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Nikolaj Tschernyschewskij

Enzyklopädieartikel

Nikolaj Tschernyschewskij (1828-1889), russischer Schriftsteller und Politiker, geboren und gestorben in Saratow. Nach dem Besuch des Priesterseminars in seiner Heimatstadt studierte er an der Universität von Sankt Petersburg. Seine literarische Laufbahn begann er als Redakteur und Kritiker der einflussreichen radikalen Zeitschrift Sovremennik (Zeitgenosse). Während der gesellschaftlichen Unruhen, die auf den Krimkrieg folgten, trat er für politische und wirtschaftliche Reformen in Russland ein und wurde bald zum prominenten Verfechter sozialistischer Ideen im radikalen Flügel der russischen Reformbewegung. Tschernyschewskij wurde 1862 festgenommen und in Sankt Petersburg inhaftiert. Dort schrieb er sein bekanntestes Werk, den Roman Čto delat’ (1863, Was tun?), in dem er das Idealbild eines wahren Revolutionärs zeichnete. Der Roman übte großen Einfluss auf die junge Generation aus und galt in der Sowjetunion als Klassiker. 1864 wurde Tschernyschewskij nach Sibirien verbannt, wo er bis zu seiner Rückkehr nach Saratow im Jahr 1883 festgehalten wurde.

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