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Windows Live® Suchergebnisse BhagavadgitaEnzyklopädieartikel
Bhagavadgita (Sanskrit: Gesang des Erhabenen), ein in Sanskrit geschriebenes philosophisch-religiöses Lehrgedicht, das 700 Verse umfasst, die wiederum in 18 Kapitel unterteilt sind. Das Werk ist ein heiliger Text des Hinduismus. Fast jeder bedeutende indische Philosoph verfasste einen Kommentar zur Bhagavadgita, von der zahlreiche Übersetzungen und Interpretationen erschienen. In ihrer Bedeutung für den Hinduismus ist die Bhagavadgita den heiligen Schriften anderer Religionen vergleichbar. Die Bhagavadgita, das sechste Buch des Epos Mahabharata, hat die Form eines Dialogs zwischen dem Fleisch gewordenen Gott Krishna und einem menschlichen Helden, dem Pandava-Prinzen Arjuna. Er findet auf dem Feld von Kurukshetra vor der großen Mahabharata-Schlacht statt. Als Arjuna sich weigert, gegen die Kauravas, in denen er seine Freunde und Verwandten sieht, in den Krieg zu ziehen, belehrt ihn Krishna, dass er nach der Pflicht seiner Kaste als Krieger zu kämpfen habe. Bevor der Kampf zwischen den Pandavas und Kauravas beginnt, erklärt Krishna in einem Dialog mit Arjuna das Wesen der Seele und den richtigen Weg zu Gott. Die früheste Fassung der Bhagavadgita stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.; seither wurde sie mehrfach überarbeitet. Die bekannte Fassung wurde um 800 geschaffen. Sie enthält fundamentale Lehren des Hinduismus, wie über die Unsterblichkeit der individuellen Seele (Atman) und ihre Übereinstimmung mit der obersten Gottheit (Brahman), den Prozess der Reinkarnation und die Notwendigkeit, auf die Früchte der eigenen Taten zu verzichten. Das Werk lehnt sich stark an die Lehren der Upanishaden und das philosophische System Sankhya an, in dem Geist (Purusha) und Materie (Prakriti) einander ergänzen. Krishna versöhnt die entgegengesetzten Forderungen von Opfer und weltlicher Pflicht einerseits und Meditation und Verzicht andererseits durch seine Ergebenheit gegenüber Gott (Bhakti). Für kurze Zeit erscheint dieser Gott in seiner schrecklichen Gestalt des jüngsten Gerichts, bevor er sich wieder in die verständnisvolle menschliche Gestalt Krishnas zurückverwandelt.
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