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Saudi-ArabienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
So wie das gesellschaftliche und religiöse Leben insgesamt haben sich auch Kultur, Bildung, Wissenschaft und die Medien strikt innerhalb der vom orthodoxen sunnitischen Islam (Wahhabismus) gesteckten Grenzen zu bewegen. In Saudi-Arabien befinden sich einige der meistbesuchten islamischen Stätten. Die meisten kulturellen Einrichtungen haben ihren Sitz in Riad.
Das Bildungsniveau stieg in den letzten Jahren erheblich, der Alphabetisierungsgrad konnte auf 80,5 Prozent gehoben werden. Der Schulbesuch ist in Saudi-Arabien unentgeltlich, die Schulpflicht umfasst vier Jahre. In den letzten Jahren wurde die Einrichtung von Lehrerbildungsstätten vorangetrieben, um die Abhängigkeit hinsichtlich Lehrkräften aus anderen arabischen Ländern zu reduzieren. Die König-Saud-Universität wurde als Universität von Riad 1957 gegründet, die Islamische Universität in Medina 1961, die König-Abd-al-Asis-Universität in Djidda 1967, die König-Faisal-Universität in Dammam 1975 und die Umm-al-Qura-Universität in Mekka 1979. Die 1953 in Riad gegründete Islamische Universität Imam Mohammed Ibn Saud erhielt 1974 den Rang einer Universität. Daneben gibt es noch drei weitere Institutionen für höhere Bildung: das Technische Institut (1964) in Riad, die König-Fahd-Universität für Erdöl- und Montanwissenschaften (1963) in Dhahran und das College für islamische Studien (gegründet 1933) in Mekka. Ungefähr die Hälfte der Universitätsabsolventen sind Frauen, für die es allerdings anschließend an Beschäftigungsmöglichkeiten mangelt. In Riad sowie in anderen größeren und kleineren Städten gibt es Koranschulen. Der Unterricht in den Schulen für höhere Bildung wird häufig in englischer Sprache abgehalten; Englisch ist nach Arabisch die zweitwichtigste Sprache im Land. Jedes Jahr reist eine große Zahl junger qualifizierter Saudis zum Studium nach Europa, in die Vereinigten Staaten und andere Länder.
Einige der größten Bibliotheken Saudi-Arabiens sind in Riad. Die Bibliotheken der König-Saud-Universität verfügen über mehr als eine Million Bände. Die Bibliotheken in Mekka und Medina beherbergen bedeutende Sammlungen religiösen Schrifttums. Das 1978 in Riad gegründete Museum für Archäologie und Ethnographie zeigt eine breite Auswahl an Ausstellungsstücken unterschiedlicher Epochen. Es gibt in Saudi-Arabien keine öffentlichen Kinos und Theater. Das kulturelle Erbe des Landes wird z. B. auf dem alljährlich veranstalteten Jenadriyah Kultur-Festival gepflegt. Hier gelangen traditionelle Musik und Tänze zur Aufführung.
Alle Nachrichtenagenturen und Medien stehen unter staatlicher Aufsicht. Der Kontrolle ist einzig das Satellitenfernsehen weitgehend entzogen. Die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen konstatierte für das Jahr 2000 bezüglich der Pressefreiheit eine „gefährliche Situation” für Journalisten. Allerdings wurden auch erste Anzeichen einer Verbesserung der Situation und eine Lockerung der Zensur registriert. Einige Tageszeitungen erscheinen auf englisch, so „Arab News” und „Saudi Gazette”. Öffentlicher Rundfunk existiert seit 1948. Die ersten Fernsehsender des Königreichs nahmen 1965 ihren Betrieb auf. Heute gibt es neben einem arabischen auch einen englischsprachigen Fernsehsender. Zugänge zum Internet existieren seit 1999; unerwünschte Inhalte wie z. B. die Seite von amnesty international werden aber blockiert.
Saudi-Arabien ist eine absolute Monarchie. Bis 1992 gab es keine geschriebene Verfassung. Im März 1992 wurden durch eine Reihe königlicher Dekrete ein Staatsgrundgesetz erlassen, die Machtbefugnisse der regionalen Verwaltungen erweitert und ein Konsultativrat eingerichtet.
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