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    Das Königreich Saudi-Arabien ( arabisch المملكة العربية السعودية ‎) ist eine absolute Monarchie in Vorderasien . Saudi-Arabien liegt auf der Arabischen ...

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Saudi-Arabien

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Saudi-Arabien (Flagge und Hymne)Saudi-Arabien (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
7.4

Die Herrschaft von Abd al-Asis

Vor dem Beginn der umfangreichen Förderung der saudi-arabischen Erdölvorkommen im Jahr 1938 unterschieden sich die Lebensbedingungen der Bewohner kaum von denen des Altertums. Als die Einnahmen aus der Erdölindustrie anstiegen, entwickelte König Abd al-Asis ein umfangreiches Modernisierungsprogramm, insbesondere auf dem Gebiet der Wasserversorgung, der Landwirtschaft, der verarbeitenden Industrie und im Gesundheitswesen. Gleichzeitig verstärkte er die Beziehungen zu anderen Staaten Vorderasiens und betrieb eine freundschaftliche Politik mit den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Im 2. Weltkrieg unterstützte er die Alliierten und gestattete den Bau eines amerikanischen Luftwaffenstützpunkts in Dhahran, verhielt sich aber bis zur Kriegserklärung an Deutschland und Japan im März 1945 neutral.

1945 schloss sich Saudi-Arabien den Vereinten Nationen und der Arabischen Liga an. Das Land stimmte gegen die Gründung Israels, spielte aber nur eine untergeordnete Rolle im Krieg der Arabischen Liga gegen den jüdischen Staat (1948-1949). Im Juni 1951 verlängerte Saudi-Arabien das Recht der Vereinigten Staaten auf Nutzung des Luftwaffenstützpunkts in Dhahran für weitere fünf Jahre und erhielt als Gegenleistung dafür technische Unterstützung und die Genehmigung zum Kauf von Waffen. Im Dezember wurde mit der Arabian-American Oil Company vereinbart, dass 50 Prozent der Nettoeinnahmen der Gesellschaft an Saudi-Arabien ausbezahlt werden.

7.5

Die Zeit des Kalten Krieges

Nach dem Tod von König Abd al-Asis 1953 bestieg sein ältester Sohn Saud (Saud Ibn Abd al-Asis) den Thron. Saudi-Arabien setzte sich für die Neutralität der arabischen Staaten im Kalten Krieg ein und stellte sich gegen die 1955 von den Staaten Türkei, Irak, Iran, Pakistan und Großbritannien gebildete METO (Middle Eastern Treaty Organization). An der Bandungkonferenz vom April 1955 in Indonesien nahmen auch Vertreter aus Saudi-Arabien teil. 1955 unterzeichnete das Land ein Verteidigungsbündnis mit Ägypten.

Im März 1958 übertrug König Saud bisher innerhalb seines absoluten Machtbereichs liegende Vollmachten dem Premierminister, seinem Bruder Kronprinz Faisal (Faisal Ibn Abd al-Asis Ibn Saud), behielt sich aber das Vetorecht vor.

7.6

Die Beziehungen zu anderen Staaten Vorderasiens

Auf der Konferenz in Bagdad im September 1960 gründeten die Staaten Saudi-Arabien, Irak, Iran, Venezuela und Kuwait die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Organization of the Petroleum Exporting Countries, OPEC) mit dem Ziel der Koordinierung der Erdölpolitik und der Aufrechterhaltung der Ölpreise. Im Dezember übernahm Saud erneut die Kontrolle über die Regierung Faisals und ernannte sich selbst zum Premierminister.

Im Oktober 1962 verzichtete König Saud wieder auf das Amt des Premierministers zugunsten Faisals. Inzwischen hatten sich die Beziehungen Ägyptens zu Saudi-Arabien verschlechtert. Nach der Revolution im Jemen im September 1962 kam es zu starken Spannungen zwischen beiden Ländern, da Ägypten die neue republikanische Regierung unterstützte, während Saudi-Arabien dem gestürzten jemenitischen Imam Zuflucht gewährte und ihm Unterstützung für seine Bemühungen um die Wiedergewinnung seines Thrones zusicherte. Anhänger der Monarchie griffen von saudi-arabischem Gebiet aus Jemen an. Daraufhin bombardierten im November ägyptische Flugzeuge saudi-arabische Städte und die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden abgebrochen.

Kronprinz Faisal, der seine Macht gestärkt und umfangreiche soziale und wirtschaftliche Reformen eingeleitet hatte, entmachtete Saud und bestieg im November 1964 selbst den Thron. Seinen Halbbruder, Prinz Khalid Ibn Abdul, ernannte er zu seinem Nachfolger.

7.7

Israelisch-Arabische Kriege

1967, als sich der Israelisch-Arabische Konflikt in der Zeit vor dem Sechstagekrieg verstärkte, sagte König Faisal dem ägyptischen Präsidenten Gamal Abd el-Nasser seine volle Unterstützung zu und entsandte 20 000 Soldaten zum Kampf gegen Israel nach Jordanien. Im Juni wurden sämtliche saudi-arabischen Erdölexporte nach Großbritannien und in die Vereinigten Staaten eingestellt, die diplomatischen Beziehungen jedoch nicht abgebrochen. Nach der Niederlage der arabischen Staaten in diesem Krieg wurden die Öllieferungen wieder aufgenommen. Auf der arabischen Gipfelkonferenz im August desselben Jahres wurde der Rückzug Ägyptens aus dem Jemen beschlossen, und Saudi-Arabien versprach Ägypten umfangreiche Zahlungen zum Ausgleich der durch die kriegsbedingte Schließung des Suezkanals aufgetretenen Einkommensverluste. König Faisal trat weiterhin für ein panislamisches Vorgehen gegen Israel ein. 1971 schlossen Saudi-Arabien und fünf weitere Golfstaaten einen Fünfjahresvertrag mit 23 westlichen Ölgesellschaften. Im Juli 1970 erkannte Saudi-Arabien offiziell nach sieben Jahren wiederholt aufflammender Grenzstreitigkeiten die republikanische Regierung Jemens an.

Während des Jom-Kippur-Krieg (1973) entsandte Saudi-Arabien in geringem Umfang Streitkräfte und Waffen (in erster Linie Flugzeuge) zur Unterstützung der arabischen Staaten. Nach diesem Krieg spielte die Regierung Saudi-Arabiens eine führende Rolle bei der Organisation eines Ölboykotts gegen die Länder, die Israel unterstützt hatten, sowie bei der drastischen Anhebung der internationalen Ölpreise. Die weitere Entwicklung und die Zunahme der Anteile Saudi-Arabiens an der ARAMCO (1974) steigerten in beachtlichem Maß die Staatseinnahmen und lieferten so die finanziellen Grundlagen für einen umfangreichen Entwicklungsplan.

7.8

Finanzkraft und militärische Alarmbereitschaft

Im März 1975 wurde König Faisal von einem seiner Neffen ermordet. Sein Nachfolger wurde Prinz Khalid. Da Khalid in schlechtem gesundheitlichen Zustand war, wurde sein Halbbruder, Kronprinz Fahd, zum eigentlichen Machthaber. Das Land blieb bei seiner gemäßigten Politik, und aufgrund saudi-arabischen Einlenkens erhöhte die OPEC ihre Ölpreise nicht in dem Maß, wie es die meisten Mitgliedsstaaten gefordert hatten. 1980 wurde bekannt gegeben, dass der Staat rückwirkend ab Januar 1976 die ARAMCO gänzlich übernommen habe. Ein Teil der Exporteinnahmen wurde in westlichen Ländern investiert oder für Rüstungsgüter ausgegeben; aber die wirtschaftlichen Probleme wie hohe Inflationsraten blieben bestehen.

Saudi-Arabien, das noch immer als gemäßigte politische Kraft im Israelisch-Arabischen Konflikt galt, war kein Anhänger des vom ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat Israel 1977 unterbreiteten Friedensangebots. Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen beiden Ländern 1979 stellte Saudi-Arabien die finanzielle Unterstützung Ägyptens ein und brach die diplomatischen Beziehungen ab. Im selben Jahr fand im Iran die fundamentalistisch-islamische Revolution statt. Die anschließende Besetzung der großen Moschee in Mekka durch militante Schiiten wurde von der Armee nach blutigen Kämpfen beendet. Im Juni 1982 starb König Khalid. Sein Nachfolger wurde Kronprinz Fahd.

Der Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait im August 1990 hatte bedeutende militärische, politische und wirtschaftliche Folgen für Saudi-Arabien. Um der militärischen Bedrohung vonseiten des Irak zu begegnen, genehmigte die Regierung den vorübergehenden Aufmarsch von Hunderttausenden von Soldaten der USA und ihrer Verbündeten auf ihrem Territorium. Auch saudi-arabische Streitkräfte kämpften in der Anti-Irak-Koalition im Zweiten Golfkrieg. Während des Krieges erhöhte Saudi-Arabien seine Erdölförderung in großem Umfang, um die ausbleibenden Öllieferungen aus dem Irak und Kuwait auszugleichen. Die Stationierung von US- und anderen westlichen Truppen in Saudi-Arabien sowie die zunehmende Annäherung der saudischen Regierung an die USA stießen jedoch auf scharfe Kritik konservativer und islamistischer Kreise; in der Folgezeit kam es immer wieder zu Attentaten vor allem auf Einrichtungen und Angehörige westlicher Staaten.

1992 schuf König Fahd per Dekret einen Konsultativrat, der erstmals im Dezember 1993 zusammentrat, erließ ein Staatsgrundgesetz und änderte die Regelung der Nachfolge des Monarchen. 1993 kam es zu spürbaren Wirtschaftsproblemen: Die USA verpflichteten Saudi-Arabien, einen Teil der Kosten für den Golfkrieg zu übernehmen. Hinzu kam das Haushaltsdefizit, das zwischen 1983 und 1993 ständig angewachsen war, sowie der Preiseinbruch auf dem Erdölsektor. In der Folge sah sich die saudi-arabische Regierung gezwungen, ihre Sozial- und Verteidigungsausgaben zu kürzen und Darlehen an internationale Banken zurückzuziehen. Trotz seiner wirtschaftlichen Probleme lehnte Saudi-Arabien den iranischen Vorschlag ab, die Ölpreise anzuheben.

Saudi-Arabien und Jemen gerieten 1994 in Konflikt über den Verlauf der gemeinsamen Grenze, setzten jedoch im darauf folgenden Jahr eine Kommission zur Beilegung der Streitigkeiten ein und einigten sich 2000 endgültig auf den gemeinsamen Grenzverlauf. Ebenfalls 2000 unterzeichneten Saudi-Arabien und Kuwait ein Abkommen zur Festlegung der gemeinsamen Seegrenze im Persischen Golf. Um die Beziehungen zwischen ihren Ländern zu normalisieren, hatten Saudi-Arabien und der Iran bereits 1997 ein Abkommen über den Ausbau der politischen Zusammenarbeit unterzeichnet.

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf Ziele in den USA hatten gravierende Auswirkungen auf Saudi-Arabien: Immerhin war der Verantwortliche für die Anschläge, der Al-Qaida-Chef Osama bin Laden, Saudi-Araber, war zwar seit 1994 ausgebürgert, unterhielt aber noch vielfältige Kontakte – auch finanzielle – zu Saudi-Arabien und war dort auch bei Teilen der Bevölkerung hoch angesehen; außerdem stammte die Mehrzahl der Attentäter ebenfalls aus Saudi-Arabien. In der Folgezeit mehrten sich von Bin-Laden-Anhängern und anderen islamistischen Oppositionellen verübte Anschläge gegen ausländische, insbesondere US-Einrichtungen in Saudi-Arabien, was die Beziehungen zu den USA zeitweise verschlechterte, die saudische Regierung aber auch zu einer Forcierung ihres Kampfes gegen die Islamisten und Terroristen veranlasste. Negativ auf das Verhältnis zu den USA wirkte sich auch Saudi-Arabiens Weigerung aus, sich am Krieg gegen das Taliban-Regime in Afghanistan zu beteiligen. Auch aus dem von den USA angeführten Irak-Krieg 2003 suchte sich Saudi-Arabien so weit wie möglich herauszuhalten, verhinderte vor allem, dass die USA Saudi-Arabien als Aufmarschgebiet im Krieg gegen den Irak nutzten. Nach dem Krieg wurden die letzten der noch in Saudi-Arabien stationierten US-Soldaten abgezogen und nach Katar verlegt. Im April 2005 gelang der saudischen Regierung nach eigenem Bekunden ein entscheidender Schlag gegen die Mitglieder von al-Qaida in Saudi-Arabien: Die Mehrzahl der führenden Köpfe der Organisation wurden im Zuge einer umfangreichen Aktion getötet oder verhaftet. Schon seit 2002 waren Hunderte mutmaßliche Terroristen, Angehörige der militanten Opposition und Al-Qaida-Mitglieder verhaftet, zahlreiche auch getötet worden.

Am 1. August 2005 starb König Fahd; sein Nachfolger auf dem saudischen Thron wurde sein Bruder, Kronprinz Abdullah, der bereits seit 1995 den Großteil der Amtsgeschäfte für den erkrankten Fahd geführt hatte und einen ebenso vorsichtig reformorientierten Kurs verfolgt wie sein Bruder.

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