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Windows Live® Suchergebnisse Philippe PétainEnzyklopädieartikel
Philippe Pétain (1856-1951), französischer Offizier und Politiker, Staatschef in der Vichy-Regierung. Henri Philippe Pétain wurde am 24. April 1856 in Cauchy-à-la-Tour geboren, studierte an der Militärakademie Saint-Cyr und an der École Supérieure de Guerre in Paris und hatte zu Beginn des 1. Weltkrieges den Rang eines Generals erreicht. Die erfolgreiche Verteidigung von Verdun 1916 machte ihn zum „Retter von Verdun” und zum Nationalhelden. Im November 1918 wurde Pétain nach weiteren militärischen Erfolgen zum Marschall ernannt. Von 1920 bis 1931 war er Vizepräsident des Obersten Kriegsrates, von 1922 bis 1931 Generalinspekteur der Armee, und 1925 schlug er einen Aufstand der Rifkabylen in Marokko nieder. 1934 wurde er zum Kriegsminister ernannt, und von 1939 bis 1940 war er Botschafter in Franco-Spanien. Nach dem deutschen Angriff auf Frankreich 1940 im 2. Weltkrieg wurde Pétain – damals 84 Jahre alt – als Berater des Kriegsministers in den Militärdienst zurückberufen. Am 16. Juni 1940 löste er Paul Reynaud als Ministerpräsident ab. Sogleich bat er, aus Furcht vor einer völligen Zerschlagung seines Landes durch die Deutschen, um einen Waffenstillstand, der am 22. Juni in Kraft trat. Am 2. Juli verlegte Pétain mit deutscher Zustimmung seine Regierung nach Vichy im unbesetzten Zentralfrankreich. Am 10. Juli ließ er sich alle exekutiven und legislativen Vollmachten übertragen und übte als „Chef des Staates” beinahe diktatorische Macht im unbesetzten Frankreich aus. Pétain und sein Ministerpräsident Pierre Laval errichteten ein faschistisch orientiertes Regime und kollaborierten mit Hitler; nach dem Einmarsch der Deutschen im unbesetzten Frankreich 1942 geriet die Vichy-Regierung endgültig in deutsche Abhängigkeit. 1944, nach der Landung der Alliierten in Frankreich, wurde Pétain zunächst in Deutschland interniert; im April 1945 ging er in die Schweiz, und wenig später kehrte er nach Frankreich zurück. Im August 1945 wurde er in Frankreich wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, zu lebenslanger Haft begnadigt und auf die Insel Yeu vor der bretonischen Küste verbannt, wo er am 23. Juli 1951 starb.
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