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Spanien

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Spanien (Flagge und Hymne)Spanien (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
5.4

Kommunalverwaltung

Spanien besteht aus 17 Autonomen Regionen (Comunidades Autónomas) mit insgesamt 52 Provinzen. Die Autonomen Regionen sind Andalusien, Aragonien, Asturien, Balearen, Baskenland (País Vasco), Kanarische Inseln, Kantabrien, Kastilien-La Mancha, Kastilien-León (siehe Kastilien), Katalonien, Extremadura, Galicien, La Rioja, Madrid, Murcia, Navarra und Valencia.

Die Verfassung von 1978 erlaubte zwei Arten von autonomen Regionen, die jeweils mit unterschiedlichen Befugnissen ausgestattet waren. Katalonien, das Baskenland und Galicien wurden zu „historischen Nationalitäten” erklärt und durchliefen ein vereinfachtes Verfahren zur Erreichung ihrer Autonomie. Das Verfahren für die anderen Regionen war langwieriger und komplizierter. Die Autonomen Regionen haben zwar weitgehende Vollmachten in der Selbstverwaltung; über die Frage, ob regionale oder zentrale Regierungsgewalt vorherrschen soll, wird jedoch noch immer verhandelt. Zu den Zuständigkeiten der Autonomen Regionen gehören u. a. Sozialfürsorge, Kultur, Polizei, Gesundheitswesen und Umweltschutz.

In jeder der 17 Autonomen Regionen Spaniens wird eine gesetzgebende Versammlung gewählt, die aus einer Kammer besteht. Diese Kammer bestimmt aus ihren Mitgliedern einen Präsidenten. Sieben Autonome Regionen bestehen aus nur einer Provinz, die anderen zehn umfassen zwei oder mehr Provinzen. Die einzelnen Regionen unterscheiden sich hinsichtlich Fläche, Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft stark voneinander. Katalonien im Nordosten von Spanien hat sich in den letzten Jahren zu einer der wirtschaftlich dynamischsten Regionen in Europa entwickelt. Die Wirtschaftsstruktur wird überwiegend vom produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor geprägt. In der größeren, aber wesentlich dünner besiedelten Extremadura im Südwesten Spaniens dominiert demgegenüber immer noch die Landwirtschaft.

In jeder der insgesamt 52 Provinzen gibt es einen ernannten Gouverneur und einen gewählten Rat. Die mehr als 8 000 Gemeinden werden jeweils von einem direkt gewählten Rat regiert, der seinerseits aus seinen Reihen den Bürgermeister wählt.

5.5

Politische Parteien

Stärkste Parteien in Spanien sind der konservative Partido Popular (PP, Volkspartei) und der sozialdemokratische Partido Socialista Obrero Español (PSOE, Sozialistische Spanische Arbeiterpartei). Weitere bedeutende Parteien sind die Izquierda Unida (IU, Vereinigte Linke) sowie die nationalistisch orientierten Parteien der Katalanen, Basken und Galicier.

5.6

Verteidigung

Für die männlichen Spanier ist seit Januar 1997 ein sechsmonatiger Wehrdienst Pflicht. Bis Ende 1996 betrug die allgemeine Wehrpflicht noch neun Monate. Die spanische Armee umfasst 147 255 Soldaten (2004). Die paramilitärische Guardia Civil hat eine Stärke von 66 000 Mann. In den vergangenen Jahren wurden jeweils etwa 200 000 neue Wehrpflichtige zum Dienst an der Waffe eingezogen. Die Zahl der Wehrdienstverweigerer beläuft sich auf jährlich etwa 100 000. Die neuesten Pläne des spanischen Verteidigungsministeriums zielen auf eine Abschaffung der Wehrpflicht bis zum Jahr 2003 und die Aufstellung einer Berufsarmee von rund 150 000 Soldaten.

Spanien wurde 1982 Mitglied der NATO. Diese Mitgliedschaft im westlichen Verteidigungsbündnis wurde 1986 mit einer Volkabstimmung bestätigt. Unter anderem zielte das Referendum auch auf die Reduzierung der in Spanien stationierten Truppen der anderen Mitgliedsstaaten der Allianz. Spanien und die Vereinigten Staaten von Amerika einigten sich im Januar 1988 auf den Abzug amerikanischer Luftstreitkräfte vom Stützpunkt Torrejón.

6

Wirtschaft

Spaniens Ökonomie war bis etwa 1961 stark auf die Agrarwirtschaft ausgerichtet. Um das Land den Standards westlicher Industrienationen anzupassen, stellte man in der Folgezeit eine ganze Reihe von Entwicklungsplänen auf, die eine Umstrukturierung des Agrarsektors vorsahen und die Industrialisierung vorantrieben. Der Beitritt Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft (EG) am 1. Januar 1986 hatte die Beschleunigung dieser Prozesse zur Folge. Heutzutage wird der überwiegende Teil der Staatseinnahmen in der Industrie und im Dienstleistungssektor erzielt. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei 1 224 676 Millionen US-Dollar (2006). Die Handelsbilanz des Landes ist jedoch negativ; die Ausgaben für Importe übersteigen die Einnahmen aus Exporten. In diesem Zusammenhang kommt der Tourismusbranche große Bedeutung zu. Mit den Einnahmen aus dem Fremdenverkehr lässt sich ein guter Teil des Bilanzdefizits ausgleichen.

Von den spanischen Erwerbstätigen arbeiten 65 Prozent im Dienstleistungssektor, 30 Prozent sind im produzierenden Gewerbe tätig, 5 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei (2005). Ein nicht unwesentliches Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit. Innerhalb der EU hat Spanien die höchste Arbeitslosenquote, sie liegt bei 11 Prozent (2004).

6.1

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist eine der wesentlichen Stützen der spanischen Wirtschaft. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Weizen, Gerste, Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln, Roggen, Hafer, Reis, Trauben, Tomaten und Zwiebeln. Spanien verfügt über ausgedehnte Weinanbaugebiete sowie über Citrus- und Olivenhaine.

Nur in einem Teil Spaniens, vor allem im Norden des Landes, ist der Trockenfeldbau bei ausreichenden Niederschlägen großflächig verbreitet. Ohne künstliche Bewässerung gedeihen vorwiegend Getreide und Hülsenfrüchte sowie trockenheitsresistente Dauerkulturen wie Weinstöcke, Feigenbäume und Ölbäume. Die klimatischen und topographischen Bedingungen erfordern in weiten Teilen der spanischen Landwirtschaft umfangreiche Bewässerung. In den Provinzen am Mittelmeer, vor allem in Valencia, gibt es Bewässerungssysteme, welche die Arbeit vieler Generationen widerspiegeln. Der früher trockene Küstengürtel ist heute eine der fruchtbarsten Gegenden in Spanien; auf vielen agrarisch genutzten Flächen (Huertas) sind mehrere Ernten im Jahr möglich. Neben Zuckerrohr und Zitrusfrüchten werden hier vor allem Gemüse, Tabak und auch Reis kultiviert. Im Tal des Ebro gibt es kombinierte Bewässerungs- und Wasserkraftprojekte zur Gewinnung von Elektrizität. Weite Gebiete der Extremadura, wie etwa die Region im Umland des Flusses Guadiana, werden mit Hilfe staatlicher Bewässerungsprojekte bewirtschaftet. In kleineren Bauernhöfen wird der Boden häufig über Brunnen bewässert. Andalusien liefert mehr als die Hälfte der gesamten Olivenproduktion des Landes. Ölbäume werden in den trockenen Gebieten Südspaniens auf großen Flächen angebaut. Weitere wichtige Anbauprodukte im Süden sind Baumwolle und Wein. Spanien ist einer der weltweit größten Weinproduzenten.

Viehzucht, insbesondere die Haltung von Schafen, Ziegen, Schweinen und Rindern, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft. Der Viehbestand konnte in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gesteigert werden. Entsprechend wuchs auch die Produktion von Fleisch und Milch. Eine Besonderheit in der Viehwirtschaft ist die Zucht von Kampfstieren, die vorwiegend in den nördlichen Regionen (vor allem in Galicien, in Asturien und im Baskenland) erfolgt. Die intensive Entwicklung der Viehwirtschaft ist mittlerweile vor allem in den trockeneren Gebieten Südspaniens problematisch geworden. Zu starke Beweidung führte auf einigen Flächen zu nahezu vollständigem Verlust der Vegetationsdecke und nachfolgenden Erosionsschäden.

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