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Windows Live® Suchergebnisse TürkeiEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Türkei, amtlich Republik Türkei (türkisch Türkiye Cumhuriyeti); Republik in Vorderasien und Südosteuropa. Das Staatsgebiet grenzt im Nordwesten an Bulgarien und Griechenland, im Norden an das Schwarze Meer, im Nordosten an Georgien und Armenien, im Osten an den Iran, im Süden an den Irak, an Syrien und an das Mittelmeer sowie im Westen an das Ägäische Meer. Die Hauptstadt der Türkei ist Ankara. Die moderne Republik Türkei ging aus dem Osmanischen Reich hervor und wurde 1923 nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches in der Folge des 1. Weltkrieges von Mustafa Kemal Atatürk gegründet.
Der überwiegende Teil der Türkei erstreckt sich auf asiatischem Gebiet zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer. Der türkische Teil von Thrakien bildet den europäischen Anteil des Landes und umfasst rund drei Prozent der Gesamtfläche. Die Meerengen Dardanellen und Bosporus sowie das zwischen ihnen liegende Marmarameer trennen den europäischen Teil der Türkei vom asiatischen. Innerhalb der Grenzen der Türkei liegen mehrere seismische Zonen; dadurch kommt es im Land häufig zu Erdbeben. Die Gesamtfläche des Landes umfasst 779 452 Quadratkilometer.
Die Türkei kann in sieben Landschaftsräume untergliedert werden: Thrakien und die an das Marmarameer angrenzenden Gebiete, die Regionen am Ägäischen Meer und am Mittelmeer, das Gebiet am Schwarzen Meer, Westanatolien, das inneranatolische Hochland, das Gebirgsland im Osten des Landes und Südostanatolien. Thrakien und die Gebiete am Marmarameer werden im Landesinneren von einem flachwelligen Hügelland eingenommen. Es ist fruchtbar und wird von zahlreichen Wasserläufen durchzogen. Trotzdem wird nur etwa ein Viertel der Region als Ackerland genutzt. Im Ostteil dieses Gebiets erhebt sich der Uludağ (in der Antike Mysischer oder Bithyrischer Olymp) bis 2 543 Meter. Von den schmalen und hügeligen Küstengebieten am Ägäischen Meer und am Mittelmeer wird nur rund ein Fünftel als Ackerland bewirtschaftet. Im Osten davon, in der Ebene Çukurova, liegt das größte Baumwollanbaugebiet der Türkei. Diese Region ist mit dem Landesinneren durch die Kilikische Pforte (Külek Boğazı) im Taurus verbunden. Die anatolische Küstenregion ist überwiegend schmal; sie erhebt sich direkt von der Schwarzmeerküste zum Pontischen Gebirge. Auf Grund der steilen Berghänge werden nur etwa 16 Prozent des Gebiets ackerbaulich genutzt. Westanatolien besteht aus unregelmäßig verlaufenden Bergzügen und tiefen Taleinschnitten, die die stark gegliederte ägäische Küste vom Hochland Inneranatoliens trennen; nur knapp ein Fünftel des Landes ist hier für den Ackerbau geeignet. Das inneranatolische Hochland mit der Hauptstadt Ankara liegt durchschnittlich um 1 000 Meter hoch und ist die geographisch größte Region der Türkei. Das Hochland ist vollständig von Gebirgen umschlossen. Höchster Gipfel des inneranatolischen Hochlandes ist der Erciyes Dağı mit 3 916 Metern. Im Hochgebirgsland im Osten der Türkei vereinigen sich die östlichen Ausläufer von Pontischem Gebirge und Taurus. Dieses ostanatolische Hochland ist die unzugänglichste Gegend der Türkei. Hier liegt der Berg Ararat (Ağrı Dağı), an dem nach der Bibel die Arche Noah landete, und der mit 5 165 Metern der höchste Berg der Türkei ist. In diesem Gebiet entspringen auch die beiden Flüsse Tigris (Dicle) und Euphrat (Fırat). Der Südosten Anatoliens wird von einem flachwelligen Plateau eingenommen, das im Norden, Osten und Westen von Bergen umgeben ist. Diese Gegend ist Teil des Fruchtbaren Halbmondes und seit der Antike von großer Bedeutung für die Landwirtschaft.
Wegen der großen Höhenunterschiede im Land sind in fast allen Flüssen der Türkei Stromschnellen ausgebildet. Deshalb sind nur wenige Flüsse in Teilabschnitten schiffbar. Aufgrund der jahreszeitlich wechselnden Regenmengen sind einige Flüsse starken Schwankungen des Wasserstandes unterworfen. Eine Reihe von Fließgewässern führt während des trockenen Sommers kein Wasser. Einige Flüsse haben jedoch Bedeutung für die Erzeugung elektrischer Energie durch Wasserkraft oder liefern das Wasser für Bewässerungsanlagen. Der Kızılırmak ist mit einer Länge von 1 150 Kilometern der längste Fluss innerhalb der Landesgrenzen und mündet in das Schwarze Meer. Der Büyük Menderes entwässert Westanatolien in die Ägäis. Euphrat und Tigris entspringen in der Osttürkei und münden nach Durchqueren von Syrien und dem Irak in den Persischen Golf. Der Euphrat wird durch den 1990 fertig gestellten Atatürk-Staudamm (169 Meter Höhe, 1,6 Kilometer Breite) aufgestaut. Damit wird sein Wasserfluss um bis zu 90 Prozent reduziert, was Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem hat. Der Vansee im Osten des Landes ist der größte See der Türkei. Er ist – wie auch der Tuz Gölü (Großer Salzsee) – ein Salzsee. Die Süßwasserseen Beyşehir, Eğridir Gölu und Burdur Gölu liegen alle im Südwesten des Landes.
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