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  • MONTEVERDI, Claudio

    (BBK) Kurzdaten zum Leben, Werkübersicht und Literaturempfehlungen zum bedeutenden italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts.

  • Monteverdi – Wikipedia

    Monteverdi ist der Familienname von: Claudio Monteverdi (1567–1643), italienischer Komponist, Violaspieler und Sänger; Giulio Cesare Monteverdi, italienischer Komponist; Bruder ...

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Claudio Monteverdi

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Claudio MonteverdiClaudio Monteverdi
Artikelgliederung
1

Einleitung

Claudio Monteverdi (1567-1643), italienischer Komponist. Mit seinen Leistungen auf dem Gebiet der neuen Gattung Oper und seinen kompositorischen Neuerungen, die einen Paradigmenwechsel in der Geschichte der abendländischen Musik einleiteten, ist er die bedeutendste Persönlichkeit an der Epochenschwelle von der Musik der Renaissance zur Barockmusik.

2

Frühwerk

Monteverdi wurde am 15. Mai 1567 in Cremona getauft. Er entstammte einer angesehenen Familie und war bis 1590 Schüler des Domkapellmeisters Marco Antonio Ingegneri aus Verona. Im Alter von 15 Jahren veröffentlichte er sein erstes Werk, die Sacrae cantiunculae (1582); danach erschienen in rascher Folge die Madrigali spirituali (1583) und die Canzonette a tre (1584). In der Folgezeit absolvierte Monteverdi eine Ausbildung in Gesang und auf mehreren Instrumenten. Bis 1605 hatte er fünf Bücher seiner Madrigale komponiert. In diesen zeigt sich der musikgeschichtlich revolutionäre Übergang von der polyphonen A-cappella-Tradition des 16. Jahrhunderts in den ersten beiden Büchern (1587 und 1590), die deutlich von Luca Marenzio beeinflusst waren, zu den neuen Prinzipien der Florentiner Camerata im dritten und vierten Buch (1592 und 1603). Diese stehen unter dem Einfluss des großen niederländischen Komponisten Giaches de Wert, mit dem Monteverdi in Kontakt kam, als er 1590 als Violaspieler in den Dienst des Herzogs von Mantua trat, dessen Hofkapelle de Wert leitete. Mit einem bis dahin nicht gekannten Reichtum kompositorischer Mittel in Melodik, Harmonik, Verwendung des „stile recitativo”, Chorbehandlung und Einsatz der Instrumente schuf Monteverdi in seinen fünf Madrigalbüchern eine neue, eigenständige Musiksprache (in ihrer Vollendung im fünften Buch, 1605), die die europäische Musik bis in die Anfänge des 18. Jahrhunderts entscheidend prägte.

1595 begleitete Monteverdi seinen Herrn Vincenzo Gonzaga als provisorischer „maestro di cappella” auf einem Feldzug gegen die Türken nach Ungarn. In gleicher Funktion folgte er 1599 Vincenzo Gonzaga in die Schweiz und nach Belgien, wo er die neueste französische Musik kennen lernte. 1601 wurde Monteverdi endlich offiziell zum Hofkapellmeister in Mantua ernannt.

3

Die erste Oper der Musikgeschichte

1607 schrieb Monteverdi in Mantua mit L’Orfeo sein erstes musiktheatralisches Werk (Text von Alessandro Striggio). Diese Oper, die alle früheren musikdramatischen Versuche hinter sich ließ, war einer der wichtigsten Entwicklungsschritte in der Geschichte dieser Gattung: In L’Orfeo gelang es dem Komponisten, die Oper als eine ernsthafte Form des musikalischen und theatralischen Ausdrucks zu etablieren. Monteverdi hatte erst verhältnismäßig spät zur dramatischen Form gefunden, nachdem er in seinen fünfstimmigen Madrigalen alle neuen Elemente der vokalen und instrumentalen Formen herausgebildet hatte. Das Publikum nahm L’Orfeo begeistert auf. Sein nächstes Bühnenwerk, L’Arianna (1608, Text von Ottavio Rinuccini), festigte Monteverdis Bedeutung als Opernkomponist. Die Musik der Arianna ist jedoch bis auf das Lamento der Arianna (Lasciatemi morire) nicht erhalten. Für Hochzeitsfeierlichkeiten am Hof von Mantua schrieb Monteverdi mit Il Ballo delle Ingrate (1608; Der Tanz der Spröden, Text von Ottavio Rinuccini) ein „Ballet de cour” nach französischem Vorbild, bei dem die kurze Handlung nur als Aufhänger für einen Zyklus von Tänzen dient.

4

Seconda pratica

Schon im Jahr 1600 hatte Giovanni Artusi die neue Harmoniesprache Monteverdis in einer Abhandlung heftig kritisiert, da sie die Grenzen des polyphonen Gleichmaßes überschritten habe. 1607 rechtfertigte sich Monteverdi gegen Artusi und definierte seine neue, dramatisch expressive Musik gegenüber dem alten Stil der prima pratica als seconda pratica, in der „das Wort die Herrin der Harmonie, nicht ihr Diener” sei. Zugleich betonte er sein musikdramatisches Ziel, den affektiven Gehalt eines Textes musikalisch möglichst präzise und charakteristisch zu übermitteln – nicht als trockene Deklamation, sondern in intensiver dramatischer Belebung. Monteverdis bedeutendste Leistungen als Opernkomponist liegen zum einen in der Verbindung der für die seconda pratica typischen Chromatik mit dem monodischen Stil des Vokalsatzes, der von Iacopo Peri und Giulio Caccini entwickelt worden war. Zum anderen setzte er das Prinzip einer von sorgsam ausgewählten Texten ausgehenden, dramatisch gesteigerten musikalischen Affektdarstellung durch, die er auf eine neue, bislang unbekannte Höhe führte. Wo die Möglichkeit menschlicher Affekte nicht gegeben war, verzichtete er lieber auf eine Vertonung. So lehnte er 1616 einen Auftrag aus Mantua ab, Scipione Agnellis Le nozze di Teti e Peleo zu vertonen, weil in diesem Text die Winde als handelnde Personen aufträten: „Wie kann ich die Sprache der Winde imitieren, wenn sie nicht sprechen?”

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