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Ryukyu-InselnEnzyklopädieartikel
Ryukyu-Inseln (japanisch Nansei-Shoto), etwa 1 200 Kilometer lange Inselkette im Pazifischen Ozean, südwestlich von Japan, zwischen Kyushu und der nördlichen Spitze von Taiwan. Die Ryukyu-Inseln liegen westlich des Ryuku-Grabens. Die Ryukyu-Inseln bestehen aus drei Hauptgruppen: den Amami-Inseln im Norden, den Okinawa-Inseln in der Mitte und den Sakishima-Inseln im Süden. Die größeren der 98 Inseln sind vulkanischen Ursprungs mit bergiger Landschaft, während die meisten kleineren flachen Inseln aus Korallenformationen entstanden sind. Die Gesamtfläche der Inseln beträgt ungefähr 4 700 Quadratkilometer. Das Klima ist subtropisch, die Jahrestemperaturen liegen bei etwa 21 °C. Die landwirtschaftlichen Hauptprodukte sind Zuckerrohr und Süßkartoffeln, außerdem werden Panamáhüte, Textilien und Töpferwaren hergestellt. Exportgüter sind vor allem Zucker und Ananas. Die Fischerei stellt neben der Landwirtschaft den bedeutendsten Wirtschaftszweig dar. Die Hauptstadt ist Naha auf der Insel Okinawa, das der wirtschaftliche Mittelpunkt der Ryukyu-Inseln ist. Hier liegen auch die Universitäten von Okinawa, Kokusai und Ryukyu. Die Gesamteinwohnerzahl beträgt etwa 1 220 000, etwa 90 Prozent der Bewohner, zu denen neben Japanern auch Indonesier und Chinesen gehören, leben auf Okinawa. Bis zum 2. Weltkrieg bildeten die Inseln die japanische Präfektur Okinawa. Vom April bis Juni 1945 war die Insel Okinawa Schauplatz heftiger Kämpfe. Nach dem Krieg errichteten die USA auf Okinawa einen Flotten- und Luftwaffenstützpunkt, der sich zur zweitwichtigsten Militärbasis der USA in Ostasien entwickelte. 1951 billigten die Vereinigten Staaten formell Japans Souveränitätsanspruch auf die Inseln. 1953 wurden die Amami-Inseln an Japan zurückgegeben und in die Präfektur Kagoshima eingegliedert. Nach einem Abkommen von 1971 wurden die noch von den Vereinigten Staaten als Militärstützpunkte besetzten Inseln 1972 an Japan übergeben. Sie bilden heute die Präfektur Okinawa. Am 1. Dezember 1996 wurde zwischen den USA und Japan eine Vereinbarung unterzeichnet, in der bis zum Jahr 2008 die Rückgabe mehrerer amerikanischer Stützpunkte auf Okinawa festgelegt wird. Die Chinesen kamen erstmals im 7. Jahrhundert auf die Inseln. Im 14. Jahrhundert erlangte China endgültig die Vorherrschaft über die Inseln, die fünf Jahrhunderte andauerte. 1609 forderten Japan wie zuvor China Tributzahlungen von den Ryukyu-Inseln. 1879 entthronte Japan den letzten König (Shuri) und annektierte die Ryukyu-Inseln als Präfektur Okinawa. China protestierte zwar, den Japanern gelang es aber, sich die Herrschaft über die Inselkette zu sichern.
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