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Sir William Siemens

Enzyklopädieartikel

Sir William Siemens (1823-1883), eigentlich Carl Wilhelm Siemens, deutsch-britischer Ingenieur und Unternehmer, jüngerer Bruder von Werner von Siemens.

Carl Wilhelm Siemens wurde am 4. April 1823 in Lenthe (Deutschland) geboren. Er erhielt privaten Schulunterricht und besuchte ein Wirtschaftsgymnasium in Lübeck und eine technische Schule in Magdeburg. An der Universität Göttingen studierte er Chemie, Physik und Mathematik.

Nach Abschluss des Studiums begann Siemens eine Lehre in einer Dampfmaschinenfabrik in Magdeburg. Eine seiner Aufgaben war u. a. der Verkauf eines Galvanisierverfahrens, das sein älterer Bruder Werner kurz zuvor entwickelt hatte. Wilhelm Siemens ging nach London und veräußerte das Verfahren 1843 für 1 600 Pfund Sterling an das Unternehmen Elkingtons of Birmingham. Er kehrte nach Magdeburg zurück, um seine Lehre abzuschließen.

Im Februar 1844 war Siemens wieder in London, um weitere technische Erfindungen seines Bruders Werner zu verwerten. Wilhelm selbst erfand u. a. eine Regenerativdampfmaschine (1847), einen Wasserzähler (1851) sowie andere Messinstrumente. 1850 übernahm Wilhelm die Leitung der Firma Halske&Siemens in London, die spätere Siemens Brothers&Co. 1859 heiratete Siemens Anne Gordon, die Tochter eines Professors der Universität Glasgow, und wurde im selben Jahr britischer Staatsbürger.

Das regenerative Prinzip (Wärmenutzung der Abgase) seiner Dampfmaschine übertrug Siemens auf einen speziellen Brennofen (Patent 1861). Hieraus entstand nur wenig später das Siemens-Martin-Verfahren (gemeinsam mit Pierre Martin), ein großtechnisches Verfahren zur Stahlerzeugung. Siemens’ Unternehmen verlegte 1874 das erste Tiefseekabel von Rio de Janeiro nach Montevideo. Ein Jahr darauf folgte das erste Tiefseekabel zwischen den USA und Irland. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte sich der Unternehmer u. a. mit der Verwendung von elektrischem Strom im Hüttenwesen und bei der Eisenbahn. 1883 wurde Siemens in den Adelsstand erhoben. Er starb am 19. November 1883 in London.

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