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SpanienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Korkeiche gehört zu den wichtigsten Bäumen in Spanien, und die jährliche Korkproduktion wird in Europa nur noch von Portugal übertroffen. Die Erträge der Wälder allein können den Bedarf des Landes an Nutzholz nicht decken. Schon in der Antike wurden auf der Iberischen Halbinsel ausgedehnte Waldbestände gerodet. Wald- und Buschbrände führen dazu, dass trotz gezielter Aufforstung die gesamte Waldfläche jährlich kaum zunimmt. Zur Deckung des Papierbedarfes werden vor allem Pappel- und Eukalyptusarten angebaut. Die Fischfangindustrie spielt in der spanischen Volkswirtschaft eine wichtige Rolle. Seit Beginn der achtziger Jahre sind die Fangquoten jedoch aufgrund der Beschränkung spanischer Fischereirechte von Seiten der Europäischen Union und Marokkos zurückgegangen. Die wichtigsten Fanggründe liegen vor der Atlantikküste Galiciens. Auch im Bereich der Kanarischen Inseln sind die Anlandungen hoch. Besonders hohe Erträge werden mit Thunfischen, Sardinen, Seehechten, Sardellen, Makrelen, Tintenfischen und Muscheln erreicht; letztere werden auch an der galicischen Küste gezüchtet.
Spanien verfügt über beträchtliche Vorkommen an Bodenschätzen. In bedeutenden Mengen werden sie im Norden des Landes, vor allem in den Regionen Galicien, Asturien und Baskenland, sowie im Bereich der Sierra Morena und der Betischen Kordillere gefördert. Die ertragreichsten Kohleminen befinden sich im Nordwesten, in der Nähe von Oviedo. Um Santander und Bilbao gibt es die ergiebigsten Eisenerzvorkommen des Landes. Spanien gehört zu den größten Quecksilberproduzenten der Welt; bedeutende Lagerstätten existieren im Südwesten bei Almadén. In Andalusien werden Kupfer und Blei abgebaut. Weitere Rohstoffe sind u. a. Uran, Erdöl und Erdgas sowie Salz.
Neben der Stahlerzeugung (besonders im Norden des Landes) und der Metallindustrie gehören der Maschinenbau und die Fahrzeugmontage zu wichtigen Zweigen der spanischen Industrie. Ebenfalls bedeutende Sektoren sind Leder-, Textil- und Bekleidungsindustrie, die chemische Industrie, die Elektroindustrie (u. a. im Ballungsraum Madrid) sowie die Nahrungsmittelindustrie. Die nördlichen Industriestandorte um Oviedo und Gijón sowie Bilbao und San Sebastian sind Zentren des Maschinenbaus sowie der Eisen- und Stahlindustrie. Im Nordosten – u. a. im Raum Barcelona – sind chemische und Textilindustrie gut entwickelt. Die Fertigung von Kraftfahrzeugen ist auf mehrere Standorte verteilt – z. B. bei Vitoria, Zaragoza, Barcelona, Valladolid, Madrid und Cádiz im Süden des Landes. Auch die Verarbeitung von Nahrungsmitteln erfolgt in vielen Städten.
53,25 Prozent des spanischen Strombedarfs werden in konventionellen Wärmekraftwerken produziert. 16,40 Prozent der Energie erzeugen Wasserkraftwerke, 23,77 Prozent werden in Atomkraftwerken gewonnen (2003). Im Süden Spaniens sind einige Solaranlagen in Betrieb.
Währungseinheit ist seit dem 1. Januar 2002 der Euro zu 100 Cents, der die Peseta (Pta) zu 100 Céntimos (cts) als Währung ablöste. Zentralbank des Landes ist die Bank von Spanien (gegründet 1829). Eine große Anzahl von Handelsbanken ist im ganzen Land verteilt. Wichtige Börsen befinden sich in Madrid, Barcelona und Bilbao.
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