Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Francis Bacon

Windows Live® Suchergebnisse

  • Francis Bacon Zitate und Sprüche

    Zitate und Sprüche von Francis Bacon. ... Das Argument gleicht dem Schuß einer Armbrust - es ist gleichermassen wirksam, ob ein Riese oder ein Zwerg geschossen hat.

  • Francis Bacon (1561-1626)

    Strukturierte Biographie mit Jahreszahlangaben, Bibliographie, Zitate und Weblinks.

  • Francis Bacon – Wikipedia

    Dieser Artikel befasst sich mit dem Philosophen und Staatsmann Francis Bacon; zu dem gleichnamigen Maler siehe Francis Bacon (Maler).

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Francis Bacon

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Francis BaconFrancis Bacon
Artikelgliederung
1

Einleitung

Francis Bacon, (1561-1626), englischer Philosoph, Schriftsteller und Staatsmann. Er war einer der Wegbereiter des klassischen Empirismus.

Bacon wurde am 22. Januar 1561 in London geboren und studierte am Trinity College in Cambridge. 1584 erhielt er einen Sitz im Unterhaus, den er bis 1614 innehatte. Er versuchte sich erfolglos als Ratgeber Elisabeths I.; schließlich fiel er bei der Königin vollkommen in Ungnade, als er 1593 einen Gesetzentwurf ablehnte, der parlamentarische Zuwendungen an die Krone betraf. Unter James I., der ihn nach seiner Thronbesteigung 1603 rehabilitierte, legte Bacon Pläne zur Vereinigung von England und Schottland vor und empfahl Wege zur Verhandlung mit den Katholiken. Für seine Bestrebungen wurde er am 23. Juli 1603 zum Ritter geschlagen und zum Beauftragten für die Vereinigung von Schottland und England ernannt; ein Jahr später erhielt er zusätzlich eine Pension. Sein Advancement of Learning wurde 1605 veröffentlicht und dem König vorgelegt. 1607 wurde Bacon zum zweiten Kronanwalt ernannt. Während der letzten Sitzung des im Februar 1611 unter James I. tagenden ersten Parlaments wuchsen die Meinungsverschiedenheiten zwischen Krone und Unterhaus, und Bacon übernahm die Rolle des Vermittlers, trotz seines Misstrauens gegenüber dem ersten Minister des Königs, Robert Cecil Salisbury. Nach dessen Tod 1612 verfasste Bacon einige Schriften über Staatskunst – insbesondere über die Beziehungen zwischen Krone und Unterhaus. 1613 stieg er auf zum Obersten Kronanwalt.

1616 wurde Bacon zum Geheimen Rat und 1618 zum Lordkanzler befördert; auch erhob man ihn als Baron Verulam in den höheren Adelsstand. 1620 erschien sein Novum Organum (Neues Organ der Wissenschaften), und am 26. Januar 1621 wurde ihm der Titel des Viscount Saint Albans verliehen. Noch im selben Jahr klagte ihn das Parlament der Bestechung an; Bacon gestand, erklärte aber, dass er „herzlichst und bußfertig bereue”. Daraufhin wurde er zu einer Geld- und Gefängnisstrafe verurteilt, und man verbannte ihn aus dem Parlament und vom Hof. Nach seiner Entlassung zog sich Bacon auf seinen Familiensitz in Gorhambury zurück. Im September 1621 begnadigte ihn der König, verbot ihm aber, ins Parlament oder an den Hof zurückzukehren. Bacon nahm seine schriftstellerische Tätigkeit wieder auf und beendete sein Werk History of Henry VII sowie die lateinische Übersetzung von The Advancement of Learning, De Dignitate et Augmentis Scientiarum (Über die Würde und den Fortgang der Wissenschaften). Im März 1622 bot er sich an, eine systematische Sammlung der Gesetze anzufertigen. Trotz wiederholter Bittgesuche an James I. sowie an dessen Nachfolger Charles I. wurde sein Ersuchen abgelehnt. Bacon starb in London am 9. April 1626.

2

Werk

Bacon verfasste philosophische, rein literarische und wissenschaftliche Schriften. Die bekanntesten seiner philosophischen Werke sind The Advancement of Learning (1605), eine Übersicht über den Wissensstand seiner Zeit in englischer Sprache, und Novum Organum oder Indications Respecting the Interpretation of Nature (1620). Bacons Philosophie geht von dem Gedanken aus, dass Wahrheit nicht von Autoritäten herrühre, sondern einzig durch Erfahrung gewonnen werden könne; in diesem Rahmen wird Bacon allgemein das Verdienst zugesprochen, die Logik um die Methode der Ampliative Inference bereichert zu haben. Im Gegensatz zu den Logikern vor ihm, die ihre allgemeinen Schlüsse durch Induktion aufgrund der Summe einzelner Informationen gewannen, suchte Bacons durch Analogie von den charakteristischen Merkmalen und Eigenschaften auf zugehörige größere Gruppen zu schließen. Eine Korrektur von Abweichungen erfolgte dann aufgrund späterer Erfahrung. Die Ampliative Inference bedeutete einen grundlegenden Fortschritt im wissenschaftlichen Verfahren, da sie einen wichtigen Beitrag zur Verifikation bzw. Falsifikation wissenschaftlicher Hypothesen erbrachte. Im Novum Organum vertrat Bacon die Ansicht, dass alle Vorurteile und vorgefassten Meinungen, so genannte Idole, in einem Akt der tabula rasa aufgegeben werden müssen, bevor wahre Erkenntnis entstehen kann. Dabei unterschied er gemeinsame Vorurteile, die von einer bestimmten Denkart bestimmt werden („Idole des Stammes”), besondere Meinungen des Individuums („Idole der Höhle”), Vorurteile durch Sprachvermittlung („Idole des Marktes”) und solche der Tradition („Idole des Theaters”). Die Grundsätze des Novum Organum wirkten nachhaltig auf den Empirismus.

Bacons Essays, sein Hauptbeitrag zur Literatur, wurden zwischen 1597 und 1625 veröffentlicht. Sein Werk History of Henry VII von 1622 bezeugt sein Talent zur wissenschaftlichen Studie. Mit der phantastischen Utopie New Atlantis (Neu-Atlantis) regte Bacon die Gründung von wissenschaftlichen Akademien an. Bei Maxims of the Law (1630) und Reading on the Statute of Uses (1642) handelt es sich um Plädoyers aus gerichtlichen Verhandlungen und Parlamentsreden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts galt Bacon auch als Verfasser einiger Dramen von William Shakespeare.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft