Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 8 von 14
SpanienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Das Volumen des Außenhandels stieg nach dem Beitritt Spaniens zur EG stark an; Ausfuhr und Einfuhr entwickelten sich gleichermaßen. Die Handelsbilanz Spaniens ist negativ. Zu den wichtigsten Importgütern zählen Rohöl und andere Rohstoffe, Maschinen und Fahrzeuge, elektrotechnische und feinmechanische Instrumente, Nahrungsmittel und chemische Erzeugnisse. Exportiert werden vor allem Eisen und Stahl, Textilien, Kraftfahrzeuge und landwirtschaftliche Produkte (besonders Olivenöl, Zitrusfrüchte und Wein). Die wichtigsten Handelspartner Spaniens sind Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien und Portugal.
Das spanische Straßennetz hat eine Gesamtlänge von etwa 666 300 Kilometern (2003). Autobahnen (etwa 3 000 Kilometer) gibt es überwiegend in den nördlichen Gebieten und entlang der Mittelmeerküste. Das Schienennetz mit einer Länge von rund 14 500 Kilometern (2005) wird von staatlichen und privaten Unternehmen unterhalten. Seit 1992 wird ein Hochgeschwindigkeitszug auf der Strecke von Madrid nach Sevilla eingesetzt. Mit der Erweiterung der Strecke nach Barcelona wurde begonnen. Für den Flugverkehr nehmen Madrid und Barcelona die Hauptrolle ein. Für den Fremdenverkehr haben vor allem die Flughäfen von Málaga, Alicante, Palma de Mallorca, Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife große Bedeutung. Darüber hinaus gibt es Flughäfen bei Santiago de Compostela und Sevilla. Eine bedeutende Rolle für Transport und Verkehr spielt die Hochsee- und Küstenschifffahrt. Zu den wichtigen Häfen zählen u. a. Barcelona, Bilbao, Valencia, Gijón und Palma de Mallorca.
Der Fremdenverkehr stellt mitunter die wichtigste Einnahmequelle des Landes dar. 1999 reisten mehr als 60 Millionen Menschen aus anderen Ländern nach Spanien; der überwiegende Teil davon waren Urlauber. Die meisten Besucher des Landes kamen aus Frankreich, Portugal, Deutschland und Großbritannien. Der Tourismus konzentriert sich stark auf die festländischen Küstenregionen am Atlantischen Ozean und am Mittelmeer sowie auf die Balearen und die Kanarischen Inseln. Darüber hinaus verzeichnen auch die kulturell und historisch interessanten Städte Madrid, Barcelona, Valencia, Sevilla, Córdoba und Granada hohe Besucherzahlen. Bau und Betrieb der für die vielen Besucher benötigten Infrastruktur führten vor allem in den Küstenregionen zu intensiven wirtschaftlichen und ökologischen Veränderungen. Während im Tourismussektor kontinuierlich neue Arbeitsplätze geschaffen werden konnten, kam es andererseits durch den Bau von Hotels und Verkehrswegen zu Belastungen. Probleme sind dabei vor allem der hohe Wasserbedarf der Hotelanlagen, Entsorgung und Lärm.
Die frühesten Zeugnisse einer Besiedlung der Iberischen Halbinsel sind Höhlenzeichnungen aus dem Paläolithikum, die im Umkreis des Kantabrischen Gebirges gefunden wurden. Von der für den Norden charakteristischen Kultur war die spätere neolithische Almeríakultur (etwa 3000 v. Chr.) im Südosten Spaniens grundlegend verschieden. Die Almeríakultur zeigte deutliche nordafrikanische Einflusse, denn hier, im Süden, begann die Besiedlung durch die Iberer, ein ursprünglich nordafrikanisches Volk. Um 1000 v. Chr. hatten sich die Iberer zum bedeutendsten ethnischen Element auf der Halbinsel entwickelt. Ein anderes Volk, das ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf die kulturelle Entwicklung der Halbinsel hatte, waren die Kelten, die etwa im 6. Jahrhundert v. Chr. im Zuge einer Völkerwanderung von Frankreich her eindrangen. Die dann auftretenden Keltiberer waren wahrscheinlich nicht, wie man lange annahm, eine Mischbevölkerung aus Kelten und Iberern, sondern mit diesem Begriff wurden alle oder einzelne keltische Stämme auf der Iberischen Halbinsel bezeichnet.
Vermutlich liefen schon seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Seefahrer aus dem östlichen Mittelmeer die Iberische Halbinsel an; nachweislich gründeten um 1100 v. Chr. Phöniker (siehe Phönikien) die Kolonie Gadir an der Stelle des heutigen Cádiz als Handelsstützpunkt. Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. errichteten auch Griechen, u. a. von Massalia (Marseille) aus, Kolonien an der iberischen Mittelmeerküste bis in den Süden, in die Gegend des heutigen Málaga, und wagten sich gelegentlich sogar über die „Säulen des Herkules”, die Straße von Gibraltar, hinaus bis in den Atlantik vor. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. dehnten die Karthager von Nordafrika aus ihren Einfluss über den Südosten der Iberischen Halbinsel aus und brachten hier die bereits bestehenden Kolonien unter ihren Einfluss. In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. sicherte und erweiterte Karthago seinen Herrschaftsbereich auf der Iberischen Halbinsel systematisch: Ab 237 v. Chr. brachten die karthagischen Feldherren Hamilkar Barkas, Hasdrubal und Hannibal den Süden und Osten der Halbinsel bis zum Fluss Ebro unter ihre Gewalt und gründeten weitere Kolonien, u. a. Carthago Nova, das heutige Cartagena. Vermutlich 226 v. Chr. schloss Hasdrubal mit den von Gallien her auf die Iberische Halbinsel vordringenden Römern den Ebrovertrag, in dem sich beide Seiten wohl auf den Ebro als Grenze ihrer jeweiligen Herrschaftsbereiche einigten. 219 v. Chr. belagerte und eroberte Hannibal vermutlich unter Bruch des Ebrovertrages Saguntum (heute Sagunto), das unter römischem Schutz stand, und löste damit den 2. Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) aus. 209 v. Chr. eroberte der römische Feldherr Scipio Africanus der Ältere Carthago Nova und verdrängte in der Folge die Karthager von der Iberischen Halbinsel. Im Friedensschluss zwischen Rom und Karthago am Ende des 2. Punischen Krieges 201 v. Chr. musste Karthago seinen Besitz auf der Iberischen Halbinsel an Rom abtreten. Vier Jahre später richtete Rom hier die Provinzen Hispania Citerior im Nordosten und Hispania Ulterior im Süden ein. Zwar widersetzte sich die einheimische Bevölkerung, vor allem die Lusitanier und die Keltiberer, in mehreren Aufständen der römischen Herrschaft. Dennoch gelang es den Römern bis 19 v. Chr., als Augustus die Eroberung des Nordwestens abschloss, die gesamte Halbinsel unter ihre Gewalt zu bringen. In der Folgezeit gliederten die Römer die Verwaltung der Halbinsel mehrmals neu, bis sie zuletzt unter Diokletian in sechs Provinzen, zu einer Diözese zusammengeschlossen, eingeteilt wurde. Die Erschließung durch Straßen und die Romanisierung der Halbinsel schritten rasch voran; im Römischen Kaiserreich war die Iberische Halbinsel eine der wirtschaftlich bedeutendsten Regionen: Die iberische Landwirtschaft war einer der größten Getreide-, Öl- und Weinlieferanten Roms, und der Bergbau belieferte das Imperium mit Eisen, Kupfer, Blei und vor allem Gold und Silber.
© 1993-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2009 Microsoft
![]() ![]() |