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Saudi-ArabienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Da Saudi-Arabien auf umfangreiche Nahrungsmittelimporte angewiesen ist, steht die Landwirtschaft im Vordergrund der Entwicklungspolitik. Bedingt durch den Wassermangel ist nur knapp 1 Prozent der gesamten Landfläche für den Ackerbau geeignet. Viele der ausländischen Arbeiter und Techniker arbeiten in landwirtschaftlichen Projekten. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Weizen, Gerste, Sorghum, Tomaten, Datteln, Melonen, Weintrauben und Zitrusfrüchte. In der Wüste Dahna und im innerarabischen Hochland gibt es größere Flächen an Weideland. Neben Kamel-, Schaf- und Ziegenhaltung haben sich auch Schweine- und Geflügelhaltung stark entwickelt.
Nur 1,27 Prozent Saudi-Arabiens ist bewaldet. Die Fischerei ist trotz einer Küstenlänge von etwa 2 640 Kilometern entlang von Rotem Meer und Persischem Golf kaum von Bedeutung. Garnelen sind neben Perlen und Korallen das einzige wirtschaftlich bedeutende Fischereierzeugnis.
Neben Erdöl und Erdgas werden in Saudi-Arabien Kalkstein, Gips, Marmor, Tonerde, Salz und Gold abgebaut. Die saudi-arabische Erdölindustrie wurde 1938 nach dem Fund eines ergiebigen Ölfeldes in Dammam durch die Arabian American Oil Company gegründet. Die Gesellschaft gehörte ursprünglich vier amerikanischen Ölfirmen, wird aber seit 1974 von der Regierung Saudi-Arabiens kontrolliert. Die großen Reserven und die enormen Fördermengen machten Saudi-Arabien zu einem führenden Erdölförderland und verhalfen dem Land zu einer starken Position innerhalb der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC), die großen Einfluss auf die Festsetzung der Ölpreise auf internationaler Ebene hat. Nach der Invasion Kuwaits durch den Irak 1990 wurde die Erdölfördermenge drastisch erhöht. Saudi-Arabien ist der weltweit bedeutendste Exporteur von Rohöl (Fördermenge 8,85 Millionen Barrel pro Tag). Der Großteil des Erdöls wird im Osten des Landes gewonnen; im Persischen Golf gibt es zudem umfangreiche Offshorefelder. Zur Erleichterung des Rohöltransports in Richtung der Hauptabsatzmärkte wurden nach 1950 zahlreiche Pipelines angelegt. Sie leiten Rohöl u. a. in den Mittelmeerhafen Sidon im Libanon. Eine weitere Pipeline, die die Erdölfelder um Abqaig im Osten des Landes mit der Hafenstadt Yanbo am Roten Meer verbindet, wurde Anfang der achtziger Jahre in Betrieb genommen. Der Großteil des Erdöles wird jedoch weiterhin aus den Häfen am Persischen Golf, insbesondere aus Ras Tanura und Dammam, ausgeführt. Saudi-Arabien fördert auch große Mengen an Erdgas.
Um die einseitige Ausrichtung als Lieferant von Rohstoffen zu überwinden, werden große Investitionen in das produzierende Gewerbe getätigt. Zu den bedeutenden Industriezweigen gehören neben Erdöl- und Erdgasförderung vor allem chemische und petrochemische Industrie sowie Stahl- und Aluminiumgewinnung.
Währungseinheit Saudi-Arabiens ist der Saudi Riyal zu 20 Qirshes und 100 Hallalas. Der Umfang des Außenhandels wird maßgeblich durch die Umsätze im Erdölsektor bestimmt. Der Anteil an Erdöl, Erdgas und petrochemischen Erzeugnissen an der Gesamtausfuhr Saudi-Arabiens liegt bei etwa 90 Prozent. Daneben werden chemische Erzeugnisse und in geringerem Umfang Datteln, Häute und Felle exportiert. Importiert werden in erster Linie Maschinen, Metalle und Metallwaren, Fahrzeuge, Nahrungsmittel, Textilien und Bekleidung. Die Haupthandelspartner Saudi-Arabiens sind neben den arabischen Nachbarländern die Vereinigten Staaten, Japan, die EU-Staaten, Südkorea und Singapur.
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