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Windows Live® Suchergebnisse François de MalherbeEnzyklopädieartikel
François de Malherbe (1555-1628), französischer Dichter und Kritiker, geboren in Caen, gestorben in Paris. Er studierte an den Universitäten Basel und Heidelberg, war Sekretär des Herzogs von Angoulême (1576-1586) und wurde 1609 von Heinrich IV. zum Hofdichter ernannt. Sowohl in seiner Dichtung als auch in seinen Prosawerken wandte sich Malherbe gegen die romantische Leidenschaftlichkeit und den üppigen Stil der vorherrschenden, als Pléiade bekannten Gruppe der französischen Dichter. Er legte Wert auf einen einfachen, aber genauen Ausdruck, eine Harmonie im Stil und die Zurückhaltung der Gefühle. Er sprach sich eher für eine intellektuelle als für eine gefühlsbetonte Dichtung aus. Malherbe war maßgeblich daran beteiligt, dass das in Paris gesprochene Französisch zur Standardsprache für ganz Frankreich wurde. In seiner eigenen Dichtung kündigte er jene Versgenauigkeit an, die später von den klassischen Dichtern und Dramatikern Frankreichs weiterentwickelt wurde. Mit seinem poetologischen Programm, insbesondere in seiner Kritik an seinem Rivalen Desportes (1625, Commentaire sur Desportes) festgehalten, legte er den Grundstein für die Literatur der französischen Klassik. Sein dichterisches Werk besteht im Wesentlichen aus Gelegenheitsdichtungen und umfasst einige Oden auf die französische Königin Maria von Médici (1600, Ode de bienvenue à Marie de Médicis), Heinrich IV. und Ludwig XIII. sowie ein Stück über den Tod der Tochter Ludwigs, das er einem Freund widmete. Malherbes Prosaschriften umfassen außerdem Übersetzungen der Werke des römischen Philosophen Seneca und des römischen Geschichtsschreibers Livius.
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