siehe Goten) und der Teutonen hinzu. Weiterhin können semitische Elemente nachgewiesen werden. Viele ethnische Gruppen in Spanien haben sowohl kulturell als auch sprachlich ihre Identität bewahrt. Hierzu zählen die etwa 2,5 Millionen Basken im Norden des Landes. Sie sind Nachkommen eines nichtindogermanischen Volksstammes und zeigen traditionell starke Bestrebungen zur Autonomie. Die historische Region der Basken reicht auf französisches Staatsgebiet über. Im Nordwesten Spaniens leben rund 2,5 Millionen Galicier. Eine weitere zahlenmäßig starke ethnische Gruppe sind die etwa acht Millionen Katalanen, von denen die meisten in Katalonien leben. Weitere Siedlungsgebiete der Katalanen sind die südlich angrenzenden Gebiete sowie die Balearen.

Im Dezember 2000 waren in Spanien rund 940 000 Ausländer gemeldet, davon stammten rund 555 000 aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. Der Anteil ausländischer Bewohner an der Gesamtbevölkerung ist mit etwa 2,5 Prozent sehr gering. Die größte Gruppe bilden Marokkaner (ca. 195 000), gefolgt von Chinesen (31 000) und Ecuadorianern (29 000). Seit 1990 ist eine verstärkte Zuwanderung aus osteuropäischen Staaten zu verzeichnen. Zahlenmäßig stärkste Volksgruppen sind Rumänen (12 000, mit einem hohen Anteil von Sinti und Roma) und Polen (9 000). Die Zahl der sich illegal in Spanien aufhaltenden Personen wird auf über 100 000 geschätzt.

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